In Simmerath: „Am besten die Finger davon lassen”

Von: P. St.
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Simmerath. Der Worte sind nach mehrheitlicher Auffassung genug gewechselt, jetzt sollte entschieden werden, ob es sich die Gemeinde Simmerath alleine oder mit Partnern zutraut, die Stromversorgung nach Ende der Laufzeit der Konzessionsverträge mit dem RWE in Eigenregie zu übernehmen.

Nach einer längeren Debatte im Simmerather Hauptausschuss und drei vorangegangenen Informationsveranstaltungen kam man bei vier Gegenstimmen zu der Auffassung, „dass wir am besten die Finger davon lassen”, so CDU-Fraktionssprecher Bruno Löhrer.

Eine von den drei Eifelkommunen Monschau, Roetgen und Simmerath in Auftrag gegebene Machbarkeitsstudie hatte bei den drei Bürgermeistern bereits die einheitliche Erkenntnis bewirkt, von einer Rekommunalisierung des Stromnetzes Abstand zu nehmen. Stattdessen möchte man lieber ein optimales Ergebnis beim Neuabschluss der Konzessionsverträge, die wieder eine Laufzeit von 20 Jahren haben könnten, zu erzielen. Die alten Verträge laufen Ende 2012 aus.

Eine so klare Festlegung behagte SPD und Grünen zum jetzigen Zeitpunkt aber noch nicht. „Wir vergeben eventuell eine große Chance”, befürchtete Günter Mießen (Grüne). Die Möglichkeit, mit Hilfe des Perlenbachverbandes einen kommunalübergreifenden Zweckverband für die eigene Stromversorgung zu gründen, sah er als noch nicht ausreichend geprüft an. Auch sollte man noch Vertreter der Kommune Schönau (Schwarzwald) einladen, die über das dort erfolgreiche Projekt einer eigenen kommunalen Stromversorgung informieren sollten. Auch SPD-Sprecher Gregor Harzheim sah darin „einen guten Vorschlag.”

Die Einbindung des Perlbachverbandes ist für Bruno Löhrer hingegen kaum vorstellbar: „Das ist eine Nummer zu groß.” Sein Informationsbedarf sei durch die intensive Diskussion gedeckt, aber es sei jedem unbenommen, weitere Prüfungen vorzunehmen.

Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns räumte einer kommunalen Lösung bei der Suche nach der besten Lösung aber nur wenig Chancen ein. In der Machbarkeitsstudie sei die Rede davon, dass man 50 000 Euro einsparen könne, aber das enorm hohe einzugehende Risiko rechtfertige eine solche Ersparnis nicht. Zudem gebe es derzeit erheblich differierende Vorstellungen in zweistelliger Millionenhöhe, was den Ankauf des Netzes betreffe. Hier drohe also zunächst einmal ein langwieriger Rechtsstreit.

Gegen weitere Informationen wollte sich aber auch Karl-Heinz Hermanns nicht wehren. Er werde in seiner Funktion als neuer Verbandsvorsteher des Wasserversorgungszweckverbandes ab 1. Januar 2012 das Thema dort zur Sprache bringen, um eine Einschätzung dieses Vorschlages zu erhalten.

Keinen Diskussionsbedarf gab es zum gleichen Komplex beim Thema Gasversorgung, was in Simmerath ohnehin bei weitem nicht die Bedeutung gegenüber der Stromversorgung besitzt. Auch hier laufen die Konzessionsverträge aus. Das Risiko einer Rekommunalisierung wurde ebenfalls als zu groß betrachtet und das Thema damit einstimmig zu den Akten gelegt.
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