In der Eifel sollen ab 2011 Büffel leben

Von: Ernst Schneiders
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Diese Wisent-Familie wurde im polnischen Masuren fotografiert. Foto: imago

Nordeifel. Sie werden bis zu 3,30 Meter lang, bis zu zwei Meter hoch und sehen mit ihrem zottigen dunkelbrauen Fell und ihren Hörnern zumindest respekteinflößend aus. Sie sind die europäischen Verwandten der amerikanischen Bisons, und sie waren viele Jahre im Prinzip von der Erdkugel verschwunden, denn der letzte Wisent in freier Wildbahn wurde 1921 in Polen gewildert.

Über den Sinn von Zoo und Tierpark kann man sicherlich trefflich streiten, aber in diesem Falle war deren Existenz in Deutschland ein Segen, denn ausschließlich dort sind einige Wisente der völligen Ausrottung ihrer Art entkommen.

Inzwischen leben wieder etliche Populationen in Freiheit, allesamt in osteuropäischen Ländern wie Russland oder Polen, wo inzwischen auch das Zuchtbuch für diese Büffel geführt wird.

Die genetische Spur dieser Tiere ist erwartungsgemäß sehr schmal, weil ausnahmslos alle Wisente von den Überlebenden in deutschen Zoos abstammen. Deshalb muss kontinuierlich weiter gezüchtet werden. Um das Problem der Inzucht irgendwann in den Griff zu bekommen, wird in Polen per Computer festgelegt, welcher Bulle mit welcher Kuh Nachwuchs zeugen darf.

Zwölf bis 15 Tiere


An diesem Erhaltungszuchtprogramm will sich auch der Naturpark Eifel beteiligen und plant deshalb ein Gehege für eine kleine Herde von zwölf bis 15 Tieren in Nähe der Abtei Mariawald in Heimbach.

Dort sollen die Tiere in einem angemessen großen, aber dennoch abgegrenzten Bereich leben - und möglichst viele Tierfreunde anlocken.

Denn das Gehege soll so angelegt werden, dass es möglich sein wird, hin und wieder ein Exemplar des nach dem Aussterben der Auerochsen größten europäischen Landsäugetiers zu Gesicht zu bekommen.

Ein Leben in freier Wildbahn in einem vergleichsweise stark besiedelten Gebiet wie der Nordeifel ist nach Einschätzung von Gerd Ahnert, Leiter des Biotop- und Wildtiermanagements des Nationalparks, ausgeschlossen.

Einer der einleuchtenden Gründe: Nachts steht ein solcher Brocken von bis zu einer Tonne Gewicht auf einer unbeleuchteten Straße und es kommt ein Auto. Wie das ausgeht, sollte man sich besser nicht vorstellen.

Deshalb sind größtenteils unbewohnte Gebiete Osteuropas ein besserer Ort für ein Leben in Freiheit. Dort sollen auch immer wieder Eifel-Wisente ausgewildert werden.

Imposante Tiere

Bevor man die imposanten Tiere allerdings im Nationalpark bestaunen kann, werden noch einige Jahre in Land gehen. Auch wenn alle Vorbereitungen, Planungen und Genehmigungsverfahren zügig und ohne Umwege über die Bühne gehen, wird man laut Gerd Ahnert wahrscheinlich das Jahr 2011 schreiben.

In Kürze wird mit der Umweltverträglichkeitsprüfung nach den Flora-Fauna-Habitat-Richtlinen gerechnet. Dann geht es ans Planen. Genehmigungsbehörde ist der Kreis Düren, zu dessen Territorium das geplante Gehege gehört.

Sollte der Kreis die Genehmigung erteilen, geht es an den Bau des Geheges und der Umzäunung, die so dicht sein muss, dass kein Kleinkind und kein Hund hindurch können. Ahnert: „Wenn eine Büffelkuh Gefahr für ihr Kalb spürt, kann sie ziemlich unfreundlich werden!”
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