Junior-Ranger im Nationalpark lieben einzigartige Atmosphäre

Von: Sarah Maria Berners
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Sie kennen sich gut aus im Nationalpark Eifel: die Junior-Ranger Julia Wilden, Emma Riester und Simon Pawlak. Sie alle finden es viel schöner, draußen in der Natur zu sein, als drinnen vor dem Computer oder der Glotze zu hocken. Foto: Sarah Maria Berners
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Nina Lohr ist Forstwirtin und Rangerin im Nationalpark Eifel. Sie bildet auch die Junior-Ranger aus.

Düttling. Der Eichelhäher ist Simon Pawlaks Lieblingstier im Nationalpark Eifel. „Der Vogel fliegt unheimlich schön und er hilft den Bäumen, sich auszubreiten. Er trägt nämlich die Eicheln, also die Früchte des Baumes, von einem Ort zum anderen“, erklärt der Zwölfjährige.

Woher er das weiß? Simon Pawlak ist Junior-Ranger im Nationalpark. Ein Jahr lang hat er sich rund um die Wildniswerk-statt in Düttling ausbilden lassen. Auch Emma Riester und Julia Wilden dürfen nun eine Weste mit dem Junior-Ranger-Abzeichen tragen, alle 14 Tage haben sie in Düttling spannende Dinge über die Natur gelernt, ein Überlebenstraining gemacht und aus Holz Bilder und Flöten geschnitzt.

„Ich wollte in meiner Freizeit unbedingt etwas in der Natur machen“, erklärt die 13 Jahre alte Julia. „Ich liebe die einzigartige Atmosphäre, und ich mag den Wald einfach total gerne.“ Ihre Freundin Emma findet die Luft im Wald schön und genießt es daher, draußen zu sein.

Viele Wege gehen

„Als Junior-Ranger muss man vor allen Dingen gut laufen können“, erzählt Julia lachend. Schließlich sei man ständig draußen unterwegs, um die Natur zu entdecken. „Außerdem ist es wichtig, dass wir gut zuhören und uns die Sachen, die wir lernen, auch merken“, ergänzt Emma. Die Kinder aus der Eifel sind drei von 120 Junior-Rangern, die im Nationalpark seit 2009 ausgebildet wurden.

Pro Jahr können 15 Kinder mitmachen, die Nachfrage ist aber immer viel größer. Forstwirtin Nina Lohr hat den Kindern erklärt, wie sie anhand der Blätter verschiedene Bäume unterscheiden können, welche Beeren giftig sind und welche Regeln es im Nationalpark Eifel gibt.

„Wir möchten, dass die Kinder sich mit der Natur, mit dem Nationalpark identifizieren können“, erklärt die Forstwirtin. Die Kinder im Alter von sieben bis 14 Jahren sollen lernen, warum die Natur geschützt wird und warum es einen Nationalpark gibt. „In den ersten Jahren dürfen im Nationalpark zum Beispiel noch Bäume wie die Douglasien gefällt werden“, erklärt Emma. „Später aber soll der Nationalpark wieder ganz wild werden, ohne dass der Mensch an der Natur etwas verändert.“

Ziel des Junior-Ranger-Programms, das es nicht nur in der Eifel gibt, ist es, dass Kinder sich für die biologische Vielfalt begeistern sollen und dadurch für Natur- und Umweltschutz sensibilisiert werden.

Die Junior-Ranger haben sich aber nicht nur mit dem Verhältnis zwischen Mensch und Natur beschäftigt. Sie haben sich auch angeschaut, wie die Tiere im Wald zusammenleben und dass das Leben im Wald gar nicht so einfach ist.

„Wir haben einmal einen Vogel gespielt, der Futter für seine Jungen suchen musste. Gleichzeitig musste er aber auch aufpassen, dass Fressfeinde wie der Marder niemandem etwas tun. Das ist ganz schön stressig“, betont Emma.

Auch Vorbild sein

Die ausgebildeten Junior-Ranger treffen sich nur noch viermal im Jahr, um ihr Wissen aufzufrischen und gemeinsam Spaß zu haben. Sie sind aber auch dafür da, um ihr Wissen an andere Menschen – Erwachsene und Kinder – weiterzugeben. „Wenn unsere Kinder Führungen machen, an denen dann ja auch wieder Kinder teilnehmen, begegnen sich die Jungen und Mädchen auf Augenhöhe. Und die Besucher-Kinder trauen sich viel schneller, Dinge zu fragen“, erklärt Nina Lohr.

„Als Junior-Ranger müssen wir natürlich auch Vorbilder sein“, betont Simon. So wissen sie, dass man aus dem Nationalpark zum Beispiel keine Pflanzen mitnehmen darf.

Und wenn die Junior-Ranger sehen, dass im Wald Müll liegt, dann ärgert sie das sehr. „Ich habe mit einer Freundin schon einmal Müll aus dem Wald gesammelt. Da ist ganz schön was zusammengekommen“, erzählt Julia. Ihre Freundin Emma ergänzt: „Sowas muss ja wirklich nicht sein.“

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