Strauch - Johannes Remmel: Umweltminister streckt der Gemeinde die Hand aus

Johannes Remmel: Umweltminister streckt der Gemeinde die Hand aus

Von: ag
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Eintrag in das Goldene Buch der Gemeinde Simmerath: Johannes Remmel (links) informierte sich in Strauch über das geplante Pumpspeicherkraftwerk. Simmeraths Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns (rechts) kündigte weitere Infoveranstaltungen für die Bürger an. Foto: A. Gabbert

Strauch. Die Energiewende biete den Regionen und Kommunen in NRW neue Chancen, die es gelte, gemeinsam wahrzunehmen, erklärte NRW-Umweltminister Johannes Remmel bei seinem Besuch in Strauch. Mit Blick auf das geplante Pumpspeicherkraftwerk bei Strauch werde die Landesregierung den Planungsprozess unterstützen.

„Letztlich müssen Sie sich aber entscheiden. Das Land streckt die Hand aus, ich hoffe, Sie tun es auch”, sagte Remmel den rund 80 Anwesenden im Straucher Pfarrheim.

Zuvor hatte Trianel-Projektleiter Dr. Christoph Schöpfer das Vorhaben noch einmal vorgestellt. Dabei waren dem ehemaligen Bürgermeister der Gemeinde Simmerath, Hubert Breuer aus Strauch, einige Dinge zu kurz gekommen. Er hätte sich weitere Lagepläne und Angaben zur Größe der geplanten Anlage gewünscht. Außerdem wünschte er sich Aussagen über den zu erwartenden Lastwagen-Verkehr, Belastungen durch mögliche Emissionen während der Bauphase und eine touristische Nutzung des Projektes.

Es sei geplant, den Aushub für den Bau der Dämme des Pumpspeicherkraftwerks wiederzuverwenden. So ließe sich die Zahl der Transporte verringern. Natürlich sei in der Bauphase auch mit Staub zu rechnen, dieses Problem sei aber technisch lösbar, erklärte Schöpfer. Lärm werde es sicher auch geben, eine Antwort auf die Frage, wie damit umzugehen sei, müsse in der Detailplanung aber noch gefunden werden. Eher zurückhaltend zeigte sich Schöpfer in Bezug auf die touristische Nutzung des Großprojektes. Sicher sei aber, dass es ein Besucherzentrum geben werde. Die Entscheidung für einen Standort werde Mitte des Jahres 2013 fallen, dann werde man direkt in das Projekt einsteigen und auch eine Anlaufstelle bieten.

Hans Roßkamp sprach für die Landwirte in der Städteregion und erinnerte daran, dass die für das Pumpspeicherkraftwerk benötigte Fläche der Landwirtschaft verloren gehe. Es gelte nun einen vernünftigen Weg des Ausgleichs zu finden. Diesbezüglich habe es bereits Überlegungen gegeben. „Geben Sie uns die Chance, diese Überlegungen umzusetzen, dann kommen sie mit den Landwirten zurecht”, sagte Roßkamp.

Wilfried Jansen, Vorsitzender der Kreisbauernschaft, forderte im Rahmen des Ausbaus der erneuerbaren Energien keinen Flächenausgleich zu schaffen. NRW-Umweltminister ging auf die Landwirte zu und erklärte, dass der Flächenausgleich an vorderster Stelle mit berücksichtigt werden solle, und dass der Ausgleich so zu gestalten sei, dass er nicht zusätzlich auf Kosten der Landwirtschaft gehe.

Für die Wassersport treibenden Vereine am Rursee sprach Prof. Dr. Detlef Müller-Böling. „Als Bürger sind wir auch für die Energiewende, aber wir haben Fragen”, sagte Müller-Böling. Für die Wassersportler komme es darauf an, dass es keine Verschmutzung des Wassers durch das Aufwirbeln von Sedimenten entstehe. Außerdem müssten die Steganlagen auch bei einem starken Hub nutzbar sein. Müller-Böling betonte, dass es nicht nur um den Tagestourismus gehe und erklärte sich zu einem konstruktiven Dialog bereit.

Städteregionsrat Helmut Etschenberg erkannte eine Chance für den ländlichen Raum, an der Energiewende teilzuhaben und dabei die Wertschöpfung in der Gemeinde zu halten und so mit den Bürgern einen Mehrwert zu bieten. Dieses Projekte bedeute „ein Stück Zukunftssicherung für die Gemeinde”. Aber auch die Kommunen Heimbach und Nideggen könnten von dem Projekt profitieren. Es gelte nun gemeinsam die ausgestreckte Hand des Landes NRW anzunehmen.

Auch WVER-Vorstand Prof. Dr. Wolfgang Firk signalisierte für den Wasserverband die Bereitschaft, an dem Projekt konstruktiv mitzuarbeiten.

Walter Weinberger sprach für den Kreis Düren und trat der Sorge entgegen, dass dieser eine sehr skeptisch Position vertrete. Die erneuerbaren Energien seien kein neues Thema für die Stadt, man wolle weitere Schritte folgen lassen und erkenne eine Chance für die weitere Ausrichtung. Grundsätzlich stehe man dem Projekt positiv gegenüber, es sei aber auch nicht verwerflich, früh Fragen zu stellen.

Am Ende hatte Umweltminister Remmel den Eindruck, dass noch einige Punkte zu klären seien, was aber sehr konstruktiv und in einem offenen Dialog geschehe. „Wir bleiben im Gespräch”, sagte Remmel zum Abschluss.

Simmerath Bürgermeister Karl-Heinz Herrmanns kündigte in absehbarer Zeit weitere Einladungen zu Bürgerinformationsveranstaltungen an.
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