Woffelsbach - Integratives Segel-Camp: Ein kunterbuntes Fest des Miteinanders

Integratives Segel-Camp: Ein kunterbuntes Fest des Miteinanders

Von: P. St.
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Eine kreative Trommel-Performance bildete Ausklang und Abschluss des 5. Integrativen Segel-Camps auf dem Gelände der Sportstätte Wildenhof am Rursee.
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Der gemeinsame Spaß auf dem Wasser nahm einen großen Teil der Aktivitäten beim integrativen Segel-Camp ein.

Woffelsbach. Dass man beim Segeln auch schon einmal den Boden unter den Füßen verliert, ist praktisch Bestandteil dieses Sports. Für die 58 Teilnehmer des integrativen Jugend-Camps am Rursee bei Woffelsbach erhöhte die kurze Bekanntschaft mit dem Wasser nur noch den Spaßfaktor und wird als eine von vielen nachhaltigen Erinnerungen an intensive Tage in der Eifel haften bleiben.

Zum 5. Mal hatte jetzt der Verein zur Förderung von Integrativen Jugendcamps Aachen zu der fünftägigen freizeitpädagogischen Maßnahme eingeladen. Dem Camp am Rurseeufer auf dem Gelände der RWTH-Sportstätte Wildenhof vorausgegangen war das 10. Integrative Segelflug-Camp auf dem Flugplatz Merzbrück mit rund 80 Teilnehmern. Aus der Luft ging es also ans Wasser, wobei beiden Veranstaltungen eines gemeinsam ist: Jugendliche aus der deutschen, belgischen und niederländischen Grenzregion kommen zusammen, um gemeinsam zu zelten, zu spielen zu feiern und Sport zu treiben.

Grenzen werden abgebaut

Ein kunterbunter Haufen junger Menschen, wie er unterschiedlicher kaum sein kann, kam auch diesmal auf dem romantischen Gelände am Rursee zusammen: Jugendliche mit und ohne Behinderung, mit deutschen und ausländischen Wurzeln, sozial benachteiligte Jugendliche und Jugendliche, die sich in einem Ehrenamt außergewöhnlich engagiert haben, wollen in diesen Tagen enger zusammenrücken.

Grenzen werden abgebaut und Berührungsängste verlieren sich, wenn der Rolli-Fahrer auf den irakischen Einwanderer-Sohn trifft, oder das Mädchen mit Down-Syndrom den Jungs von Öcher Bronx begegnet. Diese besondere Mischung macht den Charakter des Camps aus, und weil das Experiment auch im fünften Jahr wieder auf der ganzen Linie funktioniert hatte, trafen sich die Beteiligten, viele Gäste und Förderer zum Ausklang mit Grillen, Tanz und Musik. Durch das schmale Schilsbachtal gelangten die Gäste zum Ort des Geschehens, wo im Rahmen einer kleinen Podiumsrunde Georg Suchotzki, der 1. Vorsitzende des Fördervereins, dem besonderen Geist des Camps nachspürte. Der Aachener Förderverein ist eine Interessengemeinschaft von Einzelakteuren, die sich um die Integration und Inklusion von Menschen bemüht.

Das erste Rursee-Camp vor fünf Jahren startete mit 25 Jugendlichen und fünf Betreuern: diesmal waren es knapp 60 Teilnehmer mit 12 Betreuern. Suchotzki wie auch Geschäftsführerin Uschi Brammertz, die als Motor der Veranstaltung gilt, sehen sich nach wie vor in ihrer Zielsetzung bestätigt: „Das Camp ist gelebte Inklusion.“

Das spüren auch die Teilnehmer selbst. Enrico (16) spricht von „tollen Angeboten auf dem Wasser“, und dem Segel-Camp am Rursee hat er sogar einen Urlaub in Spanien vorgezogen. Lena (14) ist von der besonderen Gruppen-Atmosphäre des Camps berührt: „Zunächst war ich skeptisch, aber dann habe ich schnell neue Freundschaften geschlossen.“

An allen Camps bislang teilgenommen hat Lara Brammertz. Die Streetworkerin für den Südkreis Aachen hatte auch diesmal die pädagogische Leitung übernommen und zeigte sich begeistert vom tollen Teamgeist. Das Camp habe sich kontinuierlich weiterentwickelt und das Angebot sei immer umfangreicher geworden. Auch sie schätzt dieses Gemeinschaftserlebnis der besonderer Art: „Die Teilnehmer erfahren, dass sie auch in einer großen Gruppe alle gleich sind und das es normal ist, anders zu sein.“ Diese Erfahrungen könnten die Jugendlichen mitnehmen in ihren Schulalltag.

Besonders stolz mache es sie, wenn langjährige Teilnehmer später ins Betreuerteam wechselten.

Gebührender Dank wurde auch den Kooperationspartnern zuteil, ob RWTH Aachen, Aachener Bootsclub, DLRG, Kiwanis-Club sowie weiteren Förderern.

Und schließlich erhielten die beiden Camps auch volle Unterstützung von der politischen Seite. Annekathrin Grehling, Aachens Stadtkämmerin, lobte den vorurteilsfreien Charakter der Veranstaltung, stellvertretender Städteregionsrat Hans-Josef Hilsenbeck spürte „die Freude, die das Camp allen bereitet“, und Helmut Mulorz, Roetgens stellvertretender Bürgermeister, zollte allen Respekt, „die dieses Camp möglich machen“. Dass dieses Angebot erhalten bleibt, hofft auch Simmeraths stellvertretender Bürgermeister Norbert Brewer. „An solchen Projekten darf nicht gespart werden.“

Finanzierung steht

Die Finanzierung steht auf stabilen Säulen. Rund 50.000 Euro kosten die beiden Camps in Merzbrück und am Rursee. Finanziert werden sie zum größten Teil vom Landschaftsverband Rheinland. Spenden, Zuschüsse der Städteregion und der Euregio sowie 20 Prozent Eigenkapital des Fördervereins machen dieses großartige und nachhaltige Gemeinschaftserlebnis möglich.

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