Simmerath/Paustenbach - Improvisations-Theatergruppe: Das Publikum führt Regie

Improvisations-Theatergruppe: Das Publikum führt Regie

Von: ho
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Situationskomik und beste Unterhaltung standen auf der Bühne in der alten Paustenbacher Schule an. Das Improvisationstheater Salto Impronale aus Aachen begeisterte das Publikum. Foto: Karl-Heinz Hoffmann

Simmerath/Paustenbach. Sicher nicht alle Tage wird in der Eifel Improvisations-Theater geboten. Am Samstagabend konnte man sich dieses seltene Vergnügen in den Räumlichkeiten des altehrwürdigen Theatervereins Eintracht Paustenbach gönnen, wo in der Alten Schule das Improvisations-Theater Salto Impronale aus Aachen mit „... und ich sag noch!“ gastierte.

Die fünf Akteure des Ensembles boten in gespielten Szenen, die sich auf Wunsch des Publikums spontan ergaben, beste Unterhaltung, was durch die zahlreichen Lacher und immer wieder erfolgten La-Ola-Wellen belegt wurden.

André Rittinghaus, der die Zuschauer in die einzelnen Szenen hineinführte, hatte zu Beginn erklärt, was auf die Anwesenden an diesem Abend zukommt. „Wir spielen komplett ohne Drehbuch und das Publikum bestimmt, was passiert“. Natürlich war auch ein gewisses Mitmachen der Zuschauer erforderlich, was die Stimmung im Paustenbacher Sälchen aber letztlich nur noch steigerte.

So war zum allgemeinen Vergnügen mit Heidi auf den Zuschauerstühlen schnell jemand gefunden, die als Wellenbeauftragte eventuelle La-Ola-Wellen initiieren sollte. Und von denen gab es im Laufe der Vorstellung einige. Die erste vom Publikum gewünschte Szene spielte am Strand von Lissabon, wo ein Pole (Nils Gajek) eine deutsche Urlauberin (Sonja Steffens) trifft. Auf Zuruf wurde das Szenario dann als Romanze, Horror-Version und als Beitrag des Gesundheitsmagazins von den Akteuren umgesetzt. Spätestens hier merkte man, dass von den Akteuren viel „Gehirnakrobatik“ verlangt wird, zumal das Ganze plötzlich als Tragödie und Musical gewünscht wurde.

Mit überaus lokalem Bezug ging es dann weiter, als es um den geplanten Weltraumbahnhof in der Eifel ging, der selbstverständlich in Monschau entstehen sollte. Dass für dieses gigantische Vorhaben die Festspielstadt komplett abgerissen werden musste, sei hier nur am Rande erwähnt. Köstlich auch der Krimibeitrag, wo Dieter Bohlen auf Wunsch der Zuschauer mit einem Hammer erschlagen worden war. Dass der Täter im Verhör mit dem Kommissar (Christoph Wilden) überhaupt nicht wusste, wen er erschlagen hatte, steigerte das Amüsement im Zuschauerraum. Hiernach wurde von den Zuschauern ein Ereignis von lokaler Wichtigkeit zur Präsentation gewünscht. Wie selbstverständlich ergab sich hierzu nur der historische Kaminunfall in der Paustenbacher Schule, als dort vor langer Zeit mit viel Getöse der Bollerofen umstürzte. Dies war ebenso nach dem Geschmack des Publikums, wie der Beitrag mit den Puppen im Erotikshop.

Dass die beiden Puppen (Anne Kraus und Nils Gajek) ihre motorischen Fähigkeiten nur mit Hilfe von zwei Zuschauern umsetzen konnten, steigerte das allgemeine Vergnügen. Am Ende gab es dann noch einmal eine Schnellzusammenfassung aller Szenen, wobei das junge Ensemble nochmals zur Höchstform auflief. Und selbstverständlich wurde auch eine Zugabe gefordert, wozu sich das Publikum eine Talkrunde zu segelnden Amöben gewünscht hatte. Das verschlug dann auch kurzfristig den Darstellern die Sprache, was aber nicht von langer Dauer war. Allein wegen der dargebotenen Diskussionsrunde zu den segelnden Amöben hatte sich der Besuch an diesem Abend gelohnt.

Im Ensemble der Theatergruppe mit Nils Gajek, Anne Kraus und André Rittinghaus spielten im Übrigen mit Christoph Wilden (Theaterverein Paustenbach) und Sonja Steffens (ehemals Theaterverein Mützenich) auch zwei Eifeler Darsteller mit.

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