Roetgen - In Roetgen wächst das Freifunk-Netz

In Roetgen wächst das Freifunk-Netz

Von: hes
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Zwei unscheinbare weiße Kästchen an der Fassade des Roetgener Rathauses sorgen künftig dafür, dass man bis zur Hauptstraße freies WLAN empfängt. Hat man sich einmal in das Netz eingewählt, finden Smartphone, Tablet und Laptop das Netz immer wieder ohne weiteres Zutun des Benutzers. Foto: Heiner Schepp

Roetgen. Der Nikolaus hat‘s gebraucht und es läuft stabil: Die Gemeinde Roetgen betreibt seit Anfang Dezember ein sogenanntes Freifunk WLAN-Netz für das Rathaus und auch dessen näheres Umfeld. Vier Router im Rathaus selbst und zwei weitere auf der Außenwand zur Hauptstraße sorgen dafür, dass im und am Rathaus jeder Handy-, Tablet- oder Laptopbesitzer kostenlos online gehen und surfen kann.

Bei der Schaffung eines freien Funknetzes auch für Roetgen habe man sich bewusst für Freifunk entschieden, „da es sich dabei um eine ehrenamtlich betriebene Initiative mit einer großen Community in Aachen und der Städteregion handelt“, sagte Bürgermeister Jorma Klauss am Dienstag bei der Vorstellung des Projekts.

Freifunk ist eine nichtkommerzielle Initiative, die sich dem Aufbau und Betrieb eines freien Funknetzes, das aus selbstverwalteten lokalen Computernetzwerken besteht, widmet. Zu den Zielen gehören die Förderung lokaler Kommunikation, ein möglichst dezentraler Aufbau, Anonymität und Überwachungsfreiheit.

Die Freifunk-Gemeinschaft ist dezentral organisiert. Jede Privatperson, die einen Freifunk-Router aufstellt, darf und soll über die technische Ausgestaltung frei verfügen. „Wir möchten daher alle Roetgener ermuntern, sich der Gemeinschaft anzuschließen und bei sich zu Hause einen Freifunk-Zugangspunkt zu installieren. Die Router gibt‘s ab 20 Euro und die sehr agile Aachener Freifunk-Community hilft gerne bei der Installation“, so Jorma Klauss.

Großen Wert legt man bei der Gemeinde Roetgen auf die klare Trennung zwischen dem Netzwerk der Gemeinde und dem freien Netz. „Diese Bereiche sind auch physikalisch getrennt, da die Verwaltung naturgemäß mit sensiblen Daten arbeitet.“

Jorma Klauss empfiehlt aber auch den Nutzern des freien Netzes, gewisse Sicherheitsstandards einzuhalten, auf die jeder Benutzer beim Empfang auch hingewiesen wird. Auch verweist der Bürgermeister auf die sogenannte „Fair-Use-Regel“ der Freifunker, die alle Nutzer ersucht, auf übermäßiges Downloaden oder Streamen im Freifunknetz zu verzichten, da sich sonst die Surfgeschwindigkeit für alle Nutzer verlangsame.

Die Rathaus-Router verfügen lediglich über eine Bandbreite von 15.000 Mbit/s, „was auch ein Beleg dafür ist, dass die Gemeinde dringend ihr Breitbandnetz ausbauen muss“, kündigte der Bürgermeister ein „IT-mäßig spannendes Jahr 2017 für Roetgen“ an. Dazu gehört auch die Installation eines weiteren Freifunk-Routers für den Bürgersaal, denn auch dort ist bislang weder WLAN, noch ein Mobilfunknetz empfangbar.

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