Monschau - Imker lässt Bienen in der Monschauer Altstadt fliegen

Imker lässt Bienen in der Monschauer Altstadt fliegen

Von: Andreas Gabbert
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Es muss nicht immer ein Wald-und-Wiesen-Standort für die Bienen sein: Imker Maik Schmitz hat einen Teil seiner Bienenvölker auf einem Flachdach an der Laufenstraße aufgestellt. Foto: A. Gabbert

Monschau. Von einem Flachdach an der Laufenstraße in der Monschauer Altstadt starten die Bienen von Maik Schmitz zu ihren Flügen durch die Gärten, Wiesen und Felder und decken dabei einen Radius von rund drei Kilometern ab.

„Viele Pflanzen, die die Bürger rausstellen oder in ihren Gärten anpflanzen, werden auch von den Bienen angeflogen. Außerdem finden die Bienen hier in der Umgebung auch einige Obstbäume“, sagt Schmitz. Ein Grund, dass er den Versuch unternommen und einen Teil seiner Völker nicht in der freien Natur aufgestellt hat, ist der Rückgang der Artenvielfalt und damit die Abnahme des Nahrungsangebots für Bienen.

Das Problem ist, dass es immer weniger blütenreiche Flächen gibt. „Auch an Straßenrändern und Feldwegen werden blühende Pflanzen oft entfernt. An den Feldwegen gibt es zum Beispiel immer weniger Himbeer- und Brombeersträucher. Es wird zu viel gemäht. Wenn alles stetig kurz und kahl ist, darf man sich nicht wundern“, sagt der Imker, der mit seiner Familie selbst über 100 Streuobstbäume gepflanzt hat.

Auf Hilfe angewiesen

Es müsse aber nicht immer ein Wald-und-Wiesen-Standort für die Bienen sein. Gerade im Frühjahr, wenn die Natur noch nicht so viel für die Bienen bereithalte, würden sie in den Gärten schon ein größeres Angebot vorfinden. „Ich hab das einfach mal ausprobiert, um zu sehen, was die Bienen hier eintragen“, sagt Schmitz. Jedenfalls ist der 38-Jährige erstmal zufrieden mit dem Ertrag.

„Das Frühjahr war super. Anschließend wurde es durch die zeitweise schlechte Wetterlage etwas schwieriger. Zum Glück gab es dann aber wieder einen Umschwung“, berichtet er. Trotzdem glaubt er nicht, dass er in diesem Jahr noch einmal Honig ernten kann. „Es sei denn, es gibt im Sommer noch Waldhonig.“

Insgesamt unterhält Maik Schmitz 120 Bienenvölker an unterschiedlichen Standorten in der Nordeifel. Damit gehört er schon zu den Berufsimkern – wer mehr als 20 Völker besitzt, wird nicht mehr als Hobbyimker bezeichnet.

Im Winter zählt ein Bienenvolk zwischen 5000 und 10.000 Tieren, im Frühjahr werden es dann deutlich mehr, so dass ein Volk im Sommer zwischen 40.000 und 60.000 Tieren zählt. Die Zahlen schwanken von Jahr zu Jahr und sind nicht immer gleich. Bei so vielen Bienen bleibt es nicht aus, dass man auch mal gestochen wird. Längst hat Schmitz aufgehört, die Stiche zu zählen. „Jeder Imker wird mal gestochen. Das gehört halt dazu“, sagt er.

Millionen von Bienen machen aber auch eine Menge Arbeit. „Wer mit der Imkerei anfängt, übernimmt auch eine Verantwortung gegenüber den Tieren. Da muss man sich drum kümmern, die brauchen schon etwas Unterstützung. Das geht sonst in die Hose. Um zu überleben, sind die Völker auf etwas Hilfe durch den Imker angewiesen. Außerdem besteht sonst die Gefahr, dass sich Krankheiten unter den Bienen ausbreiten. Die Bienenvölker sind auf den Menschen angewiesen und der Mensch auf die Bienen“, erklärt Schmitz.

Alle sieben bis neun Tage muss zum Beispiel jedes der Völker kontrolliert werden, damit sie nicht ausschwärmen und verloren gehen. Schwarmkontrolle nennt das der Fachmann. „Trotzdem ist man nicht davor gefeit. Wenn die wollen, finden die immer einen Weg“, sagt Schmitz. Auch die Varroamilbe macht den Bienen und den Imkern das Leben schwer, denn die Bekämpfung ist aufwendig. „Da muss man immer ein Auge drauf haben.“

Seit zwölf Jahren betreibt er nun die Imkerei. „Bernhard Jakobs war mein Bienenvater und auch von Alfred Isaak habe ich viel gelernt. Den beiden habe ich viel zu verdanken“, sagt Schmitz. Zum Einstieg besuchte er außerdem einen Imkerkurs in Ternell, und auch heute bildet er sich noch regelmäßig fort und besucht zweimal jährlich Kurse beim Bieneninstitut in Mayen.

„Irgendwann hat mir das so viel Spaß gemacht, dass ich immer ehrgeiziger wurde“, sagt Schmitz. Als sich seine berufliche Situation veränderte, weil der von seiner Familie geführte und im Monschauer Land bekannte Rettungsdienst Schmitz den Betrieb aufgeben musste, investierte er und baute die Imkerei weiter aus. Leben kann er davon aber noch nicht.

Zurzeit machen die Bienen vor allen Dingen eine Menge Arbeit. Deshalb ist Maik Schmitz froh, wenn die Saison Ende Juli zu Ende geht. Nach der Sommersonnenwende stellen sich die Bienen schon langsam auf den Winter ein. „Dann ist auch die Schwarmzeit vorbei und der Druck und Stress der vergangenen Wochen fallen ab. Im Frühjahr fängt es aber wieder an zu kribbeln. Man will ja schließlich wissen, wie es den Bienenvölkern geht“, sagt er.

 

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