In schwieriger Zeit Mut und Menschlichkeit bewiesen

Von: dm
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Im Auftrage des Bischofs überreicht Pfarrer Rolf-Peter Cremer (links), Hauptabteilungsleiter im Generalvikariat, an Inge Theißen die Urkunde über die Auszeichnung als „Lebendiger Schatz im Bistum Aachen”. Mit ihr freuen sich die Ehrenamtler, die im Café International in Imgenbroich engagiert sind. Foto: dm

Imgenbroich. Zur Feier des Tages gehörte natürlich auch ein Festessen - allerlei Köstlichkeiten aus Fleisch, Obst, Gemüse und Reis, fein und lecker zubereitet nach einem arabischen Rezept von Frau Shemsa. Die vielen Gäste im „Café International” konnten sich an diesem Nachmittag verwöhnen lassen.

Der Anlass für das Fest: Das Caf International in Imgenbroich wurde als „Lebendiger Schatz im Bistum Aachen” ausgezeichnet. Dazu waren Pfarrer Cremer und Renate Müller aus Aachen in die Eifel gekommen.

Das Café ist längst zum wichtigsten Treffpunkt und zur Kontaktstelle für Menschen mit Migrationshintergrund in der Region Nordeifel geworden.

Seit 15 Jahren existiert das Café International im Pfarrheim St. Josef in Imgenbroich als Integrationsprojekt für Migrantinnen und Migranten. Eröffnet wurde es am 1. Mai 1994.

„Heute ist für uns ein ganz besonderer Tag”, freute sich Inge Theißen, die das Café leitet und dabei von vielen engagierten Ehrenamtlern unterstützt wird.

Sie erinnerte in ihrem Grußwort an die Anfänge des Cafés in einer „schwierigen Zeit”, als die Initiative noch „Monschauer Arbeitskreis für Asylbewerber hieß, abgekürzt „Mafia”.

So hat alles angefangen: Klaus Bamfaste, damals Pfarrer in Imgenbroich, hatte die 28 Afrikaner, die im Haus am unteren Karweg wohnten, zu einem Fest in Pfarrheim eingeladen. Aus diesem Fest ist dann ein Arbeitskreis geworden und schließlich die Initiative Caf International.

Im Auftrag von Aachens Bischofs Heinrich Mussinghoff war Pfarrer Rolf-Peter Cremer, im Generalvikariat Hauptabteilungsleiter Pastoral/Schule/Bildung, nach Imgenbroich gekommen, um das Café auszuzeichnen und den Ehrenamtlern für ihr beispielhaftes Engagement zu danken.

Das Bistum Aachen habe „keinen großen Geld- und Goldschatz”, wohl aber „lebendige Schätze an Menschen, die sich einsetzen” und mit ihrem Einsatz „das Gesicht der Kirche und des Bistums” mit prägten. Im Café International sei Platz für Begegnungen, Gespräche und für mehr Menschlichkeit.

Für Renate Müller, Vorsitzende des Diözesanrates der Katholiken im Bistum Aachen, ist das Café International ein „sehr fester Knoten, der großen Belastungen standhalten” könne.

Hier sei ein „Netz von Menschen entstanden, die sich um Menschen sorgen”, das Gemeinschaft ermögliche und bei „geschundenen Menschen wieder Vertrauen wachsen” lasse.

Renate Müller erinnerte an die damals „verdammt aufgeheizte Debatte” um Flüchtlinge und Asylbewerber. Mit seinen engagierten Ehrenamtlern habe das Café versucht, „das Umfeld zu ändern und Begegnung zu ermöglichen”.

Die Menschen, die im Café Zuflucht, Gemeinschaft, Verständnis und Hilfe suchen und finden, kommen aus 13 Nationen, die größte Gruppe stammt aus dem Irak. Kaum noch vertreten sind Afrikaner (derzeit nur eine Frau aus dem Kongo), fast alle Afrikaner sind nach Aachen gezogen.

Leiterin Inge Theißen äußerte während der Feier auch Geburtstagswünsche: Mehr Kontakte und eine bessere Zusammenarbeit mit den Pfarren, der Region und dem Bistum Aachen. Und: Dass mehr Einheimische zur Begegnung mit den in der Region Nordeifel lebenden Ausländern und Flüchtlingen bereit sind.
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