Roetgen - In Roetgen wird es keinen Stillstand geben

In Roetgen wird es keinen Stillstand geben

Von: heg
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Trotz knapper öffentlicher Kassen und der Folgen der weltweiten Krise blicken sie optimistisch in die Zukunft: Hubert Herpers, Chef der Sparkasse (links), und Roetgens Bürgermeister Manfred Eis. Foto: Helga Giesen

Roetgen. Zahlreiche Besucher drängelten sich am Samstagmorgen beim traditionellen Neujahrsempfang der Gemeinde Roetgen im Sitzungssaal des Rathauses. Kaum jemand der mehr als 120 Geladenen hatte sich von Tief „Daisy” davon abhalten lassen, der Einladung von Bürgermeister Manfred Eis zu folgen.

Die Gäste stellten einen bunten Querschnitt des öffentlichen Lebens der Gemeinde dar. Der Verwaltungschef konnte Repräsentanten aus Kultur, Kirchen, Vereins- und Geschäftsleben ebenso willkommen heißen wie Vertreter aus Politik und Verwaltung, der Kindergärten, von Polizei und Feuerwehr. Aus der Region konnte der Bürgermeister ebenfalls einige Gäste begrüßen wie seine Amtskollegen Karl-Heinz Hermanns aus Simmerath und Hans-Dieter Laschet aus Raeren sowie Dr. Thomas von der Wirtschaftsförderungsgesellschaft des ehemaligen Kreises Aachen. E

in besonderer Gruß galt auch dem neuen Chef der Sparkasse Aachen, dem Vorstandsvorsitzenden Hubert Herpers, der die Tradition der Gastredner zu einem jeweils aktuellen Thema beim Roetgener Neujahrsempfang fortsetzte. Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung vom Jugendorchester der Musikvereinigung Roetgen unter der Leitung von Harry Brandts.

Mit einem kurzen Rückblick ließ Eis die wichtigsten Ereignisse des Jahres 2009 auf kommunaler Ebene Revue passieren. Er erinnerte an den Tod des ehemaligen stellvertretenden Bürgermeisters Peter Pricken ebenso wie an die Veränderung der politischen Landschaft nach den Kommunalwahlen.

Markante Daten seien der erste Spatenstich für die Grundschulerweiterung, die Einweihung der Wanderstation am Pferdeweiher, das Richtfest für die Erweiterung der TV-Sporthalle und die Enthüllung einer Gedenktafel gegen das Vergessen gewesen. Weiter schlug er den Bogen vom Arbeitsbesuch des Weihbischofs Dr. Bündgens über die Fotoausstellung der französischen Partnergemeinde Wervicq-Sud im Rahmen des Handwerkermarktes bis hin zu sportlichen Themen wie dem Aufstieg der Fußballer des SV Rott in die Landesliga.

Millionen auf dem Papier

Wenig erfreulich sei der Ausblick auf das Jahr 2010 vor dem Hintergrund der drastisch knapper werdenden öffentlichen Finanzen. Auch wenn die Eröffnungsbilanz zur Einführung des neuen Haushaltsrechts ein Eigenkapital in Höhe von rund 51 Millionen Euro ausweise, dürfe das nicht zu der Annahme verleiten, dass es um die Gemeindefinanzen gut bestellt sei, erklärte der Bürgermeister.

Dieser Betrag stehe nur auf dem Papier und klingele nicht in der Kasse, schließlich könne man niemandem zehn Kilometer Straße verkaufen, merkte er mit einem Augenzwinkern an.

Gleichwohl werde es in Roetgen keinen Stillstand geben, versicherte er. So werde 2010 der Waldfriedhof in Rott eröffnet und ein Aussichtspodest an der Dreilägerbachtalsperre gebaut. Die Erschließung des Plangebiets Wiedevenn II im Ortszentrum stehe ebenso an wie die Vorbereitung zur Erweiterung des Gewerbegebietes, die Anlegung eines Kinderspielplatzes am Pferdeweiher und neue Initiativen zur Einzelhandelsentwicklung in Roetgen, nachdem Aldi sich vom Standort Faulenbruchstraße zurückgezogen hat.

Auch wenn über eine UMTS-Richtfunkverbindung die Internetversorgung in Rott und Mulartshütte verbessert werden konnte, hoffe er immer noch auf einen Anschluss über ein Glasfaserkabel.

Die Ankündigung, dass für die Löschgruppe Rott der Feuerwehr ein neues Löschfahrzeug angeschafft werde, nahm er zum Anlass, allen Einsatzkräften und darüber hinaus allen ehrenamtlich Tätigen für ihr Engagement zu danken. Ohne diese Bereitschaft, die eigenen Interessen zurückzustellen und sich in der Freizeit immer wieder für andere Menschen einzusetzen, gäbe es in diesem Staat eine Menge ungelöster Probleme.

Keine Kreditklemme

Der Hinweis, dass die Gemeinde zur Erfüllung ihrer Aufgaben in Zukunft vermehrt Kassenkredite in Anspruch nehmen muss, leitete über zum Referat von Sparkassen-Chef Hubert Herpers, der zu der viel zitierten „Kreditklemme” Stellung nahm. Herpers erläuterte im Hinblick auf die Kreditvergabe u. a. den Zusammenhang zwischen der Eigenkapitalausstattung der Geldinstitute einerseits und schlechten Bilanzen der Unternehmen anderseits und betonte, dass die Sparkasse Aachen gut aufgestellt sei.

Auch ihr Beitrag zur Rettung der Landesbank werde sie nicht in Schwierigkeiten bringen, es werde weder eine Gebührenerhöhung geben noch werde die Unterstützung der Vereine eingestellt, und auch die Kreditvergabe an Unternehmen und Bürger gerate nicht ins Stocken. Dezentrale regionale Institute, zu denen neben den selbst von der Financical Times gelobten Sparkassen auch die Genossenschaftsbanken gehören, garantierten eine hohe Stabilität. Von einer Kreditklemme könne in der Region keine Rede sein, zog er das Fazit.

Herpers erinnerte auch an die 175-jährige Geschichte der Sparkasse Aachen, die 1834 mit der Gründung des „Vereins zur Beförderung der Arbeitsamkeit” durch David Hansemann ihren Anfang genommen hat. Im Jubiläumsjahr habe die Sparkasse die Stiftungssummen erhöht, die der Unterstützung der Vereine und neu auch der Förderung des Ehrenamts zugute kommen. Bürgermeister Eis dankte dem Referenten für die anschauliche „Nachhilfestunde” und ließ den offiziellen Teil des Empfangs mit der Intonierung der Nationalhymne durch das Jugendorchester ausklingen. In angeregtem Gespräch blieben die Gäste noch eine Weile zusammen.
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