Kabarettist Jupp Hammerschmidt: „Ne baschtisch wracke Wönk“

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„Ne baschtisch wracke Wönk – Die Eifel von hinter der Hecke gesehen“: So heißt das neue Programm von Jupp Hammerschmidt, das er am 18. März in Rott präsentiert. Foto: Jojo Ludwig

Nordeifel. Nichts bestimmt das Leben in der Eifel so sehr wie der heftige, ekelhafte, fiese Wind. „Ne baschtisch wracke Wönk“. Der Wind ist so grausam – da musst du dir schon einen „Wrack“ mehr anziehen. Oder auch zwei. Und wenn du das nicht tust, zerbirst es dich.

Und „zerbersten“ heißt im Eifeler Platt „baschte“: „Ne baschtisch wracke Wönk“ also. Und als natürlichen Windschutz haben die Eingeborenen dann im Laufe der Jahrtausende bekanntlich hohe Buchenhecken angebaut, beschnitten und liebevoll gepflegt, bis sie schließlich das wurden, was sie heute sind: das achte Weltwunder. Und Jupp Hammerschmidt als geborener Höfener weiß natürlich ganz genau, wie die Welt sich immer schon darbot – von hinter der Hecke gesehen.

Er erzählt in diesem Programm unter anderem davon, welch zentrale Rolle Brei früher im Eifeler Ernährungsplan spielte – mit und ohne Rosinen, aber immer mit Haut und Knubbeln, und immer mit einem Schuss Himbeersaft, neben Maggi die zweite kulinarische Säule in der Eifel der Nachkriegszeit.

Die Kunst des Seilchenspringens

Das seinerzeit so überaus beliebte „Poesiealbum“ erlebt seine Wiederauferstehung, Hammerschmidt würdigt die Kunst des Seilchenspringens, das die Eifeler Mädchen in Perfektion beherrschten, inklusive der dabei sehr konzentriert vorgetragenen Hüpf-Verse – die wahren Wurzeln des „Rap“. Der doppelte Überschlag in der Schiffschaukel kommt ebenfalls zur Sprache, auf jeder Kirmes eine herausragende Möglichkeit für einen männlichen Heranwachsenden, den Mädels zu imponieren, vor allem, wenn er beim Überschlag den Halt verlor und in einer 20 Meter entfernten Baumkrone landete – oder auf dem Misthaufen nebenan.

Der „baschtisch wracke Wönk“ dominierte das Leben in der Eifel in allen Belangen – bis hin zur sparsamen Verwendung der Sprache – man wollte den ekelhaft fiesen Wind nicht auch noch in den Atemwegen haben. Die immer wieder zu hörenden hämischen Kommentare über die Folgen der „innerfamiliären Fortpflanzung“ auf engstem Raum hinter den Hecken weist Hammerschmidt klipp und klar zurück – Forschungen haben längst eindeutig nachgewiesen: Die Eifeler waren vom IQ her immer schon in der Lage, einfache Sortierarbeiten zu verrichten, da gibt es keinen Zweifel.

Die Termine in der Eifel

Allerhand „Versenktexte“ fehlen ebenso wenig wie das Poem über den berühmten „Brunnen auf der Triftstraß“, dass Franz Schubert so einfühlsam vertonte. Und wozu es gut war, sich vor der Wallfahrt nach Heimbach die Hosentaschen voll Kaffeebohnen zu stopfen – diese seit Jahrzehnten immer wieder gestellte Frage wird ebenfalls endlich beantwortet. Ob „Zömmermanns Jupp“ erneut zu Wort kommt? Abwarten….

Jupp Hammerschmidt ist mit seinem Programm am Freitag, 17. März, um 19.30 Uhr in Nideggen im Atelierhaus Götze, Zülpicher Str. 12, am Sonntag, 19. März, um 19 Uhr in Bütgenbach in der Kreative Werkstatt (in der Volksschule), Wirtzfelder Straße 15-17, zu sehen und zu hören. Die Eintrittspreise betragen üblicherweise 12 Euro im Vorverkauf, 14 Euro an der Abendkasse. Am Samstag, 18. März, präsentiert der Heimat- und Eifelverein Rott um 20 Uhr im Saal Hütten in Rott Jupp Hammerschmidt. Der Vorverkauf hat begonnen. Tickets gibt es zum Preis von 14 Euro (Mitglieder des Heimat- und Eifelvereins Rott zahlen 12 Euro) im Nahkauf in Rott, in der Gaststätte „Zur Maus“ in Rott, in der Naturheilpraxis Henn in Rott sowie in der Buchhandlung Lesezeichen in Roetgen. Außerdem können Eintrittkarten per E-Mail an tickets@hev-rott.de bestellt werden.

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