Irrfahrt endet vor Widdau: 40-Tonner legt K26 lahm

Von: hes
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Ende einer Dienstfahrt: Die kurvige steile K26 hoch nach Widdau war bei 21 Tonnen Ladung dann doch zu viel für das Scania-Zugfahrzeug einer Hamburger Spedition: Die Kupplung gab ihren Geist auf. In einer stundenlangen Bergungsaktion mit mehreren Straßensperrungen gelangte das geladene Papier am Nachmittag endlich zur Druckerei in Imgenbroich - und der defekte Lkw in die Werkstatt. Foto: Heiner Schepp

Widdau. Mit reichlich Verspätung hat eine größere Papierlieferung am Dienstag die Druckerei in Imgenbroich erreicht. Auf dem Weg ins Gewerbegebiet hatte sich der Fahrer einer Hamburger Spedition an der Baustelle in Imgenbroich verzettelt und war gutgläubig der Empfehlung seines Navigationsgerät gefolgt.

Die Odyssee führte den Fahrer und seinen 40-Tonner talwärts in Grünental und endete beim Versuch, die steile und kurvenreiche Kreisstraße 26 hoch nach Widdau zu nehmen, mit einem Kupplungsschaden.

Nach eigenen Angaben hatte die Baustellenbeschilderung in Imgenbroich den Lkw-Fahrer, von Monschau kommend, um 5 Uhr in der Frühe irritiert. Statt wie der Buslinienverkehr links über den Bruchzaun ans andere Ende von Imgenbroich zu gelangen, bog der Brummifahrer an der alten Molkerei rechts ab und ließ sich auch vom Verbotsschild für Gefahrguttransporte über 7,5 Tonnen am Ortsende von Imgenbroich (Höhe Rulertsweg) nicht beeindrucken.

Auf der steilen Fahrt bergab wuchsen dann aber doch die Zweifel, ob diese Strecke für sein „Geschoss” so gut geeignet sei. Im Grünental angekommen, traf der Pechvogel auf ein weiteres Sperrschild, denn Baumfällarbeiten im weiteren Verlauf der K21 zwischen Grünental und Hammer machten just an diesem Tag auch hier eine Vollsperrung notwendig.

So blieb dem Fahrer der Spedition nur der Weg zurück - oder rechts in Richtung Widdau/Rohren. Er entschied sich für Letzteres, was sich als verhängnisvoll erweisen sollte: Nach gut 200 Metern die kleine steile Straße hoch in Richtung Widdau machte der 40-Tonner, bestehend aus dem 7,5 Tonnen schweren Zugfahrzeug und dem acht Tonnen schweren Auflieger samt 21 Tonnen Papierladung schlapp.

„Mir ist die Kupplung verreckt”, berichtete der Fahrer in drastischen Worten. Auch der Versuch, das Gefährt rückwärts wieder in Richtung Grünental zu manövrieren, misslang. Stattdessen geriet der Brummi auf das Bankett und in eine leichte Schräglage. Gottseidank hielt wenigstens die Handbremse, was sie versprach - nicht auszudenken, wenn das Schwergewicht talwärts Richtung Rur gedonnert wäre.

Nach dem Hilferuf gegen 7 Uhr über die Leitstelle richtete die Abschleppfirma den 40-Tonner zunächst wieder auf und bugsierte ihn, mit der Seilwinde gesichert am Bergefahrzeug, herunter zur Grünentalstraße. „Nach Widdau und Rohren hoch hätte keinen Sinn gehabt”, so Ralf Arnolds vom Rollesbroicher Abschleppunternehmen.

Arnolds erreichte im Gespräch mit den Waldarbeitern, dass diese die Kreisstraße 21 vor Hammer zumindest so weit von gefällten Bäumen befreiten, dass das Abschleppfahrzeug und der havarierte Laster passieren konnten.

In Hammer folgte dann das nächste Problem: Zwar hatte man zwischenzeitlich das defekte Zugfahrzeug abgekoppelt und abgestellt, doch war das fast 30 Meter lange Gespann aus Bergungsfahrzeug und Auflieger zu lang, um in Hammer scharf links nach Eicherscheid abbiegen zu können. Also ging die Fahrt weiter auf der engen Straße durchs Tal bis kurz vor Dedenborn, wo ein großer Holzlagerplatz die Möglichkeit zum Wenden bot.

Zurück über Hammer, Eicherscheid und Am Gericht erreichte das 26 Tonnen schwere Bergungsfahrzeug samt knapp 30 Tonnen schwerem Anhängsel schließlich das Gewerbegebiet nach Imgenbroich, wo 21 Tonnen Papier dann endlich vom Auflieger geladen werden konnten.

Während sein schweres Scania-Gefährt in die Werkstatt kam, hatte der Fahrer genügend Gelegenheit, sich mit den Straßen und Gegebenheiten vor Ort vertraut zu machen. Allerdings zu Fuß ...
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