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Immer mehr Gastronomie am Vennbahnweg

Von: Karl-Heinz Hoffmann
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Aus dem tristen Bahnhofsgebäude in Roetgen hat Norbert Siebertz eine schmucke Einkehrmöglichkeit mit dem viel versprechenden Namen „Kaffeefee“ gezaubert. Die Holzterrasse mit Aussicht auf die lebhafte B 258 lädt zum Verweilen ein. Foto: Karl-Heinz Hoffmann

Eifel. Für die Gastronomiebetriebe entlang des mit dem „European Greenways Award“ ausgezeichneten Vennbahnradweges bringt Francois Szabo die Sache auf den Punkt: „Bei schönem Wetter brummt das Geschäft“. Szabo hat seit Mitte Juli das ehemalige Monschauer Bahnhofsgebäude wiederbelebt.

Er lädt in seinem „Gare de Montjoie“ Radfahrer und Wanderer mit einem kleinen gastronomischen Angebot zu Rast und Einkehr ein. Vor einem Jahr wurde der 125 Kilometer lange Radweg auf der früheren Vennbahntrasse zwischen Aachen und dem Norden Luxemburgs offiziell eröffnet. Die damit verbundenen Angebote an der Strecke ließen nicht lange auf sich warten.

Auch am Bahnhof Roetgen gibt es eine neue Lokalität, wo der erschöpfte Radtourist einkehren kann. Norbert Siebertz hat hier seit Mitte August das hübsche „Kaffeefee“ eröffnet. Neu ist auch der Imbisswagen in Kalterherberg (Leykaul). Anja und Hermann-Josef Els stehen dann mit ihrem Imbisswagen direkt an der Strecke. Kleine Grenzstreitigkeiten in Verbindung mit dem Standort des Wagens wurden inzwischen ausgeräumt.

Rund ein Jahr nach der offiziellen Eröffnung des Premiumradweges, der von Aachen bis zum luxemburgischen Troisvierges führt, kann man festhalten, dass der Fernradweg sich in touristischer Hinsicht zu einem absoluten Renner entwickelt hat.

Das gilt auch für die 28,5 Kilometer, die der längste zusammenhängende und grenzüberschreitende Bahntrassenrad- und Wanderweg Europas durch die Städteregion Aachen führt. Davon entfallen rund zwölf Kilometer auf das Gebiet der Stadt Monschau, 4,2 Kilometer in den Bereich der Gemeinde Simmerath und der Rest schlängelt sich durch Roetgen.

Dass die Radtouristen dabei gastronomische Durststrecken überwinden müssen, ist nicht abzustreiten. Doch das anfangs spärliche Angebot der Einkehrmöglichkeiten zwischen Roetgen und Kalterherberg ist im Laufe der Zeit durchaus besser geworden. Lediglich die unterschiedlichen Öffnungszeiten und Ruhetage der Betriebe entlang der Vennbahn, lassen die Touristen gelegentlich noch murren.

Norbert Siebertz, der das ehemalige Roetgener Bahnhofsgebäude zu einem kleinen Café umgebaut hat, ist bislang zufrieden. Zwischenzeitlich kann er auch Einheimische als Stammgäste begrüßen und zieht eine erste Bilanz: „Obwohl der Sommer nicht so toll war, bin ich bisher sehr zufrieden“.

Rund sechs Kilometer weiter und nach Überwindung von 140 Höhenmetern kann der angestrengte Radler sich bei Bedarf in Lammersdorf zunächst einmal im ehemaligen Junker-Casino stärken. Am Lammersdorfer Bahnhof selbst lässt eine Verpflegungsmöglichkeit weiter auf sich warten, abgesehen von einigen Gaststätten und Geschäften im Ort. Sonn- und feiertags kann man allerdings im Bauernmuseum von 11 bis 18 Uhr einen Kaffee ergattern.

Gerade in Lammersdorf vermissen viele Radler nach der „Bergetappe“ ein gastronomisches Angebot. Daher hat die Gemeinde Simmerath kürzlich die ortsansässigen Geschäftsleute zwecks einer gemeinsamen Werbetafel angeschrieben.

Weil der Vennbahn-Tourismus so boomte, entschloss sich Francois Szabo, den Monschauer Bahnhof in gastronomischer Hinsicht zu neuem Leben zu erwecken. Seit Mitte Juli kann man hier einkehren. „Wir wollten den Radfahrern hier eine nette Rastmöglichkeit bieten“, erklärt Szabo, wobei die jetzigen Räumlichkeiten letztlich nur eine Übergangslösung seien.

„Mittelfristig wollen wir hier ein Fahrradhotel errichten“, ergänzt er. Dazu habe man mit der belgischen Bahn für ein Gelände von 35.000 Quadratmetern einen Pachtvertrag über 30 Jahre abgeschlossen. An der Vennbahntrasse in Kalterherberg bzw. dem belgischen Küchelscheid ist die Taverne A‘ Lutze seit langem eine beliebte Einkehrmöglichkeit.

Einen Steinwurf von der Vennbahn entfernt genießen bei Martha Henn zahlreiche Radtouristen ihre Pause. Sofern direkt am Bahnhofsgebäude die Draisinen an der Railbike-Station rollen, kann man dort in den Genuss von hausgemachten Waffeln kommen.

Der Radfahrer hat also die Auswahl, und man darf bei der Erfolgsgeschichte, die der Vennbahnweg inzwischen fährt, davon ausgehen, dass die beliebte Strecke weitere Investitionen auslösen wird.

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