Kajak kentert auf der Rur unterhalb von Monschau

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Nordeifel. Während Sturmtief „Carmen” in weiten Teilen Nordrhein-Westfalens für Chaos sorgte, kam das Eifelland noch einigermaßen glimpflich davon.

Die Regenmassen ließen zwar sonst beschauliche Bäche massiv ansteigen, und die Regenmengen waren zum Teil beträchtlich, doch das Einsatzaufkommen blieb überschaubar. Laut Wetterexperte Karl Josef Linden gab es die heftigsten Windböen auf den Höhen und an der Ostseite der Eifel: 93 km/h wurden in Kalterherberg, 85 km/h am Windpark Schöneseiffen gemessen.

„In nur 30 Stunden fielen riesige Mengen Regen”, so der Wetterexperte weiter. Der Samstag habe in 24 Stunden an der belgischen Grenze 50 bis 55 Liter pro Quadratmeter gebracht. Die größten gefallenen Mengen auf der Eifelstauseite sind laut Linden: Kalterherberg 85 l/qm und Schöneseiffen (74 l/qm).

Zu einem ungewöhnlichen Einsatz mit glücklichem Ausgang wurden die Feuerwehr-Löschgruppen aus Einruhr, Erkensruhr und Rurberg gerufen. Am Samstag gegen 14 Uhr wurden sie von der Polizei alarmiert. Zwei herrenlose Kajaks wurden auf der Rur im Einmündungsbereich des Obersees gesichtet. „Das erste Kajak konnten wir in Ufernähe gleich aus dem Wasser ziehen”, so Einsatzleiter Gerd Hüpgen. Das zweite Boot trieb auf dem Wasser und war nicht so leicht zu erreichen.

Zur Hilfe kamen zwei Kajakfahrer, die mit ihrem Auto und zwei Kajaks auf dem Dach im Mündungsbereich eintrafen. Ihnen gehörte auch eines der Boote. Damit ruderten sie zu dem zweiten Kajak und konnten es an Land ziehen.„Daran haben wir einen Zettel mit einer Handynummer gefunden”, erklärte Hüpgen. „Als wir die Nummer dann anriefen, klingelte es im Boot”, so der Feuerwehreinsatzleiter.

Im Kajak sei dann ein wasserdichter Sack mit dem Handy und Wertsachen gefunden worden. Sofort alarmierte Hüpgen das Feuerwehrboot der Löschgruppe Rurberg, weil er vom Schlimmsten ausging. „Wer lässt schon seine Wertsachen einfach so im Kajak?”, so Hüpgen.

Auch Föhneffekte

Zusätzlich sei noch ein Hubschrauber der Polizei in Einsatzbereitschaft versetzt worden. Doch die Suche dauerte nur knapp eine halbe Stunde, dann konnte Entwarnung gegeben werden. Denn der Wassersportler, dem das Kajak gehörte, kam ebenfalls mit dem Auto angefahren. Er sei unterhalb von Monschau gekentert und habe sich ans Ufer retten können.

In Sachen Wetter hatte das Wochenende nach Sturm und Regen schließlich noch frühlingshafte Temperaturen zu bieten. „Zwischen Zülpich und Flamersheim gab es durch Föhneffekte die höchsten Temperaturen in NRW mit 17,6 Grad”, so Wetterexperte Karl Josef Linden.

Der Winter ist unterdessen noch in weiter Ferne: Linden: „Schnee ist noch nicht in Sicht.”
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