Nordeifel - Jugendherbergwerk feiert Geburtstag

Jugendherbergwerk feiert Geburtstag

Von: M. S.
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Gehen optimistisch in ein neues DJH- Jahrhundert: Die Leiter der Nordeifeler Jugendherbergen, Thomas und Sieglinde Ritter, Thomas Kralik und Michael Drewniok (von links). Foto: Manfred Schmitz

Nordeifel. Eine Jahrhundertidee, aus der Not geboren, doch bis heute zu Erfolg mit Dauerblüte geeilt, wird 100 Jahre alt: Im Sommer 1909 schlug im sauerländischen Altena die Geburtsstunde des Deutschen Jugendherbergwerks.

Dieses Jubiläum wird Sonntag, 17. Mai, in allen rheinischen Jugendherbergen des DJH-Landesverbandes gebührend gefeiert. Eine Reihe weiterer Veranstaltungen - bundesweit wie international - werden das erinnerungsträchtige Stiftungsfest über das restliche Jahr hinweg begleiten.

Die Nordeifeler Jugendherbergen, in Monschau, auf dem Hargard und auf der Burg, sowie in Rurberg, haben sich am 17. zu einem abwechslungsreichen Aktionstag mit interessantem Programm für Groß und Klein zusammengetan, um ihrem Publikum viel zu bieten. Dies wurde im Gespräch mit den Herbergsleitern Thomas und Sieglinde Ritter (Hargard), Thomas Kralik (Rurberg) und Michael Drewniok (Burg Monschau) deutlich.

Alle stehen mit ihrem Schaffen im Vermächtnis des Lehrers Richard Schirrmann, der sich im Sommer 1909 mit seinen Schülern auf einwöchige Wander-Klassenfahrt von Altena nach Aachen machte und jeden Abend schlimme Erfahrungen mit wenig gastfreundschaftlichen Landsleuten und unwirtlichen Quartieren sammeln musste, wenn es darum ging, ein Nachtlager für die Gruppe zu finden.

„Plötzlich überfiel mich der Gedanke: Jedem wanderwichtigen Ort in Tagesmarsch- Abständen gleich Schule oder Turnhalle auch eine gastliche Herberge zur Einkehr für die wanderfrohe Jugend Deutschlands, ohne jeden Unterschied, zu errichten”, schrieb der Pädagoge in sein Tagebuch. Gedacht, getan, und seither gilt der 26. August 1909 als Gründungstag der Jugendherbergsbewegung.

4000 Herbergen in 80 Staaten

Inzwischen verfügt das Herbergswerk bundesweit über rund 600 Häuser mit weit mehr Angeboten als Kost und Logis. Der Verband ist damit mit Abstand größter Anbieter von Jugenduntekünften. Doch Schirrmanns Vision wurde nicht nur in Deutschland wahr; das Internationale Jugendherbergsverbandes zählt inzwischen mehr als drei Millionen Mitglieder und unterhält in mehr als 80 Staaten gut 4000 Herbergen mit 35 Millionen Übernachtungen pro Anno.

Schirrmanns Philosophie und Mission haben bis heute nichts von ihrer ursprünglichen Bedeutung eingebüsst, wenngleich Herbergen heutzutage nicht mehr allein die Domäne von Rucksacktouristen, Wanderern und Schulklassen darstellen. Viele Familien reisen im Auto an, Angehörige aller Generationen möchten mehr als reine Unterkunft. Sie suchen in aller Herren Länder Ausgangspunkte für Entdeckungsreisen in Geschichte, Natur und Kultur.

Natur und Abenteuer

„Wir sind offen für Menschen jeder Herkunft und Weltanschauung”, so das Kredo des Ehepaars Ritter, Thomas Kraliks und Michael Drewnioks, „die Jugendherberge blieb ihrer ursprünglichen Aufgabe treu, steigerte aber stetig ihr Qualitätsangebot.”

Dieses Anliegen soll auch am „Sonntag der offenen Türen” und durch attraktive Präsentationen deutlich werden. Da die drei Nordeifeler gastlichen Stätten in Bezug auf Gästealter und Aktionssparten unterschiedlich strukturiert sind und demzufolge auch verschiedene Zielgruppen ansprechen, ergänzen sie sich in ihrer Angebotspalette geradezu ideal.

Der Rurberger DJH-Stützpunkt etwa profilierte sich überaus erfolgreich mit dem Programm „Natur und Abenteuer”. Erlebnispädagogik im Hochseilgarten, Kletterprogramm inklusive, stehen ganz oben im Aktivitätenprogramm.

„Bis zu 120 Personen können sich gleichzeitig im Garten betätigen, 80.000 Besucher haben das binnen der vergangenen zehn Jahre mit Vergnügen getan, noch nie ist jemand zu Schaden gekommen”, betont Leiter Kralik.” Auch der malerische Rursee und der umliegende Eifelwald sind in das vitale Erlebnisprogramm der Herberge einbezogen. Weil „100 Jahre DJH” ein nicht alltägliches Jubiläum bedeutet, gebe es zur Feier des Tages, kündigt Kralik an, Kaffee, Kuchen und andere Speisen und Getränke für jeweils hundert Cent”.

Die Burg ist Programm

„Die Monschauer Burg ist unser Programm”, stellt Michael Drewniok klar. Er verweist auf ein zur Nebensaison unterbreitetes Pauschalprogramm seiner Einrichtung: „In der Hauptsaison gestalten die Reisegruppen ihren eigenen Tag, die Monschauer Altstadt mit ihren Sehenswürdigkeiten spielen darin Hauptrollen.”

Sonntag soll die mittelalterliche Festung erstürmt werden; diese friedliche Belagerung dürfte die Herzen edler Knappen und Burgfräulein höher schlagen lassen, schätzt Burgherr Drewniok.

Die Jugendherberge Hargard wirbt mit Naturerlebnis pur, und qualifizierte Führungen ins einzigartige Hohe Venn, sportives Bewegen in geselligem Kreis steht im Mittelpunkt.
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