Junges Grenzlandtheater spielt für 400 Schüler

Von: hes
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Manuel Bashirpour und Lea Fleck spielten ihre Rollen als Flüchtlingsjunge Asip und als aufgekratzte Göre Jenny überaus authentisch. Foto: Heiner Schepp
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180 Mädchen und Jungen am St. Michael-Gymnasium kamen in den Genuss der Bildungszugabe, in deren Rahmen das junge Grenzlandtheater in der Aula gastierte. Foto: Heiner Schepp

Monschau. Freundschaft und Familie, Schule und Zukunft, Gefühle und Ängste – dies alles sind beliebte Themenfelder bei Theaterstücken für ein junges Publikum. Und genau darum geht es auch bei „Asip und Jenny“, der aktuellen Produktion des jungen Aachener Grenzlandtheaters „Greta“, das nun gleich drei Tage lang in der Aula des Monschauer St. Michael-Gymnasiums gastierte.

Fast 400 Jugendliche von vier weiterführenden Nordeifeler Schulen verfolgten im Rahmen der Bildungszugabe der Städteregion Aachen das 70-minütige Zwei-Mann-Stück und kamen hinterher mit den beiden jungen Darstellern und Theaterpädagogin Anja Geurtz ins Gespräch.

Das zumindest teilweise auf tatsächliche Geschehnissen basierende Stück von Angela Schneider nimmt zu den oben genannten Themen einen weiteren, ganz aktuellen Aspekt, mit hinein: Asip ist ein Junge aus Afghanistan, der Terror erlebt hat und nun die neue Heimat Deutschland mit ganz anderen Augen sieht als Jenny. Die beiden Schüler treffen sich zufällig an einem Baugerüst, als Jenny sich hinunterstürzen will, weil sie sich von allen verlassen fühlt. Der Stiefvater ist ausgezogen, die Mutter interessiert sich nur für den Beruf und der Freund ist jetzt mit ihrer besten Freundin zusammen. Asip aber reißt sie zurück – und hört ihr zu.

Dabei ist Jenny unsensibel, vorschnell im Urteil und egozentrisch, aber eben auch sehr verletzt. Asip versucht zu verstehen, warum Jenny mit ihrem behüteten Leben so unzufrieden ist. Sehr behutsam beginnt er, ihr die Augen für die Verhältnisse und Gefühle ihrer Mitmenschen zu öffnen und ihr Mut zu machen, Verantwortung für das eigene Leben zu übernehmen. An drei Abenden schafft es der Junge aus Afghanistan, Jenny neuen Mut zu machen. Doch Jenny wird ihrerseits erst in dem Moment zur Unterstützerin von Asip und seinen Lebensträumen, als sie von seinem Leben erfährt und dass er seinen Vater verloren hat.

Regisseur Markus Hartmann schafft den Spagat zwischen Moral und Theaterspiel, nah an der Lebenswirklichkeit der Zielgruppe, ohne den mahnenden Zeiegefinger. Lea Fleck rauscht als Jenny überzeugend von einem Gefühlstaumel in den nächsten, und auch Manuel Bashirpour stellt Asip sehr authentisch dar.

Die Schülerinnen und Schüler der beiden Monschauer Realschulen, des Gymnasiums sowie der Förderschule Nordeifel spendeten viel Applaus für die beiden jungen Schauspieler und erfuhren manch Interessantes aus deren Privat- und Künstlerleben. Und die Befragung durch Theaterpädagogin Anja Geurtz zeigte, dass die Botschaften des Stücks beim sehr aufmerksamen jungen Publikum angekommen waren.

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