Jetzt Nägel mit Köpfen auf der B258?

Von: P. St.
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Nordeifel. Ein kommunalpolitischer Dauerbrenner ist seit Jahrzehnten die aus Sicht der Eifel unzureichende Verkehrsanbindung in Richtung Aachen. Insbesondere der täglich wiederkehrende Stau auf der Monschauer Straße vor der Autobahnzufahrt Lichtenbusch macht regelmäßig den dringenden Handlungsbedarf sichtbar.

Das sieht auch der SPD-Landtagsabgeordnete Stefan Kämmerling nicht anders. Er fordert bereits seit geraumer Zeit einen runden Tisch zum Thema Bundesstraße 258 ein, an dem möglichst Vertreter aller Parteien und Behörden gemeinsam beraten sollten, wie man das Problem löst. Da zum Bedauern des Landtagsabgeordneten eine solche Gesprächsrunde von der Städteregion Aachen jedoch abgelehnt worden sei, fand nun zumindest auf städteregionaler SPD-Ebene ein solches Treffen statt.

Auch der Landesbetrieb Straßenbau saß mit in der Runde. Der Leiter der Regionalniederlassung Ville/Eifel, Gerhard Decker, war ebenso am runden Tisch vertreten wie auch Uwe Müller, Abteilungsleiter Straßenplanung bei der Stadt Aachen.

Stefan Kämmerling zieht ein positives Fazit des etwa zweistündigen Austausches im Verwaltungsgebäude Katschhof in Aachen. Die wichtigste Erkenntnis für den SPD-Abgeordneten: Der Landesbetrieb möchte jetzt konkret in die Planung einsteigen, was die Ausbaupläne der B258 betrifft.

Kämmerling gegenüber unserer Zeitung: Im Verlauf der Diskussion sei schnell klar geworden, dass hinsichtlich des Bedarfs einer Verbesserung der aktuellen Verkehrssituation zwischen allen Beteiligten Konsens herrsche. „Klar ist aber, dass wir über Aachener Stadtgebiet sprechen. Eine Lösung vorbei an der Aachener Politik kann und wird es nicht geben.“ Aus Nordeifeler Sicht befinde man sich in einer Situation, „in der wir eher bitten als fordern können“, so Kämmerling.

Unterschiedliche Ansichten bestünden insbesondere über Details eines Ausbaus zwischen der Autobahnanschlussstelle Aachen-Lichtenbusch und der Pascalstraße, berichtet Kämmerling weiterhin über das Gespräch. In diesem vergleichsweise kurzen Streckenabschnitt herrsche zum einen das größte Verkehrsaufkommen, zum anderen sei hier auch eine dichte Wohnbebauung vorhanden, die durch die B258 bereits jetzt geteilt werde.

Bekanntlich wird nun von Seiten der Stadt Aachen befürchtet, dass mit einem Ausbau der Straße eine noch gravierendere Trennung einhergehen und außerdem die Lärmemissionen steigen würden. Daher sind die Anwohner vor Ort einem dreispurigen Ausbau eher zugeneigt als der „großen Lösung“. In diesem Zusammenhang hat allerdings der Landesbetrieb Straßenbau bereits signalisiert, dass bei einem lediglich dreispurigen Ausbau aufgrund der Prognosen zum steigenden Verkehrsaufkommen keine Zustimmung des Bundes zu erhalten sei.

Die „Aachener Lösung“, die bereits seit 2002 Beschlusslage des Rates der Stadt Aachen ist, sieht einen wechselseitigen dreispurigen Ausbau ebenfalls als ausreichend. Da der Landesbetrieb Straßenbau von Verkehrszuwachsraten bis zum Jahr 2025 von 0,5 Prozent pro Jahr im Personenverkehr und sogar 2,2 Prozent pro Jahr im Güterverkehr ausgeht, favorisiert er in diesem Bereich einen vierspurigen Ausbau.

Stefan Kämmerling: „Ich plädiere seit vier Jahren für einen vierspurigen Ausbau, weil er aus meiner Sicht die besten Verkehrsabflüsse ermöglichen würde. Sollte dieser Ansatz aber nicht mehrheitsfähig sein, sollten wir auch aus Nordeifel-Betrachtung die kleinere Lösung unterstützen, bevor wir gar nichts bekommen.“

Die Stadt Aachen, berichtet Kämmerling weiter, habe signalisiert, die Belastung für Anwohner durch das Verkehrsaufkommen gegebenenfalls mittels veränderter Ampelschaltung entspannen zu können. Dies solle in Kürze getestet werden. Der SPD-Abgeordnete: „Es ist absolut verständlich, dass die Aachener Politik die Interessen der Anlieger im Blick hat. Es wäre nicht zielführend, dies zu kritisieren.“

Unter dem Strich aber ist es für Stefan Kämmerling wichtig festzuhalten, dass der Landesbetrieb kurzfristig in die Arbeit zu einem Vorentwurf zum Umbau der B258 einsteigen möchte. Dieser solle alle Abschnitte zwischen der Anschlussstelle Aachen-Lichtenbusch und Relais Königsberg enthalten, „auch wenn zwischen Stadt Aachen und Landesbetrieb unterschiedliche Auffassungen darüber herrschen, ob ein Ausbau über den Bereich zwischen Pascalstraße und Autobahnanschlussstelle Lichtenbusch hinaus, überhaupt notwendig ist“.

Die Fertigstellung des Vorentwurfes ist bis zum Jahr 2018 in Aussicht gestellt. Er soll in einer engen Abstimmung mit der Stadt Aachen erstellt werden, damit Kompromissvorschläge bereits einfließen können.

Stefan Kämmerling: „Wenn wir mit dem Beginn der Planung eines Vorentwurfs warten, bis wir bis zum letzten Pinselstrich einig sind, können wir es gleich ganz lassen, denn das wird nie passieren. Darum bin ich dem Landesbetrieb dankbar dafür, dass er jetzt verbindlich den Beginn der Vorentwurfsplanung zugesagt hat.“

Er habe auch vor dem runden Tisch nicht die Erwartung gehabt, „dass wir anschließend alle dasselbe Lied singen. Dafür sind die Interessen einfach zu unterschiedlich. Wir dürfen die Aachener Seite nicht überfahren, sondern müssen vielmehr bei den Kollegen des Oberzentrums für die Interessen der Nordeifel werben.“

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