Julisommer wie aus dem Bilderbuch

Von: kjl
Letzte Aktualisierung:
juli-wetterbild
Nach heißen und trockenen Tagen zum Monatsbeginn mit örtlichen Starkgewittern steuerten die Temperaturen auf neue Hitzerekorde zu, und nur der Sprung ins kühle Nass brachte ein wenig Erfrischung. Dann aber sorgte das letzte Monatsdrittel im Juli für Foto: P. Stollenwerk

Nordeifel. Jeder hat es am eigenen Körper gespürt, dieser Juli war nicht normal. Im Kreis Aachen lag die Mitteltemperatur um 2,5 bis 3,0 Grad über dem langjährigen Durchschnitt.

Nach heißen und trockenen Tagen zum Monatsbeginn mit örtlichen Starkgewittern steuerten die Temperaturen auf neue Hitzerekorde zu. Nur aufgrund der leichten Abkühlung im letzten Monatsdrittel wurde die Rekordmarke des Juli 2006 („Fußball-Sommermärchen”) nicht mehr übertroffen.

Durch die Regenfälle Ende Juli und jetzt Anfang August wünschen sich viele das heiße Sommerwetter zurück, andere fürchten die erneute Hitze.

Das Mittel aller Tag- und Nachttemperaturen betrug in den Niederungen des Kreises rund um Aachen 21,1 Grad (im Juli 2006 sogar 23,4 Grad); auf den Nordeifelhöhen schwankte das Mittel zwischen 17,5 und 18,0 Grad. Im vierwöchigen Zeitraum 21. Juni bis 21. Juli wurde der Höhepunkt des Sommers 2010 gemessen (22,5 Grad im Schnitt fast wie 2006).

Die absolut heißesten Tage des Monats mussten wir vom 9. bis 11. Juli ertragen, am letzten Wochenende vor den Sommerferien. Die Spanne reichte von 33,3 in Kalterherberg auf 550m bis 37,1 Grad an der Deponie in Warden.

Die Wetterstation Aachen meldete am 10. Juli einen neuen Dekadenrekord für das erste Monatsdrittel des Juli. Mit 36,4 Grad wurde der Rekord vom 2.Juli 1894 (35,2 Grad) deutlich übertroffen. Über 24 Stunden betrachtet war der 10. Juli mit einem Tagesmittel von 28,4 Grad der zweitwärmste Tag der letzten 30 Jahre, den ersten Platz belegt der 12. August 2003 mit 29,0 Grad.

Sogar in den Hochlagen des Nationalparks Eifel wurden vier Tropentage (mehr als 30 Grad) registriert. In den Niederungen waren es enorme 11 bis 13 Tropentage. Nur im Juli 1994 (14) wurden in Aachen mehr Hitzetage registriert als jetzt (11) und das seit mehr als 100 Jahren.

Trotz der trüben Tage im letzten Monatsdrittel machte die Sonne insgesamt Überstunden bis zum 20. Juli. Die positiven Abweichungen betrugen 25 bis 35 Prozent, wobei die Hocheifel auch gut bedient wurde. Hier einige Summen, die das verdeutlichen: Aachen 268, Eschweiler 275, Kalterherberg 247, Windpark Wahlerscheid 285 und Mützenich 222 Stunden. Der bisher längste Julisonnenschein von 320 Stunden (2006) wurde also nicht erreicht.

Bis zum 22. Juli fiel Niederschlag nur punktuell oder in unwetterartigen Gewittern. Später kamen dann auch einige flächendeckende Schauer hinzu.

Die monatlichen Summen wurden durch die teils heftigen Gewitter munter durcheinander gewirbelt. Besonders hohe Niederschlagsmengen mit Überflutungen wurden aus Höfen gemeldet (88,2 l/qm am 3.Juli in nur 45 Minuten). Auch Strauch mit gewittrigen 65 l/qm und die Perlenbachtalsperre mit 68 l/qm am 3. Juli hatten Unwetterpotential. Die trockensten Orte mit Wetterstationen im Kreisgebiet waren Roetgen (78 l/qm) und Alsdorf-Warden mit 56 l/qm. Der größte Monatssumme fiel in Höfen mit 162 l/qm.

Im Rahmen der Böenwalze (meist ohne Gewitter) am 12. Juli wurden enorme Windstärken notiert: Wahlerscheid Windpark 93 km/h, Eschweiler 96 km/h, Aachen 99 km/h und Kalterherberg 102 km/h.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert