Jugendtheater: Ein vergifteter Affe und jede Menge Chaos

Von: Alina Schreiber
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Mit nur sieben Spielerinnen war es zunächst schwierig, ein geeignetes Stück zu finden: Die Jugendgruppe des Theatervereins „Concordia“ Mützenich entschied sich für „Wasserrohrbruch im Polizeipräsidium“ von Otmar Hansert und begeisterte damit ihr Publikum. Foto: A. Schreiber

Mützenich. „Ich möchte eine Anzeige erstatten!“, verlangt Musikerin Magda Mauerblümchen, nachdem sie drei Mal anklopft und den Polizeipräsidenten Ansgar Nix ordnungsgemäß begrüßt hat. Ihr Affe wurde vergiftet und das war nicht die einzige schreckliche Tat, die das Dorf Burgenheim in Aufruhr versetzte.

Die Jugendgruppe des Theatervereins „Concordia“ Mützenich präsentierte am 26. und am 27. April jeweils um 17 Uhr das Theaterstück „Wasserrohrbruch im Polizeipräsidium“ von Otmar Hansert, und unterhielt das Publikum im Saal des Nassenhof prächtig.

Mit nur sieben Spielerinnen war es zunächst schwierig, ein geeignetes Stück zu finden, aber dieses hat sofort zu ihnen gepasst. „Die wollten kein Märchen spielen, sondern was Alltägliches“, sagt Marie Claßen, die unter anderem als Leiterin mitwirkte.

Das Büro des Polizeipräsidenten Nix muss auf die Straße verlegt werden, da es im Haus zu einem gewaltigen Wasserrohrbruch gekommen ist. Daher ist die Laune des Beamten ziemlich angespannt, denn auch sein Stellvertreter ist kurzfristig in Urlaub gefahren und hat Nix auf der gesamten Arbeit sitzen lassen. Nun steht er vollkommen unter Stress, da viele Dorfbewohner, wie auch Magda Mauerblümchen, verschiedene Anliegen haben.

„Dieser Dreck!“, stürmt Straßenfeger Klaus Kniehoch, der mit Elan von Eva Meyer gespielt wurde, fluchend auf die Bühne. Aber noch bevor er Weiteres sagen kann, ernennt Nix ihn zum Vize-Polizeipräsidenten. Und so nimmt das Chaos seinen Lauf.

Gefängnis überfüllt

Bürgermeister Franz Karl-Karl Niegeheim, dessen Rolle Rebecca Wenzel übernahm, wird in ein Toilettenhaus eingesperrt, weshalb er nun ebenfalls eine Anzeige verlangt. Magda Mauerblümchen, verkörpert durch Pia Wenzel, sieht in Bürgermeister Niegeheim den Täter der Affenvergiftung, worauf ihn Vize-Polizeipräsident Kniehoch ins Gefängnis führt. Gute Arbeit hat er geleistet, während Nix, dessen Rolle Mona Lenzen spielte, faul in seinem Liegestuhl verweilt und sich das Spektakel aus sicherer Entfernung anschaut.

Aber es dauert nicht lange, bis auch der nächste Fall für Unruhe im Präsidium sorgt. Frau Baronin Katarina von und zu Hochhinaus, die von Anna Gilleßen dargestellt wurde, stürmt wütend und völlig außer sich auf die Bühne, weil man ihr am Morgen die rosafarbene Unterhose auf einen Fahnenmast gezogen hat. Die Diskussion ist wieder groß, da nun jeder jeden als Täter darstellt und alle Akteure gegeneinander kämpfen. Ein mit den Worten „Wegen Überfüllung geschlossen“ signiertes Schild hängt Kniehoch letztendlich auf, um den Zustand im Gefängnis auf den Punkt zu bringen. Doch dann kommt auch schon die Fahrradtouristin Rita Humburg, gespielt von Sabrin Chebil, ins Präsidium und äußert ihr Problem, das auf eine weitere Anzeige hinausläuft.

Nach weiteren Diskussionen und Beschuldigungen ist jedoch der wirkliche Täter gefunden. Nix, der sich die ganze Zeit über geschickt vor den Ermittlungen drückt, ist der Übeltäter und hat die Stadt unsicher gemacht, weil er genervt und mit seiner Arbeit überfordert ist. Aber all diese Verbrechen sind schnell vergeben und vergessen – allerdings unter der Voraussetzung, dass er in der nächsten Zeit die Straße fegt. So findet das Chaos, das von Eva Claßen als Sprecherin für das Publikum oft erklärt und beseitigt wurde, ein doch recht überschaubares Ende.

Anschließend folgte noch ein kleiner Sketch von vier jungen Erwachsenen, der die Menge ebenfalls prächtig amüsierte. Florian Bauer als Großvater, Claudia Schweiß, Sonja Funken und Michael Funken als dessen Kinder veranschaulichten auf unterhaltsamem Wege eine Familiendiskussion der etwas anderen Art. Der Großvater hat eine neue Freundin gefunden, die er in Kürze heiraten wollte, wovon seine Kinder natürlich eher weniger begeistert waren. So entstand ein heiteres Gespräch, das dem Publikum immer wieder das Lachen ins Gesicht zauberte.

Unter der Leitung von Nadine Thomas, Ronja Läufer und Marie Claßen bot die Jugendgruppe ihren Zuschauern beste Unterhaltung.

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