In der Bauphase wird es am Rursee ungemütlich

Von: mv
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Selbst, wer nicht segelt, lieb
Selbst, wer nicht segelt, liebt die Boote, schaut beim Wandern gern auf den See. Bietet sich dort bald ein anderes Bild? Foto: Sandra Kinkel

Heimbach. Experten aus Köln haben im Auftrag von Trianel untersucht, wie sich das neue Pumpspeicherkraftwerk auf den Tourismus am Rursee auswirken wird. Es handelt sich nur um eine Voruntersuchung, doch schon diese Einschätzungen sind hoch interessant.

Das Resümee vorweg: Die Region sollte ihre Vorreiterrolle in der Energiewende betonen und sich als innovativ, nachhaltig und modern etablieren, dann werde schon alles nicht so schlimm.

Die Analyse beschreibt Zustände während der fünfjährigen Bauzeit und während des Betriebs des Kraftwerks. Die Schwankungen des Seespiegels werden angeblich einmal die „einzigen touristisch relevanten Störungen” sein. Während der Bauphase sieht das aber anders aus.

Doch zunächst wird analysiert: Die Rurtalsperre sei vor allem für Wassersportler und Wanderer hochinteressant. Die ganze Region sei wegen des Nationalparks, wegen Vogelsang und dem Feriendorf touristisch im Aufschwung begriffen. 44.000 Menschen leben in den Gemeinden unmittelbar an der Talsperre. Kurzurlaube, Wochenendaufenthalte, Tagesausflüge: Die seien für die Region typisch.

Für Heimbachs Ortsteil Hasenfeld, in dem auch das Feriendorf liegt, aber mehr noch für sechs Ortsteile von Simmerath gebe es in der Bauphase „erhebliche Auswirkungen auf den Tourismus”, schreiben die Experten von „Kompass” in Köln.

Konkret sind es die Änderung des Wasserspiegels während der Bauphase, die Baustelleneinrichtungsflächen und der Schwerlastverkehr, die alle zusammen den Tourismus empfindlich stören werden. Blens, Hausen und Heimbach selbst werden vor allem durch Verkehr betroffen, wie sehr, das hänge davon ab, „ob auch an den Wochenenden, Feiertagen und in der Hochsaison normaler Transport stattfindet”.

Düttling, Heergarten und Vlatten können nach Ansicht der Experten insofern betroffen sein, als „Gäste durch die Nähe zu einer Großbaustelle von einem Besuch abgehalten werden”. 2018 wird der Rursee quasi leerlaufen, besonders in diesem Jahr wird mit „starken Rückgängen” im Tourismus gerechnet. Krach, Staub und starke „optische Beeinträchtigungen” werde es geben. Das alles werde aber 2019 Vergangenheit sein.

Für rund 20 Millionen Menschen, so die Analyse, sei die Rureifel Einzugsgebiet. Übernachtungsgäste kommen aus einem Umkreis von 200 Kilometern. Mit großem Abstand die meisten sind: Erholungssuchende und Wanderer. Die zweite Gruppe sind an ökologischen Themen interessierte Menschen, ferner Segler und Angler.

Die Analyse weist auf 1700 registrierte Segelboote hin und auf jährlich 3000 verkaufte Befahrensgenehmigungen. Schon bevor mit den Bauarbeiten begonnen wird, also praktisch sofort, müsse in großem Stil viel Werbung für die Region gemacht werden. Dann könnten die negativen Folgen abgewendet werden.
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