In diesem Winter viel weniger Vögel zu sehen

Von: Günter Krings
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Wintergast: Ein Silberreiher in den Rurauen. Foto: Günter Krings

Nordeifel. Es ist nicht zu leugnen: In diesem Winter wurden weitaus weniger Vögel beobachtet als in den vergangenen Jahrzehnten. Das betrifft aber nicht so sehr die Anzahl der Arten, sondern die Anzahl der Individuen je Art. Besonders auffällig war das Fehlen der Kohl- und Blaumeisen.

In den Jahren 2007 bis 2016 wurden im Januar durchschnittlich 57 verschiedene Vogelarten in den Gemeinden Roetgen, Monschau und Simmerath registriert. In diesem Jahr waren es immerhin mindestens 54 verschiedene Vogelarten, also kaum ein Unterschied zu den vergangenen Jahren. Im Jahre 2013 waren es nur 45 verschiedene Vogelarten, ein Jahr später waren es 65 Arten.

Die üblichen Überwinterer in unserer Region waren alle anwesend: Kohlmeisen. Rotkehlchen, Amseln, Elstern, Krähen und andere. Es waren aber auch einige Wintergäste aus Skandinavien anwesend: Bergpieper bei Hoscheid, Birken- und Erlenzeisige. Seltene Gäste waren Haubentaucher, Zwergtaucher, Teichhuhn, Rohrammern.

Der Reiher aus dem Süden

Wenn es im Herbst kalt und die Nahrung knapp wird, ziehen viele Vogelarten in Richtung Süden. Anders verhält sich der mittlerweile in jedem Winter anzutreffende Silberreiher. Er kommt nicht aus Skandinavien, sondern aus südlicheren Bereichen Europas, um hier zu überwintern.

Häufig wurde der Fichtenkreuzschnabel gefunden, der auch im Winter brüten kann, wenn genug Fichtenzapfen mit Samen vorhanden sind. Nicht anwesend waren im Januar Bekassinen, Kornweihen, Raubwürger, Tannenhäher. Das sind Überwinterer, die nicht regelmäßig in unserer Region beobachtet werden können.

Wie erwähnt, ist die Anzahl der Vogelindividuen stark zurückgegangen, so hat man es wenigstens in diesem Winter gefühlsmäßig erfahren. Das kann auch mit Zahlen belegt werden. In den Jahren 1998 bis 2007 wurde eine bestimmte Strecke zwischen Dedenborn und Einruhr einmal in jedem Monat begangen, und zwar immer in der Monatsmitte bei vernünftigem Beobachtungswetter: kein Sturm, kein Regen, kein Schneefall, kein Nebel. Alle Vögel, die an diesem Weg gehört und gesehen wurden, wurden aufgeschrieben.

Und das zwölf Jahre lang. In diesen Jahren wurden im Januar pro Begehung im Schnitt 25 verschiedene Vogelarten gezählt. Die Anzahl der Individuen betrug im Schnitt 145. Die gleiche Strecke wurde im Januar 2017 wieder begangen: Das Ergebnis war eindeutig: Bei 19 verschiedenen Vogelarten wurden nur 90 Individuen gezählt. Das sind nur 62 Prozent der Durchschnittszahlen aus den Jahren 1998 bis 2007.

Nun mag das ein Einzelfall gewesen sein. Auch in den nächsten Monaten soll diese Strecke wieder begangen werden. Dann wird man feststellen können, ob diese Tendenz sich bewahrheitet. Auffällig bei der Begehung war, dass tatsächlich weitaus weniger Meisen anwesend waren als üblich. Es fehlten jegliche Stare, die sonst auf den Feldern bei Dedenborn und Einruhr auf Nahrungssuche unterwegs waren.

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