„Integrieren statt polarisieren“: Trauer um Klaus Bamfaste

Von: ag/js
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Die Bildung einer Weggemeinschaft zwischen den Pfarren Mützenich (re.) und Imgenbroich gehörte zu den besonderen Herausforderungen des seelsorgerischen Wirkens von Pfarrer Klaus Bamfaste im damaligen Dekanat Monschau. Foto: Archiv/P. Stollenwerk

Nordeifel. Pfarrer Klaus Bamfaste ist am vergangenen Freitag nach schwerer Krankheit im Alter von 78 Jahren gestorben.

14 Jahre lang war er in Imgenbroich und Mützenich als Pfarrer tätig. Bevor sich der 1938 in Wuppertal Geborene entschloss, Priester zu werden, absolvierte er zunächst eine Ausbildung zum kaufmännischen Angestellten. Später holte er Abitur und Studium nach und wurde 1971 im Aachener Dom zum Priester geweiht. Es folgten Jahre als Kaplan in Mönchengladbach, Stolberg und Erkelenz. 1982 wurde er Pfarrer in Kohlscheid-Kämpchen. Von dort kam er im Herbst 1989 als Pfarrer in die Gemeinden Imgenbroich und Mützenich.

Fortan sollten die Gemeinden Imgenbroich, Mützenich und Konzen eine „Weggemeinschaft“ bilden. Pfarrer Bamfaste war als Pastor für Imgenbroich und Mützenich zuständig und Pfarrer Dr. Chirayath für Konzen. Beide Priester amtierten im jeweils anderen Ort als Pfarrvikar. Das brachte einschneidende Veränderungen mit sich.

Die Gottesdienstzeiten an den Sonntagen beziehungsweise den Vorabenden wurden turnusmäßig alljährlich verschoben, um günstige und ungünstige Termine einigermaßen gerecht zu verteilen. Das brachte für Klaus Bamfaste ein großes Konflikt- und Verschleißpotential mit sich, dem er sich mit großer Geduld aussetzte, was allerdings auch langfristig die Ursache war für sein frühzeitiges Ausscheiden aus dem Dienst im Jahr 2003.

Seit 1991 ließ sich Pfarrer Bamfaste in seinem Urlaub regelmäßig von polnischen Gastpriestern vertreten. So ergab sich ein Austausch und eine Partnerschaft mit einer Pfarre in Bydgoszcz, dem ehemaligen Bromberg in Polen.

Auch an der heute noch bestehenden Initiative „Café International“ hatte Bamfaste seinen Anteil. Er hatte in Imgenbroich lebende Asylbewerber aus Nigeria 1991 zum Pfarrfest eingeladen. Daraus entwickelten sich neue Impulse und ein Arbeitskreis, aus dem schließlich das Café International entstand, das als Anlaufstelle und Treffpunkt für ausländische Mitbürger dient und vielfältige Hilfen anbietet.

Von 1994 bis 1999 übernahm Bamfaste auch die Aufgabe des Dechants für das Dekanat Monschau. Sein silbernes Priesterjubiläum wurde 1996 mit Konzerten in Mützenich und Imgenbroich begangen. Das Zusammenwirken der beiden Kirchenchöre und weiterer Ausführender aus beiden Pfarreien ließen diese Konzerte zu einem Beispiel für das Zusammengehen in der angestrebten Weggemeinschaft werden.

Am 26. Oktober 2003 wurde Pfarrer Bamfaste in einer gemeinsamen Gottesdienstfeier in der Kirche in Imgenbroich in den Ruhestand verabschiedet. „Drei Tage vor ihrem Dienstantritt in Mützenich und Imgenbroich fiel die Mauer. Und auch Ihnen ging es bei all ihrem Wirken vor allen Dingen um eines, Einheit. ‚Integrieren statt polarisieren‘ war Ihr Lebensmotto“, sagte Gemeindereferentin Scheerer bei der Verabschiedung.

Sie betonte, Bamfaste habe mit seiner Offenheit und Liebenswürdigkeit den Menschen Mut gemacht. „Ich habe in den vergangenen 14 Jahren viele lichtvolle Erfahrungen und Begegnungen machen dürfen, und dafür bin ich dankbar”, erklärte Bamfaste selbst. Zu diesen „Lichtblicken, die die Wehmut schnell vergessen lassen“ zählte er unter anderem die vielen Gespräche mit Kindern und Jugendlichen, die er im Laufe seines Wirkens in der Eifel geführt habe.

Nach seiner Versetzung in den Ruhestand zog er in die Gemeinde Gey in Hürtgenwald. Seitdem arbeitete er in der Seelsorge der Hürtgenwalder Pfarreien mit und übernahm immer wieder priesterliche Dienste. Dem Imgenbroicher Schützenverein blieb er bis zuletzt als Ehrenpräses verbunden.

Die Exequien für Pfarrer Klaus Bamfaste werden am Samstag, 17. Dezember, um 10.30 Uhr in der Pfarrkirche St. Antonius in Hürtgenwald-Gey gehalten.

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