Jodtabletten werden gelagert: Wohnortnahe Verteilung wird geprüft

Von: ho
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Wie in der Gemeinde Simmerath eine wohnortnahe Verteilung von Jodtabletten erfolgen soll, werde laut Bürgermeister Hermanns derzeit noch geprüft. Foto: Oliver Berg/dpa

Simmerath. Die Ankündigung des belgischen Gesundheitsministeriums, für den Fall eines Unfalls in einem Atomkraftwerk vorsorglich Jodtabletten an die Bevölkerung auszugeben, schlug auch auf der letzten Sitzung des Gemeinderates Wellen.

Wie Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns mitteilte, wurden die bei der Städteregion Aachen eingelagerten Jodtabletten mittlerweile an die Kommunen verteilt. In der Gemeinde Simmerath lagern zurzeit 3000 Blister mit je sechs Tabletten, wobei je Haushalt ein Blister kalkuliert wird.

Hermanns erläuterte hierzu, dass nach einem Landeserlass die bundeseigenen Tabletten noch nicht an die Bevölkerung ausgegeben werden sollen. Vielmehr sei eine Verteilung vorzubereiten. Die Tabletten sollen erst nach ärztlicher bzw. behördlicher Anordnung eingenommen werden, da ihre Schutzwirkung (Blockadewirkung in der Schilddrüse) sehr schnell abgebaut werde. Eine vorsorgliche Einnahme würde zudem zu Schilddrüsenüberfunktion führen und somit gesundheitsschädlich wirken.

Nach einer Dosierungsempfehlung der Strahlenschutzkommission sollen 13 bis 45-jährige einmalig zwei Tabletten einnehmen, Kinder von drei bis zwölf Jahren einmalig eine Tablette und Kleinkinder vom ersten bis 36. Lebensmonat einmalig eine halbe Tablette. Menschen im Alter von mehr als 45 Jahren sollen unbedingt vor einer Einnahme die Verträglichkeit ärztlich abklären.

Wie in der Gemeinde Simmerath eine wohnortnahe Verteilung erfolgen soll, werde laut Hermanns derzeit noch geprüft. Hierbei werde eine städteregional einheitliche Vorgehensweise angestrebt. Sinnvoll erscheine in jedem Fall schon jetzt, bei der Bevölkerung für eine Eigenbevorratung zu werben, da die erwähnte Bevorratung von 3000 Blistern zur Versorgung aller Haushalte nicht ausreichend sein könne.

Überdies sei eine Mehrfachlagerung sinnvoll, da eine Einnahmeempfehlung zu jeder Tageszeit möglich werden könne. So sollte eine Lagerung im Haushalt, im Auto oder in sonst unmittelbarer Zugriffnähe erfolgen. Hermanns weiter: „Auch sollten die Schulen und sonstigen Gemeinschaftseinrichtungen in ausreichender Menge versorgt werden.“ Jodtabletten seien zudem in den Apotheken zum Preis von rund vier Euro erhältlich.

Bürgermeister Hermanns verwies weiterhin darauf, dass das Land NRW am 12. April beschlossen habe, der gemeinsam von rund 60 kommunalen Partner aus den Niederlanden, Luxemburg und Deutschland unterstützten Klage der Städteregion Aachen beizutreten. Die Kommunen leisten zu den Kosten der Klage einen Solidarbeitrag. Der beträgt für kreisangehörige Kommunen 1000 Euro und für kreisfreie Städte und Kreise jeweils 3000 Euro.

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