In Afrika wartet ein Berg Arbeit auf Bruder Theo Call

Von: P. St.
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Bruder Theo Call
Der aus Konzen stammende Afrikamissionar Bruder Theo Call trug sich im Rahmen seines viermonatigen Eifel-Aufenthaltes jetzt ins Goldene Buch der Stadt Monschau ein. Rechts: Bürgermeisterin Margareta Ritter. Foto: P. Stollenwerk

Monschau. Seit 45 Jahren lebt und arbeitet Bruder Theo Call aus Konzen auf der Missionsstation Kabanga im afrikanischen Tansania. Als Missionar der „weißen Väter“ hat er sich hier seinem Lebenswerk verschrieben, den Menschen vor Ort bei der Bewältigung praktischer wie sozialer Alltagsaufagben zu helfen.

Obwohl 7000 Kilometer Luftlinie von der Eifel entfernt, kommt Theo Call, der im März seinen 75. Geburtstag feiert, in größeren Abständen immer wieder in seine Heimat. Die Eifel liegt ihm am Herzen, aber noch mehr motivieren ihn seine Projekte in Kabanga, und so ist jeder Heimaturlaub für ihn auch eine willkommene Gelegenheit, um für Unterstützung zu werben.

Seit April befindet sich Theo Call in Konzen, und gestern war ein ganz besonderer Tag im Rahmen seine viermonatigen Aufenthaltes. Die Stadt Monschau hatte Bruder Theo Call gebeten, sich ins Goldene Buch der Stadt einzutragen. In der über 60-jährigene Geschichte des Goldenen Buches gab zudem gestern noch eine Premiere: Erstmals trug sich ein Gast in den Räumen des neuen Stadtarchivs am Holzmarkt in das ehrwürdige Buch ein.

Monschaus Bürgermeisterin Margareta Ritter würdigte das Lebenswerk von Bruder Theo, der sich ganz in den Dienst jener Menschen gestellt habe, die in besonderem Maße der Hilfe bedürften. Als gelernter Schmied habe er seine Fähigkeiten auf der Missionsstation Kabanga nutzbringend einsetzen können. Zu den dortigen Projekten gehört unter anderem der Bau eines Krankenhauses, ein Refugium für die in Afrika verfolgten Albinos sowie der Bau von Turbinen und Brunnen für die Wasser- und Stromversorgung. Die Wurzeln von Theo Call lägen sicherlich in Konzen, aber seine Heimat sei Afrika geworden, sagte die Bürgermeisterin und sprach dem Afrikamissionar „Respekt und Dank“ für seine Arbeit aus.

Nachdem Bruder Theo sich ins Goldene Buch eingetragen hatten, überließ er in aller Bescheidenheit P. Anton Weidelener, dem Hausoberer der Afrikamissionare des Provinzialates in Köln, das Wort. Der früherer Provinzial für ganz Deutschland betonte, dass sich durch die diese Ehrung alle Brüder eingebunden fühlten. Man sehe sich in der Verpflichtung, den Armen zu einem menschenwürdigen Leben zu verhelfen. Weltweit sind 1850 „Weiße Väter“ im Einsatz, in Deutschland sind es etwa 150.

Geehrt fühlte sich auch die Familie wie Christoph Call, der Bruder des Afrikamissionars, sagte: „Ich war zwar noch nie vor Ort, aber ich bewundere seinen Einsatz.“

Das kontinuierliche Wirken fand vor einigen Jahren auch größere Beachtung in Konzen, seitdem sich im Jahre 2008 der Förderverein Bruder Theo Call gegründet hat. 450 Mitglieder zählt der Verein in zwischen wie Vorsitzender Martin Krings berichtete. Der Verein habe es sich zur Aufgabe gemacht, die Arbeit von Bruder Theo vor Ort tatkräftig zu unterstützen. An Tatkraft mangelt es auch Bruder Theo trotz fortgeschrittenen Alters nicht. Nach dem längeren Aufenthalt in der Eifel spürt er inzwischen leichte Unruhe, und so zieht es ihn spätestens Anfang August zurück nach Tansania, denn ein mehrjähriges Projekt zur Stromerzeugung soll in Angriff genommen werden.

Den Aufenthalt in Deutschland nutzte er somit auch, um Kontakte zu Unternehmen und Firmen zu knüpfen und diese für seine Idee zu begeistern. Auf deren Hilfe darf er nun ebenso zählen wie auch auf den Förderverein, der in den zurückliegenden Jahren bereits über 100.000 Euro an Spendengeldern in verschiedene Maßnahmen auf der Missionsstation investiert hat. Das neue Projekt wird rund 200.000 Euro kosten, die Hälfte davon steuert das katholische Hilfswerk Misereor bei, die andere Hälfte wollen sich Sponsoren und Förderverein teilen.

Es wartet also in den kommenden drei Jahren ein Berg Arbeit auf Bruder Theo. Da ist es verständlich, dass er seine Mission in der Eifel jetzt als erfüllt betrachtet.

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