Simmerath - Immer unbequem: Kommunalpolitiker Josef May gestorben

Immer unbequem: Kommunalpolitiker Josef May gestorben

Von: P. St.
Letzte Aktualisierung:

Simmerath. Mit Josef May verliert die Gemeinde Simmerath einen der bekanntesten aber auch polarisierendsten Kommunalpolitiker der vergangenen Jahrzehnte. Der langjährige Ratsherr und engagierte Streiter für die Interessen der Bürger starb jetzt im Alter von 90 Jahren.

Josef May war stets ein unbequemer Kommunalpolitiker, immer auf der Suche nach dem kritischen Punkt und nur selten voll des Lobes. Dass er ein streitbarer Geist war, ließ er sowohl seine politischen Gegner wie auch die eigenen Parteifreunde spüren.

Über Jahrzehnte war Josef May Aushängeschild der Eifeler FDP, aber er war auch nicht geschützt vor kurzzeitigen politischen Fehltritten, nachdem die Liberalen vorübergehend nicht mehr seine politische Heimat waren und er letztlich erfolglos die Gründung eines Simmerather Ortsverbandes der Republikaner unterstützte.

Josef May, 1925 geboren, war gelernter Schreiner, ehe er ein Studium für das Lehramt aufnahm. Ab 1951 war er Berufsschullehrer, zuletzt bis zu seiner Pensionierung an den Berufsbildenden Schulen in Simmerath.

Von 1964 bis 1971 vertrat er die FDP in der Gemeindevertretung Simmerath. Nach der kommunalen Neugliederung im Jahr 1972 gehörte er für die Liberalen bis 1984 dem Gemeinderat an. Aufgrund seiner politischen Tätigkeit wurde ihm 2011 die goldene Ehrennadel und die Ehrenbezeichnung „Ehrenratsherr“ verliehen.

Aus persönlicher Enttäuschung kehrte er nach 28 Jahren Parteizugehörigkeit Ende der 1980-er Jahre der FDP den Rücken, da ihn die Partei für überregionale Ämter, ob auf Bezirks- und Landesebene wie auch für die Landschaftsversammlung, nicht mehr nominiert hatte. Später stellte er einen Wiederaufnahmeantrag.

Die politischen Aktivitäten von Josef May aber konzentrierten sich jetzt auf den Kampf für gerechte kommunale Abwassergebühren. Ab 1993 stellte er sich an die Spitze des Bürger-Bündnisses Kanal/Entsorgung Simmerath (BBKE); ebenso gründete er fast zeitgleich die ähnliche Interessen verfolgende IG Kanal/Entsorgung Monschau. Aus dem BBKE ging 1994 in Simmerath die Gründung der Unabhängigen Wählergemeinschaft (UWG) hervor, für die Josef May 1999 kandidierte und als sachkundiger Bürger bzw. Pressesprecher Partei ergriff. Bis noch vor wenigen Jahren mischte er sich regelmäßig in das politische Alltagsgeschäft öffentlich ein; das konnte ihm keiner nehmen.

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