Junge Harfenistin glänzt bei Konzert in Stadtkirche

Von: Josef Schreier
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Johanna Dorothea Görißen in der Stadtkirche. Foto: J. Schreier

Monschau. Die Konzertangebote der Evangelischen Kirchengemeinde Monschauer Land betreten immer wieder Neuland. Am vergangenen Samstag konnte ein begeistertes Publikum in der voll besetzten Stadtkirche erneut etwas Besonderes genießen: ein Harfenkonzert, das die junge Harfenistin Johanna Dorothea Görißen bestritt.

Die junge Dame aus Walsrode in Niedersachsen hat nach Imgenbroich familiäre Verbindungen, so dass sich die Idee ergab, die bereits mit vielen Preisen bedachte, erst 16-jährige Musikerin nach Monschau einzuladen.

Es hat sich gelohnt. Die steile Laufbahn der hochbegabten jungen Frau – zuletzt gab es 2014 den 1. Preis im Wettbewerb „Jugend musiziert“ – ließ sich anhand der dargebotenen Leistung nachvollziehen. Bei den anspruchsvollen Werken, die die Künstlerin darbot, bewies sie neben einer großen technischen Fertigkeit auch eine ungewöhnlich reife musikalische Gestaltungskraft. So ging es nicht nur um eine perfekte Darbietung des Notentextes; vielmehr machte eine ausgefeilte Strukturierung und eine differenzierte Dynamik jedes Stück zu einem Erlebnis.

Der Vater der jungen Künstlerin, Ralf Görißen, gab zu den Stücken kurze Einführungen. So wurde deutlich, dass das erste Stück, Louis Spohrs Fantasie op. 35 aus dem Jahre 1806, zu denjenigen Werken zählt, die eine eigenständige Harfenliteratur begründete. Johanna Dorothea Görißen bot das Stück auf versierte Weise dar.

Dass die Harfe aber auch in neuerer Zeit die Komponisten beschäftigte, bewies das nächste Stück, Paul Hindemiths Sonate für Harfe aus dem Jahre 1939. Hindemith schrieb dieses Werk im amerikanischen Exil; er ließ dabei die eigene Angefochtenheit jener Zeit nur in der literarischen Anspielung anklingen, die dem dritten Satz des Werks zugrunde liegt, ein melancholisches Gedicht des früh verstorbenen Goethe-Zeitgenossen Ludwig Hölty. Wie die junge Künstlerin dieses hintergründige Werk auf leicht zugängliche, Weise darbot, war ein Erlebnis.

Die Französische Suite Nr. 6 von Johann Sebastian Bach war das einzige Werk des Programms, das nicht schon im Original für Harfe geschrieben ist – in diesem Fall für ein Tasteninstrument. Dieser Umstand mag einige wenige Schwierigkeiten für die junge Künstlerin mit sich gebracht haben, die aber dem insgesamt überzeugenden Gesamteindruck keinen Abbruch taten.

Ganz in ihrem Element war sie wieder bei den abschließenden französischen Werken. Bei der „Elegie“ des zeitgenössischen Komponisten Bernard Andrès konnte sie mit besonderen Effekten glänzen. Auch das „Impromptu“ von Gabriel Fauré gab Görißen keine Probleme auf.

Dem Publikum, das dem musikalischen Ereignis und einer sympathischen Künstlerin applaudierte schenkte Johanna Dorothea Görißen noch eine Zugabe.

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