In Simmerath wird's teurer, in Konzen billiger

Von: Heiner Schepp
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Das Baugebiet Lohmühlenstraße in den Grenzen der einstigen Simmerather Sportstätten wird derzeit erschlossen und bereits vermarktet. Für 115 Euro je Quadratmeter kann man eines der 50 Baugrundstücke erwerben, mit Kindern wird es etwas Foto: Heiner Schepp

Nordeifel. Die Bauland- und Grundstückspreise in der Nordeifel haben sich auch im vergangenen Jahr nur geringfügig geändert. Dies geht aus den nun veröffentlichten Bodenrichtwerten hervor, die der Gutachterausschuss der Städteregion Aachen jährlich im Frühjahr vorlegt.

Der Bodenrichtwert gibt den im vergangenen Jahr durchschnittlichen gezahlten Quadratmeterpreis für baureifes Land in bebauten Gebieten wieder. Abweichungen eines einzelnen Grundstücks vom Bodenrichtwert in den wertbeeinflussenden Merkmalen und Umständen – wie Erschließungszustand, spezielle Lage, Art und Maß der baulichen Nutzung, landwirtschaftliche Nutzung, Bodenbeschaffenheit, Grundstücksgestalt, insbesondere Grundstückstiefe oder Grundstücksgröße – bewirken in der Regel entsprechende Abweichungen des Verkehrswertes vom Bodenrichtwert. Der jährlich fortgeschriebene Wert für einzelne Stadtteile, Dörfer und Ortslagen ist nicht bindend für Grundstücksgeschäfte, dient aber von jeher als Orientierung für Käufer und Verkäufer. Beeinflusst wird er dabei auch von der Zahl der getätigten Grundstücksverkäufe, unterliegt also auch den Marktgesetzen von Angebot und Nachfrage. Und in der Eifel steigt derzeit eher die Nachfrage nach Wohnungen als nach Bauland.

Wer derzeit in der Nordeifel ein Baugrundstück sucht, wird in aller Regel auch fündig – unabhängig von der Wohnlage und dem entsprechenden Preis. Allerdings herrscht eine größere Nachfrage naturgemäß in den Siedlungsschwerpunkten, also dort, wo eine gute Infrastruktur mit Einkaufsmöglichkeiten und verkehrsmäßig guter Anbindung an Mittel- und Oberzentrum gegeben ist.

Schon der erste Blick auf die Tabellen rechts zeigt, wo es Bauwillige aktuell hinzieht: Alle drei Ortsteile von Roetgen sowie Lammersdorf und Simmerath weisen die höchsten Bodenrichtwerte auf, stehen derzeit gerade bei zuziehenden Familien hoch im Kurs, sind aber, wenn man so will, auch das teuerste Pflaster für Ansiedlungswillige in der Eifel.

Für 15 bis 25 Euro weniger bekommt man derzeit den Quadratmeter Bauland in Konzen und Imgenbroich, wo gute Einkaufsmöglichkeiten ebenfalls vor der Türe und die Anbindung nach Aachen über die B258 (unabhängig von der aktuell diskutierten Frage, ob diese Verbindung „schnell“ ist) gegeben ist. Bei einer – heute eifeltypischen – Grundstücksgröße von 500 bis 700 Quadratmetern haben Käufer in Konzen oder Imgenbroich schnell 10 000 Euro gegenüber dem gleichen Grundstück in Lammersdorf und Simmerath gespart.

Das große Aber: In Konzen gehen die freien Grundstücke, beispielsweise auf dem ehemaligen Sportplatz, zur Neige und Kaufwillige sind, ebenso wie in Imgenbroich, schon auf den privaten Verkaufsmarkt angewiesen. Da aber private Grundstücksbesitzer bei den derzeit vergleichsweise niedrigen Preisen für Monschaus Siedlungsschwerpunkte kaum verkaufswillig sind, ist es derzeit schwer, hier überhaupt Bauland zu bekommen. „Wir werden deshalb in Imgenbroich bald neues Bauland anbieten“, hat Monschaus Bürgermeisterin Margareta Ritter nun angekündigt.

Auffällig beim Blick auf die Bodenrichtwerte der Nordeifel sind die gravierenden Preisunterschiede selbst von einem Ort zum nächsten. Mit 35 Euro zahlen Kaufwillige derzeit in Dedenborn oder Hammer aktuell die niedrigsten Grundstückspreise, während wenige Kilometer aufwärts über die kurvenreichen L106 und B266 in Eicherscheid (80) oder Kesternich (75) mehr als das Doppelte gefragt wird. Auch Höfen (40), Alzen (35) oder Rohren (40) verhilft die relativ kurze Anbindung zur A1 nicht zu wertvollerem Bauland.

Die Bodenrichtwerte 2014 entsprechen bis auf drei Ausnahmen den Werten des Vorjahres. Allein für Konzen sank der Bodenrichtwert; dagegen wurde das Bauland in Roetgen nochmals um fünf Euro teurer, liegt aber immer noch um 30 Euro und mehr unter den Preisen, die man beispielsweise in Walheim bezahlt.

115 Euro in Simmerath

Gar um zehn Euro verteuerte sich das Bauland für Simmerath, wo die Immobiliengesellschaft der Sparkasse das Baugebiet Lohmühlenstraße vermarktet. Das Bauland auf dem ehemaligen Simmerather Sportplatz zeigt aber auch, dass Bodenrichtwerte nicht immer den aktuellen Preis darstellen. Für eines der rund 50 Grundstücke (350 bis 660 Quadratmeter groß) berechnet die S-Immo 115 Euro als Quadratmeterpreis, wobei eine Familienförderung (10 Preisnachlass je Kind, aber maximal drei Kinder) möglich ist.

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