Nordeifel - In der Natur unserer Heimat gefunden: Der Aronstab

In der Natur unserer Heimat gefunden: Der Aronstab

Von: Günter Krings
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Etwas Besonderes: Die Fruchtstände des Aronstabs. Foto: Günter Krings
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Zu seiner Verbreitung verfügt der Aronstab über eine ausgeklügelte Blütenfalle. Foto: Günter Krings

Nordeifel. Wer mit offenen Augen in dieser Jahreszeit durch das Rurtal oder die Nebentäler der Rur wandert, kann dort eine ziemlich seltene Pflanze finden – den Aronstab. Auf einem grünen Stängel ohne Blätter reifen jetzt die Früchte, die zunächst grün, dann aber im Laufe des August rot werden.

Die Pflanze stammt ursprünglich aus den gemäßigten Gebirgsregionen Süddeutschlands, der Schweiz und Österreich, hat sich aber mittlerweile auch in anderen Regionen Europas ausgebreitet und kommt auch bei uns vor. Wann allerdings hier der erste Aronstab gefunden wurde, ist nicht mehr auszumachen. Da es allerdings auch bei den Bewohnern des Rurtales keinen Namen im Dialekt für diese ungewöhnliche Pflanze gibt, dürfte sie noch nicht allzu lange heimisch in unserer Heimat sein.

Lebensraum für diese ungewöhnliche Pflanze sind feuchte Krautschichten und Gebüsche in schattigen Auenlandschaften. Auf den Hochflächen unserer Heimat wird man sie vergeblich suchen, aber im Rurtal zwischen Monschau und Einruhr ist sie durchaus häufig anzutreffen, aber wegen der hohen Krautschichten nicht immer gut zu entdecken.

Außergewöhnliche Blüte

Im zeitigen Frühjahr – also Ende März/Anfang April – sind schon die ersten Blätter des Aronstabes zu sehen. Von April bis Mai blüht er mit einem völlig außergewöhnlichen Blütenstand. Er besteht aus einem blassgrünen, eingerolltem Blatt, das ein Stab umschließt, den Kolben. Im unteren Bereich des Blütenstandes liegen die weiblichen Blüten, im oberen Bereich die männlichen Blüten.

Dazwischen wächst ein pinselartig behaarter Kranz. Nun produziert der obere Bereich des Kolbens einen unangenehmen Aas- oder Harngeruch, der aber bestimmte Mücken unwiderstehlich anlockt. Diese wollen sich auf das eingerollte Blatt setzen, das aber ölig und glatt ist, so dass die kleinen Mücken oder Fliegen an den abwärts gekrümmten Härchen nach unten vorbeirutschen.

Die Härchen aber verhindern nun, dass die Insekten nicht mehr die Blüte verlassen können. Sie sitzen in einer Falle. Mit den Pollen anderer Blüten des Aronstabes bestäuben sie die weiblichen Blüten. Nach einigen Stunden verwelken die Härchen, das gerollte Blatt sondert keine Öle mehr ab, und die Insekten, die nun auf ihrem Rücken den Pollen dieser Blüte tragen, fliegen zur nächsten Blüte, wo das Ganze dann wieder von vorne anfängt.

Der Name Aronstab wird mit dem Stab des biblischen Hohepriesters Aron in Verbindung gebracht. Alle Teile dieser Pflanze sind giftig, wurden aber in früheren Zeiten als Heilmittel gegen Rheuma, Gicht, zur Heilung von Wunden und Geschwüren genutzt.

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