„Jungfrau-Marathon“: Konzenerin läuft durch die Schweizer Alpen

Von: M. S.
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Alpine Bergriesen im Rücken, das Ziel Kleine Scheidegg vor Augen: Stephi Schütz gönnt sich auf 1200 Meter Höhe, bei der Etappe Lauterbrunnen, eine Fotoauszeit vom Jungfrau–Marathon.

Nordeifel. Schon als Fünfjährige zählte sie zu den Turnküken ihres Heimat-Sportvereins TV Konzen. Als Jugendliche war die 2000–Meter Mittelstrecke ihre Spezialdistanz bei überregional bestrittenen Leichtathletik–Bahnwettkämpfen. Bei zwölf Marathonläufen war sie seit 2006 dabei. Nun folgte sie dem verlockenden Ruf gleich mehrerer Berge.

Vor wenigen Tagen kehrte Stephi Schütz von der enormen Herausforderung des 21. „Jungfrau–Marathons“ aus den Schweizer Alpen zurück – und das mit fantastischen Leistungen. Dieses mit Athleten aller Nationen besetzte Bergrennen gilt in Läuferkreisen als das anspruchsvollste der Welt. Freilich auch als das „faszinierend einzigartige im Anblick der Traumkulissen von 4000er Bergriesen wie Eiger, Mönch und Jungfrau“, wie Urs Graf von der mitausrichtenden Kommune Interlaken feststellt.

Im mondänen Skiparadies erfolgte der Startschuss, Zielankunft und Siegerehrung fanden auf 2100 Meter, bei der Kabinenbahn–Station Kleine Scheidegg, statt. Hier krönte auch ein ganz Großer im Kreis internationaler Top-Ausdauerathleten seine einzigartige Karriere. Der Schweizer Extremsportler Viktor Röthlin, Marathon–Europameister von 2010, wird seine Karriere nach rund 30 absolvierten Marathonläufen in vielen reizvollen Regionen bald beenden. Röthlin räumt mit großem Respekt ein, dass „ich mich schon fragte, warum ich mir den riesigen Jungfrau–Marathon überhaupt antue, ich war mir der gewaltigen Herausforderung samt Risiko zu scheitern, stets bewusst. Schließlich ist dieser unvergleichlich schwierige Gebirgswettkampf etwas komplett anderes als die 42 Kilometer in flachem Gelände“.

4000 Teilnehmer aus aller Welt machten sich auf die mit Naturschikanen gespickte Strecke im Kletterparadies Berner Oberland. Den Schwierigkeitsgrad der Berg– und Talpiste schätzen Experten „dreimal höher ein, als den Monschau–Marathon, und der gehört schließlich europaweit zu den absolut fünf Schwergewichten in der Ausdauer–Laufkategorie“.

Stephi Schütz kam in der beeindruckenden Zeit von 4:58:39 Stunden ins Ziel und war damit die 138. Frau im Starterfeld. In ihrer Altersklasse erreichte die 34–jährige Nordeifelerin Rang 58.

Heimische Begleitung

Sie wurde von ihren Landsleuten Marc Winslow und Gero Iwan begleitet. Winslow lebt heute in Berlin und arbeitet als Arzt, den Roetgener Iwan lernte Stephi beim Lauftreff kennen, und daraus entwickelte sich eine erbauliche Sportlerkameradschaft.

Apropos Lauftreff: „Der von Helmut Hoff trainierten Laufgruppe des TV Konzen verdanke ich viel taktisches Können, Kondition, Stil und Erfahrung. In dieser Gemeinschaft fühle ich mich wohl.“

Für Stephi Schütz scheint der Lauf in den Schweizer Alpen ein ganz besonderes Erlebnis gewesen zu sein: „Es ist der unbeschreibliche Aufenthalt in freier Natur und unberührter Bergwelt, das überwältigende Glücksgefühl beim Zieleinlauf, danach das erholsame Beisammensein und gute Gespräche mit gleichgesinnten Athleten aus aller Welt. Bis Kilometer 36 war der Wettbewerb für mich Genuss pur, erst im Endspurt waren meine Kraftreserven verbraucht. Beim Laufen kann ich wunderbar abschalten, der Kopf wird frei, die Gedanken klar. Man schöpft physisch und psychisch frische Reserven.“

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