Kaltblutrennen: In Mützenich bebt die Erde

Von: ale
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„Mama, muss ich da mitmachen?” „Nein, mein Sohn, dafür bist du noch zu klein.” Foto: Anneliese Lauscher

Mützenich. Das Kaltblutrennen in Mützenich hat in 23 Jahren nichts von seiner Attraktivität eingebüßt. Es ist nach wie vor ein Publikumsmagnet. Am Samstag kamen nahezu 2000 Zuschauer zum Kleinbüchel. Damit gehört das Mützenicher Kaltblutrennen zu den größten Sportereignissen des Monschauer Landes.

Schon an den Kennzeichen der Autos konnte man erkennen, dass manche Fans der „Dicken” auch weite Wege nicht scheuen: Aus den Kreisen Düren, Euskirchen und Aachen, aus der Südeifel und aus dem benachbarten Ausland waren sie angereist.

Spannendes Schauspiel

Das Schauspiel der „Dicken„ ist ungewöhnlich und spannend. 18 von ihnen, recht unterschiedlichen Kalibers, defilierten zunächst an den Zuschauern vorbei und wurden mit Applaus begrüßt: belgische Ardenner, Blaue Brabanter, Noriker, Rheinisches und Thüringer Kaltblut sowie Schwarzwälder Füchse.

Erst einmal stimmten zwei Demonstrationen auf das Rennen ein: Beim Ringstechen bewiesen die Akteure Geschick und die Pferde Wendigkeit. Und wie stark ein Kaltblut ist, zeigte es gegen zwölf kräftige Mützenicher Männer. Die hatten sich nämlich in den Kopf gesetzt, das Pferd an einem Seil zurückzuhalten. Doch die eine Pferdestärke machte mit dem Dutzend Männer nicht viel Federlesens.

Vor dem Kaltblutrennen appellierte Vereinsvorsitzender Ingo Scheffen an die Teilnehmer, das Rennen solle Spaß machen und man möge es nicht so ernst und verbissen sehen. „Denkt an Eure Gesundheit”, mahnte er.

Paarweise starteten die Teilnehmer und es wurde ohne Gerte geritten. Nach einer Runde um den Platz zog der Sieger in die Finalrunde ein. Auch den Laien entging nicht, dass man hier verschiedene Temperamente vorgeführt bekam, manch ein Kaltblut zeigte sich aufgeregt und düste von der Startlinie an in wildem Galopp vorwärts, ein anderes war eher gemütlich und brachte nur einen schwerfälligen Galopp zustande.

Es kam zu einem Sturz, als ein Pferd in der Kurve rutschte. Allerdings konnte die Reiterin zum Glück gleich wieder aufsteigen. Lokalmatador Horst Steffens war unschwer als Favorit zu erkennen, und er schaffte es wieder: Brabanterstute „Quinta” ließ ihn nicht im Stich. Es war der siebte Sieg der „dicken Dame” beim Kaltblutrennen.

Jenny Schmitz wurde auf „Obelix”, der ebenfalls aus Horst Steffens´ Stall kommt, Zweite. In der Gruppe der leichteren Kaltblüter trug Jacky Schlupp aus Stolberg auf „Rocky” den Sieg davon, hier wurde Ulla Kreutzer aus Herzogenrath auf „Moritz” Zweite.

Walter Lunz, der Leiter der Sparkassen-Geschäftsstelle Mützenich, überreichte die Preise bei der Siegerehrung; ein herzlicher Beifall belohnte die Teilnehmer bei ihrer Ehrenrunde. Dann wurden die Hauptakteure, die Pferde, verladen und nach Hause gebracht. Wahrscheinlich freuen sie sich wieder auf ihre Aufgaben im wirklichen Kaltblut-Leben, auf Kutschefahren und Holzrücken.
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