Inklusions im Karneval: Aus U-Boot wird ein Raumschiff

Von: peo
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Fleißig gewerkelt wird derzeit jeden Donnerstag bei der Grenzlandjugend in Roetgen, wo das U-Boot des vergangenen Jahres in diesem Jahr nach den Sternen greift. Das Inklusionsprojekt „Wir Alle“ ist mit vielen Beteiligten auch dieses Jahr beim Karnevalszug in Simmerath dabei. Foto: Peter Offermann

Simmerath. Was letztes Jahr mit einem U-Boot und einem riesigen Erfolg begann – schließlich waren die über 60 Jugendlichen die größte Fußgruppe im Simmerather Tulpensonntagszug – wird dieses Jahr fortgesetzt: eine bunt gemischte Gruppe mit Kostümen aus der Unterwasserwelt, welche im Rahmen des Inklusionsprojekts „Wir alle“ (in einem U-Boot) junge Menschen verband – mit und ohne Behinderung.

Die große Beteiligung war schon überraschend und schaffte es, bestehende Barrieren im Denken und Empfinden sowie Berührungsängste beim gemeinsamen Basteln und auch während des Karnevalszuges zu nehmen. Durch die lange Vorbereitung war zwar Durchhaltevermögen gefragt, jedoch lernten die Jugendlichen so spielerisch und mit einer Menge Spaß, sich aufeinander einzulassen, Vorurteile abzubauen, anderen Menschen mit Empathie zu begegnen und im Team zu arbeiten. Durch das aktive Miteinander und die gegenseitige Anerkennung und Wertschätzung wurde nicht nur das Selbstbewusstsein gestärkt, sondern auch ganz praktisch erfahrbar, wie Inklusion im Alltag funktioniert, genauso wie die Tatsache, dass man während der jecken Tage auch ohne einen Tropfen Alkohol Spaß haben kann.

Und was so erfolgreich war, geht in diesem Jahr von den Tiefen der Ozeane ab in die unendlichen Weiten des Weltraums. „Raumschiff Grenzenlos – jetzt heben wir ab“ lautet denn auch das gemeinsame Motto der Jugendarbeit/Streetwork Nordeifel (Städteregion Aachen), der Koordinierungs- und Kontaktstelle für Menschen mit Behinderung (KoKoBe), des Jugendcafé Simmerath (Jugendaktiv Simmerath e.V.), des Helena-Stollenwerk Hauses (Vinzenz-Heim Aachen gGmbH), der Grenzlandjugend Roetgen und des ABK Hilfswerks. Bereits seit November laufen die Vorbereitungen, um aus dem U-Boot ein Raumschiff zu machen.

Marsianer und Astronauten

Auch an den Kostümen wird emsig gebastelt, egal ob man als Roboter, Marsianer, Astronaut oder Stern dabei sein möchte. Ebenfalls wie im letzten Jahr darf sich selbstverständlich wieder jeder mit Ideen in die Gruppe einbringen. Der Fantasie und der freien Entfaltung sind keine kreativen Grenzen gesetzt. Aufgrund dieser Vorreiterrolle könnte das Projekt Schule machen. Denn der Spaß verbindet doch schließlich mehr als alles andere – gerade im „jecken“ Rheinland.

Der besondere Dank des Planungsteams, bestehend aus Lara Brammertz (Jugendarbeit/Streetwork Nordeifel), Babette Siewe (Jugendaktiv Simmerath e.V.) und Anna-Lena Halm (ABK Hilfswerk) gilt in diesem Jahr der Jugendpflege der Städteregion Aachen im Bereich Kulturprojekte, welche das inklusive Karnevalsprojekt finanziell unterstützt hat.

Und wer noch unentschlossen ist, was er am karnevalistischen Sonntag machen möchte, ist herzlich eingeladen, den Umzug mitzugestalten. Denn die Rollen des Star-Wars-Universum sind bislang noch gänzlich unbesetzt. Definitiv freuen darf sich aber auch die KG Sonnenfunken, denn eine Teilnahme der inklusiven Truppe dürfte auch für die Session 2017 sicher sein.

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