In Monschau kommen bald 200 weitere Flüchtlinge an

Von: Heiner Schepp
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Seit gut 13 Monaten dient die ehemalige Hauptschule auf der Haag als Flüchtlingsunterkunft der Bezirksregierung Köln. Foto: H. Schepp

Monschau. Im Laufe der kommenden Tage werden noch einmal rund 200 Flüchtlinge, die in den vergangenen Wochen nach Deutschland gekommen sind, in der Erstaufnahmeeinrichtung auf der Haag ankommen. Damit wird dort die Zahl der untergebrachten Menschen, die auf ihre kommunale Zuweisung warten, nochmals auf rund 250 steigen, wie Hermann Mertens am Mittwoch im Monschauer Sozialausschuss mitteilte.

Gleichzeitig kündigte der Leiter des Sozialamtes an, dass die Notunterkunft Walter-Scheibler-Straße voraussichtlich am 30. Juni 2017 als Erstaufnahmeeinrichtung geschlossen werde. Bereits zum 31. Dezember des laufenden Jahres, also in rund zwei Monaten, werde die zweite Erstaufnahmeeinrichtung auf Monschauer Boden, in der ehemaligen „Funk“ in Höfen, schließen; dort leben zurzeit nach Mertens‘ Angaben noch etwa 40 Personen.

„So lange wir Menschen in den Erstaufnahmeeinrichtungen unterbringen, wird es auch keine kommunalen Zuweisungen von Asylsuchenden für die Stadt Monschau geben“, erläuterte Hermann Mertens. Grundsätzlich erfolgen die Zuweisungen der erfassten und somit bereits im Status des Asylsuchenden befindlichen Flüchtlinge nach dem sogenannten Königsteiner Schlüssel. Danach beträgt das Aufnahmesoll der Stadt Monschau aktuell 229 Personen, auf das aber nicht nur die bereits fest hier lebenden Asylbewerber, sondern auch die Menschen in den Erstaufnahmeeinrichtungen angerechnet werden. „Mit der Ankunft der 200 neuen Flüchtlinge in den nächsten Tagen werden wir dann also wieder ein Übersoll erfüllen“, so Mertens.

Die Zahl der bereits fest zugewiesenen ausländischen Flüchtlinge betrug zum 1. Oktober 107, darunter 89 Asylsuchende und Asylantragstellende, acht unbegleitete minderjährige Flüchtlinge sowie zehn Asylfolgeantragsteller, die einmal abgelehnt wurden, bei denen sich die Sachlage jedoch geändert hat. Das wiederum bedeutet hochgerechnet, dass die Stadt Monschau 122 kommunal zugewiesene Flüchtlinge aufnehmen müsste, wenn es die Aufnahmestellen Haag und Funk nicht gäbe. „Dieser Fall wird dann eintreten, wenn auf der Haag tatsächlich Mitte nächsten Jahres Schluss ist“, sagte Hermann Mertens, um gleich hinterher zu schicken: „Aber wir sehen dieser Situation entspannt entgegen.“

Die Stadt Monschau fahre bisher sehr gut mit der dezentralen Unterbringung von Asylbewerbern und deshalb werde man so auch mit möglichen neuen Flüchtlingen verfahren. „Da schon im Vorfeld Panik zu machen, wir bekämen nicht alle uns zugewiesenen Asylsuchenden untergebracht, bringt uns nicht weiter und ist auch nicht angebracht“, unterstrich Hermann Mertens. Zudem sei davon auszugehen, dass die derzeitigen Flüchtlinge ihre Asylanträge bis dahin gestellt hätten und mit einer zügigen Entscheidung zu rechnen sei. „Wenn eine Entscheidung gefallen ist, müssen diese Menschen entweder die Bundesrepublik Deutschland verlassen oder wechseln in die Zuständigkeit des Jobcenters und suchen sich Arbeit und eine eigene Wohnung“, erläuterte der Sozialamtsleiter.

Das System, Asylbewerber dezentral in allen sieben Stadtteilen unterzubringen, wurde im Ausschuss ausdrücklich gelobt. Uli Kühn (CDU): „In Mützenich sind die Asylbewerber Teil einer funktionierenden Nachbarschaft. Das funktioniert hervorragend und ist gelebte Integration!“

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