„Integration durch Aktion“: Der Fußball als verbindendes Element

Von: kf
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Sport als Türöffner für die Integration: Flüchtlinge aus neun Nationen waren der Einladung des FC Roetgen zum Spiel der 1. Mannschaft gefolgt. Weitere Aktionen sollen folgen. Foto: Katharina Isabel Franke

Roetgen. „Integration durch Aktion“ hieß es jetzt beim Spiel der 1. Mannschaft des FC 1913 Roetgen gegen Kornelimünster. An diesem Spieltag waren neben den Fans der beiden Mannschaften auch erstmalig Flüchtlinge und Migranten, die in Roetgen und Rott leben, anwesend.

FC-Sponsor Stephan Speitkamp hatte sein Engagement für das Jahr 2016 mit der Integration von Flüchtlingen verknüpft. Dadurch, dass in einem Verein wie dem FC 1913 Roetgen viele Menschen interagieren, sei dies der geeignete Ort, um Integration möglich zu machen, so Speitkamp. Da Sport, egal, ob man als Zuschauer das Spiel verfolgt oder selbst kickt, ein Anlass ist, sich auszutauschen, organisierte der Verein zusammen mit Maria Feige vom Flüchtlingsrat Roetgen diesen besonderen Tag.

Neben dem Spiel, das alle kostenlos verfolgen konnten, gab es für die Flüchtlinge, die aus neun Nationen stammen, Waffeln, Kuchen und Getränke ebenfalls kostenfrei. Aufgrund des weihnachtlichen Wetters verzichtete man auf die Hüpfburg und setzte stattdessen auf Wurfspiele für die jüngeren Zuschauer. Eine kleine Trainingseinheit wurde nach dem Abpfiff ebenfalls angeboten.

Besonders erfreut zeigte sich Organisator Speitkamp, dass er keinerlei Anfeindungen für seine Idee erfuhr: „Kein einziger war kritisch, alle waren mehr als positiv.“ Mit dieser Aktion möchte man auch Vorreiter sein und andere Eifeler Vereine ermutigen, ebenfalls Sport als Türöffner für Integration zu nutzen. Dabei sei das Zusammenspiel von Integration und Fußball eine „klare Win-win-Situation“ für beide Seiten, da die Vereine wie auch Flüchtlinge voneinander lernen könnten.

Warum Speitkamp sich in der Flüchtlingsarbeit engagiert, ist für ihn selbstverständlich: „Bei einer solchen Aufgabe die Hände in den Schoß legen wäre falsch.“ Maria Feige vom Flüchtlingsrat Roetgen bestätigte im Rahmen der Veranstaltung, dass dieser Tag als Auftaktveranstaltung angesehen werden soll.

Weitere Zusammentreffen zwischen Flüchtlingen, die unter anderem aus Syrien, Albanien, Mazedonien und dem Iran stammen, seien bereits geplant. Einige Kinder würden bereits für den Roetgener FC 1913 spielen, darunter auch zwei Mädchen. Die Ausstattung für die neuen Kicker war „sehr entgegenkommend und großzügig“, so Feige.

Warum Feige sich ehrenamtlich in der Flüchtlingshilfe engagiert, stellt sie klar: „Man muss auch im Kleinen helfen. Sonst kriegen wir hier große Probleme. Alle haben Gründe, hierher zu kommen.“

Für Friedrich Keßel, Vorsitzender des FC 1913 Roetgen, ist Sport ebenfalls ein Schüssel zur Integration: „Durch das Spielen findet man zueinander. Da ist die Sprache erstmal nicht so wichtig. Außerhalb des Platzes ist sie allerdings das A und O.“ Die 20 Kinder und Jugendlichen, die bereits seit einigen Wochen im Verein spielen, würden dies beweisen.

Leider komme es aber immer wieder zu bürokratischen Schwierigkeiten, da auch die neuen Bürger Roetgens eine Spielergenehmigung des DFB benötigen. Die persönlichen Unterlagen und Dokumente der Flüchtlinge sind oft nicht mehr vorhanden und die Neuanschaffung beansprucht längere Zeit. Das hindert momentan noch einige Fußballinteressierte an der aktiven Teilnahme.

Einer der anwesenden Gäste war auch der 31-jährige Amadou aus Guinea, der seit sieben Monaten in Roetgen lebt. Schon in seinem Heimatland mochte er Fußball, außerdem möchte er die Menschen kennenlernen, die in Roetgen leben: „Ich möchte Sport gucken und mit den Leuten reden. Rausgehen ist besser als schlafen“, sagt er.

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