Simmerath - Ist ein neuer Sportplatz noch erforderlich?

Ist ein neuer Sportplatz noch erforderlich?

Von: P. St.
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Der alte Sportplatz in Simmera
Der alte Sportplatz in Simmerath kann in diesem Jahr noch für den Spielbetrieb genutzt werden: Wo und wie es danach weitergeht, ist derzeit noch ungewiss. Foto: P. Stollenwerk

Simmerath. Die Hansa-Gemeinschaft 1921 Simmerath braucht einen Sportplatz. Das will niemand bestreiten, aber die Frage lautet derzeit, ob dieses Gelände zukünftig auch in Simmerath selbst sein wird.

Das bisherige Gelände der Josef Jansen-Sportstätte steht noch ein knappes Jahr lang zur Verfügung, dann ist hier Abpfiff, denn das Areal mit, Sportheim, Schwimmhalle und Turnhalle soll in ein Wohngebiet umgewandelt werden; die neue Schwimmhalle entsteht gerade neben der Hauptschule.

Immer mehr Spielgemeinschaften

Ein neuer Sportplatz für den Zentralort wird aber wohl noch eine Weile auf sich warten lassen, denn die Entscheidung soll auch vor dem Hintergrund getroffen werden, wie hoch der tatsächliche Bedarf an Sportstätten in der Gemeinde Simmerath insgesamt zukünftig sein wird.

Hier sprechen die Zahl für sich, denn sämtliche Vereine in der Gemeinde Simmerath klagen über rückläufige Mannschaftsmeldungen. Mit anderen Worten: Der Fußballsport im Amateurbereich ist angesichts der demografischen Entwicklung und des veränderten Freizeitverhaltens der Gesellschaft in die Defensive geraten. Spielgemeinschaften im ehemaligen Fußballkreis Monschau sind inzwischen an der Tagesordnung, im Jugendbereich geht die Zahl der Mannschaften kontinuierlich zurück.

Dieses aktuelle Bild in der Simmerather Fußball-Landschaft bestimmte somit auch am Dienstagabend die Diskussion in der Sitzung des Simmerather Strukturausschusses, die auch interessiert von Vertretern der Hansa-Fußballabteilung verfolgt wurde. Obwohl die Abteilung inzwischen einen kostengünstigen Alternativvorschlag für einen Sportplatzneubau in Simmerath auf dem Grundstück neben der Leitstelle vorgelegt hat, wird die Entscheidung noch auf sich warten lassen.

Der Bauvorschlag soll zwar auf seine technische Umsetzung hin geprüft werden, aber mehr noch möchte die Verwaltung unter Einbeziehung des neugegründeten Gemeindesportverbandes Simmerath ein Sportplatz-Konzept für die gesamte Gemeinde Simmerath erstellen, das dem tatsächlichen Bedarf auch langfristig gerecht werden soll.

Mit der Entscheidung, die alte Sportplatzgelände aufzugeben (2010 musste die Schwimmhalle wegen baulicher Mängel geschlossen werden), hatte die Gemeinde in die Finanzplanung für 2013 eine Summe von 400.000 Euro als Zuschuss für einen neuen Kunstrasenplatz bereit gestellt. Bei dieser Summe wurde eine Eigenleistung des Vereins einkalkuliert.

Über die zu erwartenden Gesamtkosten wurde der Hochbauausschuss vor zwei Monaten unterrichtet auf der Grundlage einer Kostenermittlung durch das Ingenieurbüro Lützenberger aus Simmerath. Für einen Kunstrasenplatz plus Flutlichtanlage und Stellplätze errechnete er 660.000 Euro Gesamtkosten; eine Berechnung, die von der Firma Sportstadianet, die derzeit mit einer Budgetierung von vier Millionen Euro das neue Schwimmbad baut, per Schnellprüfung bestätigt wurde.

Daraufhin legte die Hansa-Fußballabteilung auf der Grundlage eines Firmen-Angebotes eine alternative und interessante Kostenberechnung für einen herkömmlichen Naturrasenplatz vor. Bei einer Vereins-Eigenleistung von rund 40.000 Euro könnte der Platz für 290-000 Euro realisiert werden. Gleichzeitig beantragte der Verein einen Zuschuss von 110.000 Euro für eine neues Sportheim.

Seitens der Gemeinde wurde aber darauf hingewiesen, dass bislang für Vereinsheime anderer Vereine maximal einen Zuschuss von 10.000 Euro gewährt wurde. Außerdem hält sie aufgrund der klimatischen Verhältnisse in der Region einen neuen Rasenplatz für wenig sinnvoll, da der Platz erfahrungsgemäß von November bis April nicht genutzt werden könne.

Bei der Diskussion im Ausschuss betonte die Verwaltung noch einmal ihre Zielrichtung, allen Fußballvereinen angemessene Trainings- und Spielmöglichkeiten zur Verfügung zu stellen, aber auch ihre Verpflichtung, die angespannte Finanzlage der Kommunen zu berücksichtigen. Der Vorschlag der Hansa soll dennoch geprüft werden.

Im Falle Hansa Simmerath hat Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns ebenfalls einen Alternativvorschlag für eine neue Sportstätte unterbreitet, indem er die Nutzung des Tartanplatzes hinter der Sporthalle der Hauptschule ins Spiel gebracht hat. Das Kleinspielfeld mit einer vorhandenen Flutlichtanlage soll als Kunstrasenplatz umgestaltet und auf 42 x 70 Meter erweitert werden.

Neben dem Spielfeld schlägt die Gemeinde den Bau eines bezuschussten Sportheimes vor; in der angrenzenden Sporthalle könnten die Dusch- und Umkleideräume genutzt werden. Die Gesamt-Investition schätzt die Gemeinde auf rund 200.000 Euro. In dieser Lösung sieht man ganzjährig „optimale Trainingsbedingungen” für alle Hansa-Fußballmannschaften, ein „bedarfsgerechtes Angebot” für die Meisterschaftsspiele der unteren Jugendmannschaften und nicht zuletzt eine Verbesserung für den Schulsport der Hauptschule bzw. einer späteren Sekundarschule.
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