Nordeifel - Jupp Hammerschmidt: Geschichten aus der Eifeler Jugendzeit

Jupp Hammerschmidt: Geschichten aus der Eifeler Jugendzeit

Von: Peter Stollenwerk
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Geschichten aus dem Heimatdorf Höfen: In seinem neuen Band „Der Korbwagen“ lässt Kabarettist und Autor Jupp Hammerschmidt Kindheitserinnerungen aufleben. Foto: P. Stollenwerk

Nordeifel. Wetterhäuschen, Waschküche, Fichtennadeltabletten oder Poesiealbum : Wer älter als ein halbes Jahrhundert ist und in der Eifel groß geworden ist, weiß auf Anhieb wovon die Rede ist. Sogleich werden Kindheitserinnerungen wach an eine unbeschwerte Jugend auf dem Lande mit klaren Regeln, strengen Eltern und eingeschränkter Mobilität.

In der Zeit der Wirtschaftswunderjahre „war die Eifel noch die letzte Insel der Glückseligkeit“, sagt voller Überzeugung Kabarettist und Buchautor Jupp Hammerschmidt.

In Höfen geboren hat der 66-jährige Autor jetzt den inzwischen dritten Band mit Geschichten aus seiner Eifeler Kindheit zwischen Hochamt, Heimbachwallfahrt und Hausschlachtung herausgegeben. Schon die beiden ebenfalls im Eupener Grenz-Echo-Verlag erschienenen Vorgänger-Bücher „Die Frisierkommode“ und das „Klümpchensglas“ haben bei vielen die Erinnerungen an ihre Kindheit auf dem wohl behüteten Lande hautnah aufleben lassen.

Die nun erschienenen 22 neuen Geschichten in dem Band „Der Korbwagen“ reihen sich nahtlos an die bisherigen autobiografischen Erinnerungen.

Jupp Hammerschmidt, 1947 als Wendelin Rader in Höfen geboren, wundert sich selbst ein wenig darüber, was sich in seiner Erinnerung noch alles an (wahren) Geschichten verbirgt, aber die Erlebnisse aus der Nachkriegszeit haben sich eben unauslöschlich eingeprägt, so dass der Autor sogar einen weiteren Band nicht ausschließt.

Nicht immer war selbstverständlich auch in der viel zitierten guten, alten Zeit nicht alles Gold was glänzt, auch nicht im heutigen Golddorf Höfen, „aber schön war es doch“, sagt Jupp Hammerschmidt in seinen Geschichten. Natürlich war es schön, dass in der Eifel der Karsamstag noch zum Winter zählte, Ostersonntag aber das Frühjahr ausbrach, und in der Sonntagsmesse die neue kurzen Hosen vorgeführt wurden.

Die Fichtennadeltabletten am Samstagnachmittag in der Badewanne waren wie „ein Rausch“ und die Heimbach-Wallfahrt war für die Dorfjugend damals in erster Linie „eine sportliche Herausforderung“.

Der Autor weiß, „dass bei allen Menschen aus meiner Generation, die auf dem Land groß geworden sind, bei meinen Geschichten sofort die Kindheitserinnerungen aufleben“, wenngleich er sich auch erlaubt „das Element der Übertreibung“ einzusetzen.

So hätten auch durchaus jüngere Leute ihre Freude an den Geschichten aus früherer Zeit: „Das ist wie ein Reise in eine exotische Welt, auch wenn sie nur 50 Jahre zurückliegt.“

Damals habe eben die Langsamkeit das Leben im Dorf geprägt. „Es dauerte Jahrzehnte bis sich Veränderungen durchsetzten.“ Heute aber spielten sich Veränderung rasend schnell ab. „Vieles kommt mir vor wie eine flüchtige Zeiterscheinung“, blickt Hammerschmidt ein wenig nostalgisch zurück.

Neuerungen hätten oft nur noch den Effekt, dass man sich gleich frage, wie sich die neue Errungenschaft noch optimieren lasse. So bezeichnet er seine Geschichten auch als „einen Abgesang auf eine Welt, die es nicht mehr gibt“.

Die heutige Welt sei für die Kinder nur noch virtuell. Hammerschmidt: „Wer schaut denn heute noch zum Fenster hinaus? Es spielt sich doch alles auf dem Bildschirm ab.“

So sieht sich der heute in Aachen lebende Autor auch als „Wiederentdecker der alten Zeit“, und wenn die Leute dann beim Lesen seiner Geschichten schmunzeln, „dann ist es noch besser“.

Jupp Hammerschmidt: „Der Korbwagen und andere Geschichten aus der Eifel“, Grenz-Echo-Verlag Eupen, 143 Seiten, 10 Euro, erhältlich im örtlichen Buchhandel.

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