Ist es sinnvoll, Luchse in der Eifel anzusiedeln?

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Bevor der Luchs im Nationalpar
Bevor der Luchs im Nationalpark heimisch werden kann, muss seine Akzeptanz in der Jägerschaft erhöht werden. Auch versteht er sich nicht mit der Wildkatze. Foto: imago

Nordeifel. Höhepunkt der Mitgliederversammlung des Fördervereins Nationalpark Eifel war ein Vortrag des Biologen und Wildkatzenexperten Manfred Trinzen, der sich diesmal mit dem Luchs beschäftigte. Er berichtete über Ergebnisse einer Studie, die von der Hit-Stiftung finanziert wurde.

Die große Frage, die alle mit Spannung lauschenden Zuhörer interessierte, war, ob es nun Luchse in der Eifel und im Nationalpark gibt und ob es Sinn macht, sie dort wieder anzusiedeln.

Manfred Trinzen erzählte in seiner gewohnt wissenschaftlichen, ruhigen aber auch witzigen Art, das vereinzelt Fotos und Hinweise auf Luchse existieren, aber es völlig unklar ist, wo diese herkommen und ob die Nachweise wissenschaftlich fundiert sind. Allerdings könnte es sein, das es sich, wie in anderen Regionen nachgewiesen, um illegale Freilassungen handelt.

Illegale Abschüsse

Ob es Sinn macht, den Luchs in der Eifel einzusetzen, sah er sehr kritisch. Bisher werden Luchse noch immer illegal abgeschossen und sogar überfahrene Tiere mit Schusswunden gefunden. Noch ist das Gebiet der Eifel nicht wirklich wild genug, und da Luchse ein Streifgebiet von 10.000 Hektar haben, würde der Nationalpark nur knapp ausreichen.

Außerdem scheint es so zu sein, das sich Luchs und Wildkatze nicht vertragen und Luchse sogar Wildkatzen schlagen können. Da es im Nationalpark und in der Eifel eine der letzten intakten Wildkatzenpopulationen gibt, wäre es schade, diese zu gefährden.

Auch Henning Walter, Leiter der Nationalparkverwaltung, meinte in der anschließenden Diskussion, das Luchse und auch Wölfe willkommen wären im Nationalpark, aber die Akzeptanz vor allem der Jäger, die den Luchs immer noch als Nahrungskonkurenten sehen, erst erhöht werden müsse.

Hierin sieht auch Oliver Krischer, Vorsitzender des Fördervereins Nationalpark Eifel, die Aufgabe des Fördervereins: „ Es wäre zu schade, eine solch wertvolle Tierart hier anzusiedeln, wenn nicht zunächst Aufklärung und Sympathiewerbung in der Bevölkerung und bei den Jägern den Boden für dieses spannende Tier bereiten würde.”

Im Verlauf der Mitgliederversammlung wurde neben dem obligatorischen Kassenbericht und Entlastung des Vorstandes die Arbeit der Arbeitskreise vorgestellt. Sabine Wichmann zeigte einen Filmüber die Arbeit einer Schule, die sich um den Titel Nationalpark Schule bewirbt. Alle Teinhemer waren gerührt, wie tief sich die Schüler und Lehrer mit dem Nationalpark auseinander gesetzt haben und spendeten heftigen Szenenapplaus für den Film.

Auch Uwe Schröder warb für den Arbeitskreis Ökologie und stellte insbesondere die Arbeit gegen Lärm im Nationalpark, die Auseinandersetzung mit dem 2. Teil des Nationalparkplanes und den Versuch, Pferde im Nationalpark einzusetzen, heraus.

Begründeter Stolz

Henning Walter als Leiter der Nationalparkverwaltung unterstützte die Arbeit des Fördervereins und gab den Mitgliedern einen kurzen Überblick über aktuelle Themen. Alle anwesenden Mitglieder verließen angeregt und zufrieden die Sitzung und lächelten nur über Unkenrufe, der Förderverein sei inzwischen überflüssig.

Oliver Krischer meinte abschließend, dass der Abend mal wieder bewiesen habe, wie wichtig der Förderverein für den Nationalpark als einziges Podium für die Menschen, die den Nationalpark unterstützen möchten, sei. „ Außerdem bin ich im Moment in verschiedenen Gegenden, die einen Nationalpark planen wollen, unterwegs und stelle fest, das wir stolz auf unsere Arbeit, den Nationalpark und unseren Förderverein sein können.”
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