Ist das Bauernmuseum in Gefahr?

Von: ani
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Lammersdorf. Wenn ein Verein gut aufgestellt ist, weit über 600 Mitglieder hat, diese auf der Jahreshauptversammlung dem Vorstand das Vertrauen aussprechen und für vier weitere Jahre wählen, ist normalerweise alles bestens und von allgemeiner Zufriedenheit auszugehen.

Diese Situation war auch auf der Versammlung des Vereins für Heimatgeschichte und Dorfkultur Lammersdorf e.V. (Heimatverein) gegeben, wobei Vorsitzender Georg Schruff unmissverständlich klarstellte, dass es ultimativ die letzte Amtszeit für den wiedergewählten Vorstand sei. Sofern sich in den nächsten beiden Jahren keine Nachfolger ins Gespräch bringen, werde man sich konkret mit der Auflösung des Heimatvereins beschäftigen müssen.

Wie Schruff nach seiner Wiederwahl deutlich machte, geschehe dies auch in Verantwortung für den Erhalt des Bauernmuseums in der Bahnhofstraße, dass vom Heimatverein betrieben wird und für das dann ein neuer Träger gefunden werden müsse.

Kein Wunder, dass spätestens da auf der Versammlung am Freitagabend im „Lammersdorfer Hof“ bei den Anwesenden die Alarmglocken schrillten. Über dem heimatgeschichtlichen Kleinod, das vor 33 Jahren (1984) auf Initiative von Hans-Jürgen Siebertz eröffnet wurde und das auch eine überregionale Bedeutung hat, brauten sich plötzlich dunkle Wolken zusammen.

Schruff erläuterte hierzu, dass man – wie in anderen Vereinen auch – beim Heimatverein Probleme habe, Nachfolger für Vorstandsämter, sprich ehrenamtlich Tätige zu finden. Man wollte daher frühzeitig auf die Problematik aufmerksam machen und habe sich daher auch schon jetzt über eine „Abwicklung“ des Vereins informiert. „Damit wollten wir nicht bis zum Ende der Wahlperiode im Jahr 2021 warten. Das wäre verantwortungslos gewesen; zumal wir sicherstellen wollen, dass das Bauernmuseum auf jeden Fall für den Ort und die Region erhalten bleibt“.

Laut Schruff sei das Bauernmuseum der wichtigste Bestandteil des Heimatvereins und stehe in der Priorität beispielsweise deutlich vor dem Bereich der Theatergruppe, die alljährlich eine Komödie und ein Märchen anbiete.

Wie auf der Jahreshauptversammlung hervorgehoben wurde, ist trotz hoher Unterhaltungskosten für das Bauernmuseum eine gute Finanzlage beim Heimatverein gegeben.

Verstärkung gesucht

Neben Spenden trug hierzu auch der Gewinn aus dem Museumfest, den Theater- und Märchenaufführungen und dem Halloween-Fest bei. „Dabei hat sich das Halloween-Event“, so Schruff, „immer mehr entwickelt. Aber da sind wir auch inzwischen an unsere Leistungsgrenzen gekommen.“ Erfreulich sei zudem, dass die Vermietung der Remise weiterhin gut angenommen würde, so dass Beitragserhöhungen nicht anstehen würden.

Alters- und krankheitsbedingt brauche die Arbeitscrew des Bauernmuseums aber unbedingt Verstärkung. Schruff wies zudem darauf hin, dass man sich beim Kraremannstag nicht mehr mit einem Stand beteiligen wolle. „Neben unserem sonstigen Engagement ist der Aufwand für uns einfach zu groß und steht in keinem Verhältnis zu irgendeinem Ertrag“.

Gerd Skropke, Chef der Theatergruppe, war mit den Besucherzahlen zu den Vorstellungen zufrieden. „Alle Vorstellungen waren ausverkauft, und in diesem Jahr bieten wir im Juni eine Komödie speziell für Ehemänner an“, verriet er augenzwinkernd. „Mordgedanken oder: Schnarcht Ihre Frau auch?“ heißt hierzu der vielversprechende Titel. Premiere ist am 17. Juni.

Auch das Theaterstück für Kinder sei laut Lioba Wynands-Görke gut angenommen worden, obwohl es sich nicht um ein typisches Weihnachtsmärchen gehandelt habe. Hierzu brachte Schruff die Hoffnung zum Ausdruck, dass im Dezember wieder ein „richtiges“ Märchen angeboten wird.

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