Justizministerin Müller-Piepenkötter würdigt Ausbildungszentrum

Von: wm
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Justizministerin Roswitha Müller-Piepenkötter unterstrich den hohen Ausbildungsstand am AZJ NRW in Monschau anlässlich der Feierlichkeiten zu 40 Jahren Gerichtsvollzieherlehrgängen und 20 Jahren Justizwachtmeisterausbildung. Foto: Walter Mertens

Monschau. Justizministerin Roswitha Müller-Piepenkötter würdigt die Leistung des Ausbildungszentrums der Justiz Nordrhein-Westfalen in der Gerichtsvollzieher- und Justizwachtmeisterausbildung anlässlich einer Feierstunde in der Nebenstelle Monschau und gibt eine Garantie für den Fortbestand der Ausbildung am Standort Monschau.

Nach der Begrüßung einer großen Anzahl von Gästen aus Politik, Gesellschaft sowie Vertreter von an den Ausbildungsgängen beteiligten Landesjustizverwaltungen durch die Leiterin des Ausbildungszentrums DER Justiz NRW, Dr. Corinna Dylla-Krebs, stellte Justizministerin Roswitha Müller-Piepenkötter im Rahmen einer Zeitreise die hohe Qualität und Bedeutung der durch das AZJ am Standort Monschau geleisteten Aus- und Fortbildungsarbeit zunächst mit einem Zitat des ehemaligen Justizministers Dr. Dr. Josef Neuberger anlässlich der Einweihung am 21. Oktober 1970 dar.

„Ich sehe in dieser Schaffung von Schul- und Tagungseinrichtungen einen wesentlichen Beitrag und Markstein zur Intensivierung des Ausbildungs- und Fortbildungswesens im Justizbereich. Der Beamte kann die Aufgaben der Gegenwart und Zukunft nur meistern, wenn ihm eine fundierte Ausbildung vermittelt und wenn er darüber hinaus durch ständige Fortbildung auf die sich wandelnden und steigenden Anforderungen der Gesellschaft vorbereitet wird.”

Besonderer Glücksfall

Es war schon ein besonderer Glücksfall für die Justiz einerseits und die Stadt Monschau andererseits, als die Justizverwaltung im Jahre 1969 das ehemalige Internatsgebäude des Städtischen Gymnasiums „Collegium Carolinum” von der Stadt Monschau erwarb, um eine Ausbildungsstätte einzurichten. Nach Umbauarbeiten trafen bereits im Jahre 1970 die ersten Anwärter ein, um die Gerichtsvollzieherausbildung zu durchlaufen.

55 Ausbildungsplätze waren geschaffen worden, um die zukünftigen Gerichtsvollzieher aus Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland auszubilden. Hessen und Baden-Württemberg folgten in den Jahren 1972 und 1974. Brandenburg und Hamburg komplettierten den Kreis in den Jahren 1994 und 1995.

Bereits Anfang der 1970er-Jahre stellte man fest, dass die geschaffenen 55 Ausbildungsstätte den Bedarf nicht deckten. Bis zum Jahre 1975 wurden weitere 36 Unterbringungszimmer, weitere Klassenräume, eine Kantine und eine Bibliothek eingerichtet. Unter der Federführung des damaligen Geschäftsleiters Walter Jakobs und der Lehrgangsleiter Dr. Josef Polzius und Hubert Gillessen wurde die Justizausbildungs- und Fortbildungsstätte Monschau zum Synonym für eine fundierte Gerichtsvollzieherausbildung und der Name Monschau als Markenzeichen für die Mobiliarvollstreckung bundesweit verbreitet.

Justizwachtmeister

Neben der Gerichtsvollzieherausbildung beherbergte die JAFS Monschau auch die Ausbildung der Amtsanwälte bis zum Jahre 2003. Seit dem Jahre 1989 beherbergt die JAFS überdies die Wachtmeisterausbildung. Das Berufsbild der Justizwachtmeister hat sich in den zurückliegenden Jahren durch das Sicherungskonzept der Justiz gewandelt. Der Justizwachtmeister ist heute für die Sicherheit in den Justizgebäuden verantwortlich und muss im Umgang mit Waffen ebenso geschult sein wie in der Deeskalation. Unter der Federführung von Norbert Coenen, der seit dem Jahre 1989 als Geschäftsleiter an der JAFS Monschau tätig ist, wurde die erfolgreiche Gerichtsvollzieherausbildung fortgesetzt und die Justizwachtmeisterausbildung neu konzipiert.

Bedingt durch die Umstrukturierung der Ausbildung im Bereich der Justiz wurde im Jahre 2003 das Ausbildungszentrum der Justiz Nordrhein-Westfalen mit dem Sitz in Bad Münstereifel ins Leben gerufen. Die JAFS Monschau verlor ihre Eigenständigkeit und wurde dem AZJ NRW als Nebenstelle zugeschlagen. Auch nach dieser Umstrukturierung findet am AZJ NRW Nebenstelle Monschau weiterhin fundierte Aus- und Fortbildung statt, und insbesondere der Gerichtsvollziehernachwuchs aus den sieben beteiligten Bundesländern findet in Monschau seine berufliche Heimat.

Stillstand ist bekanntlich Rückschritt, und so begrüßte es Ministerin Müller-Piepenkötter ausdrücklich, dass bis zum Sommer die geplante Fertigstellung der Erweiterung der Mensa durch einen Wintergarten realisiert werde. Sie dankte allen Beteiligten für die von großem Einsatz getragene Mitarbeit an dem Ziel, eine hoch qualifizierte Ausbildung anzubieten. „Heute kann man dann wieder feststellen, dass die Entscheidung, eine Ausbildungsstätte in Monschau anzusiedeln, genau richtig gewesen ist. Ein großes Lob dem gesamten Team der Justizausbildungsstätte dafür, dass dies alles so reibungslos und störungsfrei von statten geht”, so resümierte Müller-Piepenkötter.

„Die Ausbildung in Monschau ist in den besten Händen. Diese Kompetenz, die bundesweit geschätzt wird, wird auch anlässlich der Reform des Zwangsvollstreckungsrechts einen gewichtigen Beitrag dazu leisten, die erforderlichen Änderungen der Ausbildung vorzunehmen.”
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