In der Natur unserer Heimat beobachtet: der Wiesenpieper

Von: gük
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Der Wiesenpieper: Bei milden Wintern wie in den letzten Jahren ist er ganzjährig in unserer Region zu beobachten. Foto: G. Krings

Nordeifel. Lautmalender Herkunft ist das Wort Pieper, denn einen hellen, pfeifenden Ton von sich geben heißt im Deutschen und Niederländischen piepen, im Englischen peep, im Schwedischen pipa. Piep wiederum ist das nachahmende Wort für die Vogelstimme schlechthin.

Dennoch ist der Name für die verschiedenen Pieperarten sehr charakteristisch wegen des häufigen Piepens und der Reihung solcher Töne im Gesang. Insbesondere in vom Wiesenpieper bewohnten Landschaften ist dessen metallisches Piep fast ununterbrochen zu hören.

Wiesenpieper sind kleine Singvögel, die viel Zeit am Boden verbringen. Sie haben ein sehr unauffälliges graubraunes Gefieder. Die Unterseite ist weißlich, die Brust ist kräftig dunkelbraun gestreift. Der Fluggesang des Männchens startet meistens vom Boden oder von einem kleinen Busch aus. Dieser Gesang ist ein dünnes Pfeifen in allmählich aufsteigendem Tempo, das mit einem kurzen Triller endet. Der kurze Singflug endet in fallschirmartigem Niedergleiten. Der Stimmfühlungslaut „piep“ oder „iist“ wird vor allem im Flug vorgetragen und ist in allen Jahreszeiten zu hören.

Wiesenpieper bevorzugen als Lebensraum offenes, baum- und straucharmes Gelände, das ziemlich feucht sein sollte und genügend Krautschicht hat, die Deckung bietet. Monotone Feldflächen werden gemieden. Ausreichende Warten in Form von Weidezäunen oder die Krautschicht überragende Einzelpflanzen sind für Brutbiotope sehr wichtig.

Solche Lebensräume sind in unserer Heimat vorhanden in den Quellgebieten einiger Bäche. Hier sind nur die für die Brut geeigneten Gebiete genannt: die obere Kall mit ihren Randwiesen bis zum alten Modellflugplatz, das Platte Venn bei Mützenich, am Klüsenborn und am Breitenbach bei Kalterherberg, im Wollerscheider Venn, im Ellerbruch bei Konzen, im Quellgebiet des Tiefenbaches, Hoscheid und das Quellgebiet des Kluckbachs.

Allerdings ist die Anzahl der brütenden Wiesenpieper zurückgegangen, wohl aufgrund der intensiveren Nutzung einiger Feuchtwiesen. So fanden Ornithologen bei einer Zählung im Jahr 1994 noch mindestens 20 besetzte Brutreviere im Raum Kalterherberg.

Während der Zugzeit im Herbst und im Frühjahr sind Wiesenpieper, außer in geschlossenen Wäldern und in der Heckenlandschaft, häufig zu beobachten. Da sie aber sehr unauffällig leben und nicht laut sind, werden sie häufig übersehen. Bei milden Wintern wie in den letzten Jahren kann man sie ganzjährig bei uns beobachten. Überwinterungsgebiete sind Südwestfrankreich, die Iberische Halbinsel und andere Mittelmeergebiete.

Im Sommerhalbjahr ernähren sich Wiesenpieper von kleinen Insekten und Spinnentiere aller Art. Im Winterhalbjahr können auch kleine Schnecken und kleine Sämereien aufgenommen werden.

Außer dem Wiesenpieper brütet in unserer Region auch der Baumpieper, der am Gefieder nur sehr schwer vom Wiesenpieper zu unterscheiden ist. Dieser Pieper lebt an Waldrändern und in Kahlschlagen oder in Windbrüchen. Überschneiden kann sich der Lebensraum dieser beiden Pieperarten an Mooren und Sümpfen, die an Wälder grenzen.

Der Gesang des Baumpiepers ähnelt dem des Wiesenpiepers, ist aber weitaus lauter und kräftiger. Außerdem steigt der Baumpieper in der Regel zu seinem Gesang nicht vom Boden auf, sondern aus einem Baum. Im Winter kann man mittlerweile im Bereich Hoscheid auch überwinternde Bergpieper aus Skandinavien beobachten.

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