Ingo Zamperoni ist Gast beim Journalistenseminar in Rohren

Von: Alina Schreiber
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Beim Journalistenseminar in Rohren lernt der journalistische Nachwuchs das Handwerkszeug und auch von den Erfahrungen ehemaliger Teilnehmer. Foto: A. Feininger
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Ingo Zamperoni von den „Tagesthemen“ (am Tisch, Mitte) beantwortete in der Alpenvereinshütte viele Fragen. Foto: A. Schreiber

Rohren. An zehn Tagen im Jahr wird das kleine Dorf Rohren zum Ziel wissbegieriger Nachwuchsjournalisten. In die Alpenvereinshütte kamen in diesem Jahr 17 von ihnen. Prominenter Gast war Ingo Zamperoni, Moderator der ARD-Fernsehsendung „Tagesthemen“.

Das Journalistenseminar Rohren existiert seit 1990 und wird von Ulrich Adrian geleitet, der als ARD-Auslandskorrespondent gerade erst aus Moskau in die Eifel angereist kam. Veranstalter des Seminars ist die Agentur für Arbeit Aachen. Daneben bilden die Ehemaligen den „Verein zur Förderung des journalistischen Nachwuchses Rohren“, der als weiterer Veranstalter fungiert.

Zum Leiterteam gehören neben Ulrich Adrian auch Michael Latz vom NDR und Theresa Tropper von der Deutschen Welle. Auch Anna Feiniger von „Rohren 25“ unterstützt das Team.

Aus ganz Deutschland reisten am vergangenen Mittwoch die Teilnehmer an. Einige spannende Programmpunkte haben sie schon hinter sich. Unter anderem bearbeiteten sie in Kleingruppen ihre Bewerbungen mit den Berufsberatern Lothar Dröge, Anke Hahn und Stefan Biernat.

Die ersten beiden Tage bedeuteten vor allem eines: ganz viel Theorie. Am Freitag standen die ersten Termine auf dem Plan, für die sie in Zweierteams durch die gesamte Region zogen: Pferde-Reha in Kalterherberg, Escape-Room in Aachen, „Rursee Rock“ in Rurberg, Bauerngolf in Mechernich und ein Reitturnier in Würselen waren dabei.

„Radio Rohren“ auf Sendung

Die Teilnehmer mussten Live-Schalten für „Radio Rohren“ absolvieren. Die 17-jährige Leonie Wendt, die ihre Live-Schalte vom Escape-Room in Aachen machte, erzählte, dass bei ihr alles schief lief, da es Probleme mit der Verbindung gab. So mussten sie innerhalb von einer Stunde eine Möglichkeit finden, ein Festnetztelefon mit guter Verbindung aufzutreiben.

Michael Latz erklärte, dass sich das Seminar jedes Jahr weiterentwickelt: „Der neueste Schrei ist ‚Mobile Reporting‘. Am Montag gingen alle raus und bearbeiten alles online.“ Aus diesen Beiträgen entwickelte sich dann ein Blog, der über alle Erlebnisse auf dem Laufenden hielt.

„Mein Highlight war bisher der Vortrag zum investigativen Journalismus von Stephan Große“, erklärt die 27-jährige Teilnehmerin Sandy Liesen. Um einen Überblick über die Vielfalt des Berufes zu bekommen gibt es den Ehemaligenabend. Auch vergangenen Samstag war es wieder soweit und rund 50 Personen saßen beisammen und erzählten aus ihrem Berufsleben.

Im Mittelpunkt stand dieses Jahr Ingo Zamperoni. „Ingo war mein Producer. Wir haben eine unvergessliche Reise zusammen nach Alaska gemacht. Wir haben Bären gejagt“, erklärte er. In Washington lernten sie sich kennen und arbeiteten dort zusammen. „Der Ingo hat dank mir seine erste Live-Schalte gemacht. Er war mir also was schuldig“, sagt Adrian.

Nach fünf Jahren Planung hat es in diesem endlich geklappt, so dass die Rohrener ihre Fragen an den Tagesthemen-Moderator stellen konnten. Am Sonntag hatten alle 17 Teilnehmer gute drei Stunden Zeit, ihn mit Fragen zu löchern. Zamperoni ist bekannt dafür, die Sendungen locker und trotzdem seriös zu moderieren. Warum das bei ihm klappt, begründete er so: „Fernsehen funktioniert über Emotionen.“ Er versucht die Zuschauer neugierig zu machen oder zu überraschen.

Ein weiteres Thema, das immer wieder aufkam, ist seine Herkunft. Er besitzt sowohl die deutsche als auch die italienische Staatsbürgerschaft. Das bereite ihm jedoch wenig Probleme: „Ich sage nicht, ich sitze zwischen zwei Stühlen, sondern auf zwei Stühlen.“ Zamperoni erklärte immer wieder, dass sein Ziel nie war, berühmt zu werden, sondern es ihm immer um Menschen und Geschichten gegangen sei.

Er möchte einen „kleinen, bescheidenen Beitrag dazu leisten, dass die Leute Themen besser verstehen“, berichtete er den interessierten Zuhörern. Er gab den Kursteilnehmern den Tipp, dass man in dem Beruf nicht in eine Rolle schlüpfen solle, sondern – auch vor einer Kamera – immer die eigene Person sein solle.

In Rohren standen in dieser Woche noch zahlreiche Herausforderungen auf dem straffen Plan. Am Dienstagabend um 20 Uhr fand die Fernsehsendung statt, die auch in diesem Jahr wieder live auf Facebook übertragen wurde.

Am Donnerstag kommt es dann zum nächsten Höhepunkt, der Radiosendung. Auch diese wird ab 18 Uhr live auf Facebook übertragen. Es gibt auch einen Podcast der Radiosendung.

Bis dahin hatten die Teilnehmer jedoch noch ein wenig Zeit, um gegen die schwierigen Eifeler Bedingungen anzukämpfen. Denn nicht nur journalistischen Hürden stellen sie sich. Der Weg über Widdau nach Rohren bedeutet jedes Jahr erneut eine abenteuerliche Reise. „Im Berg anfahren kann ich jetzt!“, erzählt beispielsweise Julian Zunft lachend, der dieses Jahr als Teilnehmer dabei ist und Sportjournalismus in Köln studiert.

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