In den Ferien zieht es die Nordeifeler in die Ferne

Von: Alexander Barth
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Viel zu tun: Die Reisevermittler in der Nordeifel, hier Ute und Franz Johnen aus Imgenbroich, bringen die Leute in die Ferne. Foto: A. Barth

Roetgen/Imgenbroich. Während die Eifel zu den beliebtesten Reisezielen Deutschlands gehört, suchen ihre Bewohner auch in diesem Sommer am liebsten den Weg in die Ferne. „Ab in den Süden“ – und in alle anderen Richtungen. Die Reisebüros in der Nordeifel klagen höchstens über Einbrüche bei Buchungen in Krisenregionen. Und selbst das ist nicht bei allen Reisevermittlern der Fall.

Es ist einer der ersten verregneten Nachmittage seit längerer Zeit. Gerade hat Ninja Havinga von der Flugbörse Imgenbroich einer Kundin das Reiseziel Lissabon vermittelt. „Wir haben gut zu tun. Selbst in den sonnenreichen letzten Wochen haben die Leute noch kurzfristig gebucht, das hätte ich gar nicht erwartet.“ Den Urlaub in den großen Ferien trotz Hitze zu Hause verbringen – offenbar kein Trend für Familien aus der Nordeifel. Christiane Beckers vom Roetgener Reisebüro Eifelsteig berichtet von Buchungen ohne große Überraschungen. „Die Mittelmeerregion ist noch immer sehr beliebt. Auch Mallorca ist ein Dauerbrenner.“ In Imgenbroich zählt Ninja Havinga ähnliche Destinationen für die hiesigen Urlauber auf, auch die anderen Büros vermitteln viele Kunden in diese Regionen.

Anders sehe es hingegen bei Reisen in aktuelle und vermeintliche Krisenregionen aus. „Ägypten und Tunesien sind in der Nachfrage ziemlich eingebrochen. Außerdem hatten wir da etliche Stornierungen“, sagt Ute Johnen, die das Monschauer Reisebüro in Imgenbroich betreiben. Ninja Havinga berichtet von falschen Vorstellungen der Urlauber. „Die Leute denken, Kairo ist gleich Ägypten, oder ein Stadtviertel von Istanbul stellvertretend für die gesamte Türkei. Ich halte das für Quatsch. Wenn in Berlin Unruhen ausbrechen, dann spüren sie doch hier bei uns nichts davon.“

Als Trend, auch für junge Eifler, hat sie ein noch relativ junges EU-Land ausgemacht: „Bulgarien wird immer beliebter bei Feierurlaubern. Das sind dann oft die ganz Jungen zwischen 16 und 20 Jahre.“ Auch Familien mit schmalem Budget buchen heute mehr in dem osteuropäischen Land, sagt Havinga.

Urlaub im eigenen Land sei beliebt, sagen die Reisevermittler übereinstimmend, aber nicht im Übermaße. „Städtereisen gehen gut. Und die klassischen Ziele in den Bergen und an Nord- und Ostsee“, erklärt Christiane Beckers. Den Urlaub in den Nachbarländern nähmen die Menschen der Region allerdings oft selbst in die Hand. „An gute Angebote in den Niederlanden und Belgien kommen wir mitunter nur schwer ran, das buchen die Leute selbst“, so Ninja Havinga. Das klassische Last-Minute-Angebot gebe es schon länger nicht mehr, auch da sind die Reisebüro-Vertreter einig. Das hat sich auch herumgesprochen.“ Ihr Tipp ist daher ziemlich naheliegend: Die Schnäppchen macht man heute beim Frühbuchen.

Und dann ist da noch die Sache mit dem Sommer, der lange auf sich warten ließ. „Die Leute haben ohnehin zeitig gebucht. Viele wollten aber auch unbedingt weg“, glaubt Christiane Beckers. Franz Johnen bestätigt: „Als dann hier die Hitzewelle ausbrach, haben viele gedacht: Wenn wir das gewusst hätten, dann wären wir zu Hause im Garten geblieben.“

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