Nordeifel - In der Eifel nur „Phantomwölfe“

In der Eifel nur „Phantomwölfe“

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Über den Wolf wird viel spekuliert: In der Eifel ist er nach Auffassung des NABU höchstens ein Phantom.

Nordeifel. Derzeit wird in der Nordeifel über die Anwesenheit eines Wolfsrudels spekuliert. Im Raum Hohes Venn soll ein Heulen von Tieren vernommen worden sein, das wolfsähnlich klang. „Dass es sich bei den Tieren tatsächlich um Wölfe handelt, ist eher unwahrscheinlich. Ein Wolf kann keinesfalls zweifelsfrei anhand des Heulens erkannt werden“, sagte NABU-Wolfsexperte Markus Bathen.

Zur Identifizierung von Wölfen habe das Bundesamt für Naturschutz eindeutige Kriterien ausarbeiten lassen – das Heulen zähle nicht dazu. „Da der Hund vom Wolf abstammt, gibt es eine hohe Verwechslungsgefahr bei allen Merkmalen. Fährten sind nur in Ausnahmefällen einem Wolf zuzuordnen, Wolfsgeheul ist überhaupt nicht eindeutig erkennbar.“ Vor diesem Hintergrund verweist Bathen auf ein bekanntes Phänomen: die Entstehung so genannter „Phantomwölfe“. Obwohl die Anwesenheit eines Wolfs nicht sicher bestätigt werden kann, hält sich hartnäckig der Glaube an ihn. „Ob zum Gutem oder Bösen: der Wolf belebt viele Gemüter“, so Bathen.

Grundsätzlich sei die Eifel jedoch für den Wolf geeignet. Schon 2007 habe eine Studie des Bundesamtes für Naturschutz hier ausreichend Lebensräume festgestellt. „Die Frage ist nicht, ob der Wolf in die Eifel zurück kommt, sondern nur wann. Inzwischen leben Wölfe in sechs Bundesländern, ihre Bestände entwickeln sich gut. Der Wolf fühlt sich wohl in Deutschland und wird auch in NRW wieder heimisch werden“, so Josef Tumbrinck, Vorsitzender des NABU Nordrhein-Westfalen. Deshalb müsse für NRW zügig ein Wolfsmanagementplan erarbeitet werden. „Der ist geeignet, den Menschen Antworten auf ihre Fragen und Befürchtungen zu geben, die sie mit der Rückkehr des Wolfes verbinden.“

Der NABU setze sich „für einen sachlichen Umgang“ mit der Rückkehr des Wolfes ein. Noch immer verbreiteten sich viele Mythen und Vorbehalte zum Wolf: Wildbestände würden drastisch reduziert oder das Wirtschaften für sei Schafhalter unmöglich. Die Erfahrungen in der Wolfsregion Lausitz zeigten jedoch: Seitdem Wölfe dort im Jahr 2000 wieder Fuß gefasst hätten, sei es zu keiner Situation gekommen, in der sich ein Wolf aggressiv einem Menschen genähert habe. Keiner der ansässigen Schafsbetriebe habe wegen des Wolfes seinen Betrieb einstellen müssen . Ebenso werde in allen Jagdrevieren nach wie vor die Jagd ausgeübt.

Mittlerweile leben wieder 20 Wolfsrudel in Deutschland. Im April 2012 wurde im Westerwald ein aus den Alpen eingewanderter Wolf illegal geschossen. Er war weniger als eine Tageswanderung von der Landesgrenze NRW entfernt.

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