Monschau - Jugendherberge Hargard: Die ersten Gäste sind schon wieder da

Jugendherberge Hargard: Die ersten Gäste sind schon wieder da

Von: Andreas Gabbert
Letzte Aktualisierung:
12700950.jpg
Die Jugendherberge Hargard wurde für mehr als 3 Millionen Euro umfangreich saniert: Die Herbergseltern Sieglinde und Thomas Ritter freuen sich, nach mehrmonatiger Bauzeit jetzt wieder Gäste begrüßen zu können. Foto: A. Gabbert

Monschau. „Das war eine Punktlandung“, sagt Thomas Ritter, der Herbergsvater der Jugendherberge Hargard. Bis Samstagmittag wurde dort noch fleißig gearbeitet, und um 13.30 Uhr zogen schon die ersten Gäste wieder ein. „Bis dahin sollte alles fertig sein“, erklärt Ritter.

Einige Arbeiter sind noch im und rund um das Gebäude unterwegs. Sie erledigen noch den Anstrich der Personalräume, legen Rasenflächen an und setzen Farbakzente in grün und orange, den dominierenden Farbtönen in der frisch sanierten Herberge. Auch die Container am Eingang der Jugendherberge erinnern noch an die Baustelle. „Bis Ende nächster Woche ist aber alles weg“, sagt Ritter.

Für die Umbau- und Sanierungsarbeiten gab es drei Gründe. Es ging um die Erfüllung von Brandschutzauflagen, um eine energetische Sanierung und eine „notwendige“ Modernisierung des Gebäudes aus den 1960er Jahren. Mit einer zeitgemäßen Ausstattung wurde ein höherer Standard für die Gäste geschaffen.

Dazu gehört zum Beispiel die Ausstattung aller Zimmer mit einer Nasszelle. „Das ist heute auch in Jugendherbergen Standard. Der Gast verlangt das. Eine eigene Nasszelle für jedes Zimmer ist wichtig, egal wie groß sie ist“, sagt Ritter. Dafür investierte der Landesverband Rheinland des Deutschen Jugendherbergswerks mehr als drei Millionen Euro.

Ein Abriss des Gebäudes und ein anschließender Neubau waren nicht in Frage gekommen. „Der Entwurf von Stephan und Ursula Legge war damals zukunftsweisend, so dass man das hier auch heute noch erhalten möchte“, erläutert Ritter.

Ende Oktober 2015 schloss die Jugendherberge. Das Haus wurde geleert und das Mobiliar ausgelagert. Das Gebäude wurde entkernt, Wände wurden eingerissen, Fliesen abgeschlagen und die Bodenbeläge entfernt. Die ehemalige Wohnung der Herbergseltern, die mittlerweile in Rohren wohnen, wurde in Gästezimmer umgewandelt.

So stieg die Zahl der Zimmer von 24 auf 32, die Zahl der Betten liegt heute bei 132. Es gibt nun Einbettzimmer und Zimmer mit zwei, vier oder sechs Betten, darunter auch ein behindertengerechtes Zimmer – ebenerdig, mit breiten Türen und einer Nasszelle, die auch mit dem Rollstuhl erreichbar ist. Die beiden neuen und circa 100 Quadratmeter großen Tagesräume sollen verstärkt auch Musikvereine, Chöre, Familien und andere Gruppen ansprechen.

Die Eingangshalle wurde offen und mit viel Glas gestaltet. Dort gibt es einen Loungebereich, eine Kaminecke und eine Rezeption. Auch einige „alte“ Elemente sind noch erkennbar. „Nicht um zu sparen, sondern weil sie ganz bewusst erhalten bleiben sollten“, sagt Ritter. Die Strom- und Wasserleitungen wurden erneuert, eine neue Brandmeldeanlage wurde installiert, und im Außenbereich wurden neue Fluchttreppen angelegt.

Außerdem hat die Jugendherberge eine neue Dämmung und eine neue Heizungsanlage mit einem Blockheizkraftwerk erhalten. Auch der Innenhof wurde neu und eben gestaltet. Nur die Küche und das große Außengelände blieben von den Arbeiten weitgehend verschont. „Jede Schraube und jedes Rohr sind hier inzwischen erneuert worden“, sagt der Herbergsvater.

Das mache sich an vielen Stellen bemerkbar. „Die neue Dämmung macht zum Beispiel eine Menge aus. Dadurch ist es im Haus auch viel ruhiger geworden. Man merkt gar nicht mehr, wie viele Gäste da sind“, sagt er.

Eigentlich sollte der beauftragte Generalunternehmer die Arbeiten bis zum 24. Juni abgeschlossen haben. Es sei aber schnell klar gewesen, dass dieses Ziel nicht einzuhalten war, da während der Bauphase der Rahmen der Maßnahmen erweitert worden sei, erklärt Ritter.

Außerdem habe sich der Ersatz des alten Holzdaches durch ein Stahltrapezblech-Dach durch die ständigen Niederschläge im Winter verzögert. „Die Arbeiter haben hier einen fantastischen Job gemacht. Sie sind auf unsere Wünsche eingegangen. Sie waren auch abends spät und am Wochenende im Einsatz und haben alles noch rechtzeitig geschafft“, lobt Sieglinde Ritter, die die Jugendherberge gemeinsam mit ihrem Mann leitet.

Thomas Ritter ist seit 1979 für das Jugendherbergswerk tätig. Zunächst als Zivildienstleistender in der Jugendherberge Hargard, später als Angestellter und seit 1986 als Leiter. Auch in Zukunft will er die Herberge als „kleines, aber feines Haus“ präsentieren und den familiären Charakter erhalten. „Wir möchten uns modern, aber nicht als Hotel präsentieren“, sagt er.

In Zukunft wolle man mit der neuen Ausstattung der Zimmer, dem großen Außengelände und der reizvollen Umgebung verstärkt Familien und Vereine anziehen, die Hauptklientel blieben aber Schulen und Jugendgruppen, erklärt Ritter. Dabei sei jetzt schon eine Veränderung spürbar. Ab der nächsten Woche sei die Herberge täglich mit 20 Familien belegt.

Am kommenden Wochenende seien auch viele Sportler, die am Monschau-Marathon teilnehmen, in der Jugendherberge untergebracht. „Die wollen sich auch nicht mehr auf eine Luftmatratze legen und erwarten etwas Komfort“, sagt Ritter. Bis zum Ende des Jahres rechne er noch mit rund 9000 Gästen.

Im vergangenen Jahr habe man trotz der Schließung Ende Oktober 17.500 Übernachtungen gezählt. Sonst seien 18.000 bis 19.000 möglich. „Monschau ist nach wie vor ein Magnet. Das zeigt, dass die Stadt genügend Potenzial hat, um zwei Jugendherberge füllen zu können“, sagt Ritter.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert