Jetzt kommt der neue Futsalball zum Einsatz

Von: ag/jb
Letzte Aktualisierung:
futsal fußball symbol
Auch Futsal bietet dramatische Momente, wie diesen beim Finale der Uefa Futsal Europameisterschaft im Februar 2012 zwischen Spanien und Russland. Foto: dpa

Nordeifel. Wenn am kommenden Wochenende die ersten Senioren-Hallenturniere angepfiffen werden, wird wohl so manchem auffallen, dass der Ball kleiner geworden ist und sich auch deutlich anders verhält. Zum ersten Mal spielen jetzt auch die Senioren bei offiziellen mit einem so genannten Futsalball. Das hat der Kreisspielausschuss des Fußballkreises Aachen beschlossen.

Der Futsalball ist kleiner (Größe 4) als der Standard-Fußball (Größe 5), hat aber das gleiche Gewicht. Relativ zur Größe ist er damit etwas schwerer als der Standard-Fußball. Außerdem ist der Druck im Vergleich um 0,4 bis 0,6 bar reduziert. Dadurch prallt und springt der Ball weniger und soll unter Hallenbedingungen dem Verhalten eines Fußballs auf Rasen näher kommen. Der Futsalball soll träger und auf dem Hallenboden leichter zu beherrschen und zu kontrollieren sein. So soll ein schnelleres und sichereres Kombinationsspiel ermöglicht werden und die An- bzw. Mitnahme springender Bälle schneller gelingen.

Fasst man die Untersuchungen, die der Fußballkreis Aachen zugrunde legt zusammen, dann lässt sich feststellen, dass der Futsalball bevorzugt flach gespielt wird, dass es zu weniger fehlerbehafteten Ballannahmen und Anschlussaktionen kommt, dass die zielgerichteten Aktionen und der Spielfluss zu nehmen, und dass leistungsstärkere Spieler vom Einsatz des Futsalballes profitieren. „Insgesamt lässt dies hoffen, dass durch den Einsatz des Futsalballes beim Fußballspiel in der Halle langfristig größere Lernfortschritte erzielt werden als durch den Einsatz des Filz- und Standard-Fußballs“, heißt es in den Unterlagen des Fußballkreises.

Der Anlass für die Einführung des neuen Balles seien auch Zuschauerkrawallen bei Hallenturnieren in Eschweiler, Baesweiler und Alsdorf gewesen, erklärt der stellvertretende Vorsitzende des Fußballkreises Aachen, Bernd Mommertz aus Kesternich. „Wir wollen die Härte aus dem Spiel nehmen und den technischen Fußball fördern“, sagt Mommertz. In Zukunft sei es nicht mehr möglich, sich hinten reinzustellen und mit langen Bällen zu kontern. Auch das Spiel mit der Band wird so nicht mehr möglich sein, weil der Ball eben kaum noch zurück prallt. Luftkämpfe würden selten und das Verletzungsrisiko minimiert.

Damit ist gleichzeitig die Hoffnung verbunden, dass es weniger Fouls gibt und die Zuschauer weniger Anlass zur Aufregung haben. Diese Hoffnung habe sich bei ersten Turnieren in Eschweiler und Baesweiler bereits erfüllt, sagt Mommertz. In der Eifel habe man ähnliche Schwierigkeiten bislang zwar noch nicht gehabt, „aber wenn es neue Regeln gibt, müssen die für alle gelten“.

Die Spieler der SG Monschau-Imgenbroich haben bereits mit dem Ball trainiert, um sich auf den Stadtpokal am Wochenende vorzubereiten und ein Gefühl für den neuen Ball zu bekommen. Die meisten seien zufrieden, sagt Trainer Michael Behrendt. „Mit dem Ball werden technische Fehler sehr schnell bestraft. Technisch weniger versierte Spieler werden ihre Grenzen aufgezeigt bekommen. Das hört sich hart an, ist aber so“, sagt Behrendt.

Auch in anderen Vereinen wird über den neuen Futsalball spekuliert. Doch begeistert scheinen die Trainer der jeweiligen Seniorenmannschaften nicht zu sein. Raimund Scheffen, Trainer der 1.Mannschaft des SV Kalterherberg nimmt kritisch Stellung zu dem neuen Ball: „Der Hallenfußball dient eher zum Spaß an der Freude. Das Verletzungsrisiko ist ohnehin schon sehr hoch. Besonders der stumpfe Boden ist Gift für die Knochen und Knie der Spieler. Den Futsalball sehe ich generell eher für das Spiel ohne Bande geeignet. Hinzu kommt, dass wir noch unerfahren im Spiel mit dem Futsalball sind. Wir werden abwarten müssen, schließlich gewöhnt man sich irgendwann an alles.“ Dies könnte durchaus ein Problem bei anstehenden Hallenturnier ergeben, wenn viele Spiele nur mit dem Umgang des Fußballs in der Halle erprobt sind und nun mit dem Spiel mit dem Futsalball beim Turnier ins kalte Wasser geworfen werden.

Der Trainer der 1.Mannschaft des SV Roland Rollesbroich, Marc Ziemons, hat mit seiner Mannschaft noch keine Erfahrung mit dem Futsalball gemacht, und scheint ihn auch für seine Fußballer nicht für geeignet zu halten. Besonders die Technik spiele eine sehr große Rolle. „Das Spiel mit dem Futsalball ist was ganz anderes. Fußball spielen oder Futsalball spielen sind zwei völlig unterschiedliche Dinge. Mein Eindruck, den ich durchs Zuschauen bekommen habe ist, dass die Spieler viel geschickter und geschmeidiger mit dem Futsalball umgehen müssen. Das war eher was wie Tanzen. Also meine Jungs würden sich an so einem Ball die Knochen brechen“, sagt der Trainer und lacht dabei.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert