Integrationfest endet in einer wilden Prügelei

Von: Oliver Schmetz
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Polizeieinsatz bei der Feier für ein friedliches Europa: Auf dem Sportplatz Breslauer Straße entzündete sich am Sonntag beim Integrationsfest des Bosnischen Kulturzentrums eine Massenschlägerei. Foto: Martin Ratajczak

Aachen. Es sollte ein fröhliches Fest der Integration werden, doch was das Bosnische Kulturzentrum Aachen und der Europaverein „GesellschaftsPolitische Bildungsgemeinschaft e.V” am Pfingstsonntag auf dem Sportplatz an der Breslauer Straße auf die Beine gestellt hatten, endete im Fiasko.

Urplötzlich flogen am frühen Abend die Fäuste, entzündte sich aus noch ungeklärtem Anlass eine Massenschlägerei, an der sich laut Polizei schließlich zwischen 100 und 200 Leute beteiligten.

Mehrere Personen erlitten dabei leichte Blessuren, ein Mann musste mit dem Krankenwagen zur ambulanten Behandlung ins Krankenhaus gebracht werden.

Das Fest, bei dem rund 1200 Besucher überwiegend bosnischer, serbischer, kroatischer und deutscher Herkunft ein Zeichen für ein gemeinsames, friedliches Europa setzen wollten, fand damit ein abruptes Ende.

Für die Polizei dagegen begann ein Großeinsatz: Zehn Streifenwagenbesatzungen waren vor Ort, konnten den Hergang des Geschehens allerdings bislang nur bruchstückhaft klären, auch weil sich viele der Beteiligten in Schweigen hüllten.

Schon als die Beamten den Sportplatz erreichten, seien ihnen mehrere Männer mit leichten Gesichtsverletzungen entgegen gekommen, die aber keine Aussage hätten machen wollen, hieß es.

Laut Polizei waren sich zunächst mehrere kleinere Gruppen in die Haare geraten, wobei fünf Personen auf den Mann eingetreten haben sollen, der später ins Krankenhaus kam.

Schnell hätten sich immer mehr Leute an der Schlägerei beteiligt. Zeitweise habe es auf dem Sportplatz „Flaschen geregnet”, so die Ermittler, ehe schließlich die für das Fest engagierten Security-Kräfte den Tumult beendet hätten.

Die Veranstalter äußerten sich bestürzt über die wilde Prügelei beim Integrationsfest. „Ich bin darüber sehr entsetzt und finde es ehrlich gesagt beschissen, dass so ein Fest so enden muss”, erklärte Peter Schöner vom Europaverein und vermutet als Ursache für den Krawall vor allem Alkohol.

Das sieht auch Dino Gegic vom Bosnischen Kulturzentrum ähnlich, der das Integrationsfest schon zum vierten Mal veranstaltet hat - und sich von der Gewalt nicht entmutigen lässt: „Wir machen das nächstes Jahr wieder, denn wir wollen uns diese Tradition nicht kaputt machen lassen.”
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