Jetzt kommt das Eifelwetter auf das Handy

Von: Andreas Gabbert
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Bodo Friedrich zeigt einen Teil seiner Wetterstation in Mützenich: Deren Daten und vieles mehr können jetzt auch komfortabel mit dem Handy abgefragt werden. Foto: A. Gabbert

Mützenich. Wer als Wanderer oder Radfahrer viel in der freien Natur unterwegs ist, möchte manchmal gerne wissen, wie sich das Wetter entwickelt. „Komm ich trocken durch oder nicht“, lautet dann die Frage. Das ist wichtig für die Planung von Touren. Kleidung und Ausrüstung fallen dann dementsprechend aus. „Deshalb ist unsere neue App nichts abgehobenes, sondern etwas sehr nützliches“, sagt Bodo Friedrich von Eifelwetter.de.

Mit dieser mobilen App können sich Benutzer eines i-Phones oder i-Pads (eine Version für Android-Handys ist in der Entwicklung) unterwegs einen Überblick über Temperatur, Luftfeuchte und Luftdruck verschaffen. Alle Messwerte der Station von Eifelwetter werden auf einen Blick komprimiert veröffentlicht. Ebenfalls in der App enthalten sind der Wetterbericht mit einem aktuellen Kommentar und einer Fünf-Tage-Vorschau. Auch auf ein Wetterradar müssen die Nutzer nicht verzichten. Dort können sie sehen, wohin die Regenwolken ziehen. In Zukunft will das Team von Eifelwetter mit dem Forschungszentrum Jülich kooperieren, um so die Daten eines regionalen Radars nutzen zu können.

Die App, die in Zusammenarbeit mit dem Unternehmen Bauer und Kirch entwickelt wurde, ist kostenlos im App-Store von Apple erhältlich. „Wer dort Eifelwetter eingibt, wird sie finden“, erklärt Friedrich.

Entwickelt wurde die App, weil die Internetseite nicht für den Abruf von Mobiltelefonen konzipiert wurde. „Sie ist zu groß und umfangreich. Die Ladezeiten sind dann entsprechend lang und man wird ungeduldig“, sagt Friedrich.

Die Internetseite des Teams von Eifelwetter (dazu gehören Bodo Friedrich, Andy Holz und Peter Schwarz) ist eine der gefragtesten aus der Eifel. Wenn gar nichts los ist, hat die Seite 5000 bis 6000 Zugriffe am Tag. „Wenn der Schneebär steppt und die Städter sehen wollen, wie es in der Eifel aussieht, dann sind es auch bis 23.000 Aufrufe am Tag“, sagt Friedrich. Die Internetseite ist inzwischen Kult.

Kachelmann ist alles schuld

Begonnen hat alles Mitte der 1990er Jahre, und Jörg Kachelmann ist alles schuld. Nach der Einrichtung einer Wetterstation in Kalterherberg (die immer im Fernsehen genannt wird), wollte Kachelmann in der Eifel weitere errichten, u.a. auch am Schulzentrum auf der Monschauer Haag. „Dafür hat er einen Zuschuss der Schule in Höhe von 5000 DM gefordert. Ich habe dann für 500 DM selbst eine Funkwetterstation gekauft und mit meinen Schülern im Physikunterricht genutzt“, erzählt Friedrich, der an der Gemeinschaftshauptschule Monschau-Rotegen unterrichtet hat. Er führte das Projekt weiter, entwickelte es fort, verspeiste eine Menge Fachliteratur und rief schließlich die Seite www.eifelwetter.de ins Leben. Heute ist Bodo Friedrich ein gefragter Wetterexperte.

Den Blick aus seinem Arbeitszimmer auf die Eupener Straße und Am Stich kennen viele – jeder der einmal auf der Seite war. „So können die Leute auf einen Blick sehen, ob die Haupt- und Nebenstraßen frei sind“, erklärt Friedrich. Das Team von Eifelwetter hilft zum Beispiel aber auch bei Versicherungsschäden, nachzuweisen, dass tatsächlich ein Unwetter die Ursache für den Schaden war. „Das machen wir kostenlos, und mir ist kein Fall bekannt, bei dem die Versicherung am Ende nicht zahlen musste. Wir sind froh, wenn wir den Leuten helfen können“, sagt Friedrich.

Noch immer tun sich für den 69-Jährigen immer wieder neue Türen auf. Neue Erkenntnisse, neue Aspekte und das Gefühl, das ist noch nicht alles, das Bedürfnis, mehr zu erfahren, halten seine Motivation aufrecht.

Wetter hält ihn wach und fit

Bodo Friedrich ist gebürtig aus Gelsenkirchen. Durch seine Frau Alwine, eine waschechte Mützenicherin, ist er Mitte der 1960er-Jahre in der Eifel gelandet. Heute ist er dem Schicksal dankbar, dass er auf knapp 600 Metern am Rande des Hohen Venns leben darf. „Hier habe ich eine Heimat gefunden, hier bin ich zu Hause“, sagt Friedrich. Spannender als oben am Venn könne das Wetter gar nicht sein. „Herbststürme, wildes Schneetreiben – in Köln kann ich das nicht gucken.“

Das Wetter hält ihn wach und fit. Jeden Tag liefert es eine neue Herausforderung. Schon morgens zieht es ihn mit dem Kaffe in der Hand gleich zum Computer: Wetter machen. Das ist eine mehrstündige Angelegenheit. „Jedenfalls mehr als meiner Frau lieb ist“, sagt Friedrich mit einem Schmunzeln.

Und wenn Friedrich selbst das Wetter bestimmen könnte? „Wenn ich mit dem Mountainbike unterwegs bin, mag ich es warm und sonnig. Spannender ist es aber natürlich, wenn hier so richtig die Post abgeht, wenn der Wind um das Haus pfeift und der Regen gegen die Scheiben prasselt.“

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