Vogelsang - In kleineren Gruppen durch die Eifel gestreift

In kleineren Gruppen durch die Eifel gestreift

Von: Rainer Hülsheger
Letzte Aktualisierung:

Vogelsang. Von 1936 bis zum Beginn des 2. Weltkriegs haben in der Schulungsanlage Vogelsang drei Lehrgänge zur Ausbildung politischer Leiter stattgefunden. Im Winter 1939/40 diente Vogelsang zur Unterbringung von Wehrmachtstruppenteilen.

Ende April/Anfang Mai 1942 sind die drei Adolf-Hitler-Schulen (AHS) Moselland, Franken und Westmark von Sonthofen aus nach dort verlegt worden.

Aus dem Jahrgangsbericht der AHS Franken, verfasst für den Einschulungsjahrgang 1940 - jedoch erst geschrieben im Sommer 1944 - sollen in Folge Berichte der Fahrten von Adolf-Hitler-Schülern in die Eifel veröffentlicht werden.

Auf Gedeih und Verderb

Wichtigstes pädagogisches Ziel dieser Fahrten war das Zusammenschweißen von 24 sich zunächst völlig fremden 14-jährigen Jungen zu einem Block, der auf Gedeih und Verderb zusammenhalten und für ewig auf ein gemeinsames Blickfeld im Sinne der nationalsozialistischen Volks-, Bluts- und Kampfgemeinschaft verpflichtet werden sollte.

In Verfolgung dieses Ziels dienten die Jahresberichte der dauernden Verfestigung und Verpflichtung über den kurzen Moment des Erlebens hinaus. Insofern liegt das Hauptinteresse der Berichte in der Darstellung der subjektiven gemeinsamen abenteuerlichen Jungenerlebnisse. Die sachliche Beschreibung der Eifel tritt dagegen zurück. Es handelt sich also um Zeitdokumente, wie z.B. in der Beschreibung einer „Pfingstfahrt in die Eifel” zum Ausdruck kommt:

„Pünktlich wie immer empfingen wir unsere Fahrtenausrüstung in der Kammer, denn morgen sollte ja die schon Tradition gewordene Pfingstfahrt steigen. Unser Zug hatte die Berechtigung erhalten, in kleineren Gruppen zu 4 bis 6 Mann durch die Eifel zu streifen. Schnell und ohne viele Schwierigkeiten hatten sich die Gruppen gefunden und man sich über das Marschziel geeinigt. Morgen sollte es nun losgehen. Nach dem Wecken ging es wie immer gemeinsam zum Frühstück, dann aber schieden sich die Wege für drei Tage.

Unser heutiges Tagesziel war Monschau, das Rothenburg der Eifel. Von der Burg (Vogelsang) aus schlugen wir uns quer durch die Felder, um die Bögen der Straße abzuschneiden. Als wir sie endlich erreichten, sahen wir schon längst nicht mehr so frisch wie vordem aus. Nun ging´s auf der Straße weiter. Mal bergauf und mal bergab. Mal durch kleine Dörfer, dann wieder durch dunkle Wälder. Bei diesem Marsch sahen wir erst, wie schön die Eifel war. Ungefähr eine Stunde vor Monschau fing es an zu regnen und wir gingen noch schneller.

Überall tauchten nun die Bunker und Tanksperren des Westwalls auf. Es ging eben immer weiter nach Westen. Gerade als wir uns nach dem Weg erkundigen wollten, sahen wir Monschau unter uns liegen. Es lag in einem Talkessel, an allen Seiten von Bergen umgeben. Über dem Städtchen ragte auf einem Berg die weitbekannte Burg. In der Stadt fragten wir uns nach der „Juhe” durch.

Zu unserer Freude erfuhren wir, dass dieses die Burg war. Die Stadt selbst sah ziemlich altertümlich aus. Überall Kopfsteinpflaster und enge, winklige Gässchen. In der „Juhe” richteten wir uns es häuslich ein, aßen und gingen dann in ein Café. So vertrieben wir uns die Zeit bis zum Abend. Nebenbei sahen wir uns noch die Sehenswürdigkeiten an. Eigentlich ist ganz Monschau eine Sehenswürdigkeit.”
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