Monschau - Imgenbroich: „Verantwortungsvolle Standortsicherung”

Imgenbroich: „Verantwortungsvolle Standortsicherung”

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Eine Ausdehnung des zentralen Versorgungsbereiches in Verlängerung des Gewerbegebietes Imgenbroich-Nordwest ist ein Teil des Entwicklungskonzeptes für Imgenbroich. Foto: P. Stollenwerk

Monschau. Nachdem in einem Appell namhafte Simmerather Einzelhändler jetzt vor einem „ruinösen Wettbewerb” in Zusammenhang mit dem geplanten Entwicklungskonzept für Imgenbroich gesprochen hatten, sieht sich die Stadt Monschau veranlasst, Stellung zu nehmen.

Zu den „einseitigen, falschen Vorwürfen aus der Nachbarkommune” haben Micha Kreitz (CDU), Gregor Mathar (SPD), Werner Krickel (Grüne), Kurt Victor (FDP), Reinhard Germ (Bürgerforum/Die Linke) sowie Bürgermeisterin Margareta Ritter nun eine gemeinsame Erklärung abgegeben. Darin heißt es:

„Transparenter Prozess”

„Monschau strebt an, in einem transparenten Prozess die Zukunftsfähigkeit des zentralen Einkaufs- und Gewerbeortes der Stadt Monschau in Imgenbroich zu entwickeln und zu sichern.

Ziel ist eine nachhaltige Entwicklung und Stärkung des vorhandenen Handels an unserem Standort und eine vorausschauende Zukunftsplanung für die Lebens- und Einkaufsqualität unserer Einwohner - unserer Familien und unserer internationalen Gäste - verbunden mit dem Erhalt und Ausbau ortsnaher zukunftsfähiger Ausbildungs- und Arbeitsplätze.”

Das Gesamtkonzept „Zukunft Monschau - Zukunft Imgenbroich” sei im Dezember 2010 parteiübergreifend beschlossen und zur konkreteren Planung einem der renommiertesten Institute übertragen worden. „Hierzu gehört selbstverständlich auch eine Verträglichkeitsprüfung der Auswirkungen auf den Wettbewerb in unserer - auch grenzüberschreitenden Region.

Zu unserem Zukunftskonzept gehören unter anderem: Die Schaffung eines neuen zentralen Bushofes an der B 258 vor dem Himo, um die Verkehrsverbindung Monschau-Aachen besonders für unsere Pendler qualitativ zu verbessern, aber auch, um umweltgerecht eine Anbindung an Aachen und ein kulturelles Zusammenwachsen in der Städteregion zu erleichtern und zu fördern.

Eine harmonische Entwicklung des öffentlichen Bereichs zwischen Victor Einkaufswelt und Lidl/Fachmarktzentrum. Die Ausdehnung des zentralen Versorgungsbereiches zur Ausweisung einer neuen Fläche für einen Vollsortimenter mit dem Ziel der Umsiedlung des Real-Marktes.

Die bedarfsgerechte Ausweisung dringend erforderlicher, weiterer Gewerbeflächen zur Neuansiedlung und Sicherung von Arbeitsplätzen für unser heimisches Handwerks- und Dienstleistungsgewerbe. Zurzeit sind nur noch einige Restgrundstücke als Gewerbefläche vorhanden. Die neue Anbindung der B 258 an die K 16, mit dem Ziel der Verkehrsberuhigung der Straße Hengstbrüchelchen.”

Unseriöse Methoden

Die Stadt beabsichtige, den zentralen Einkaufsort Imgenbroich zu stärken, zu entwickeln und das Einkaufserlebnis und die Angebotsvielfalt im Ort zu erhöhen. „Wir lehnen daher großflächigen Einzelhandel mit zentrenrelevanter Sortimenten in Gewerbegebieten, wie es auch in der Nachbarkommune praktiziert wurde, ab und legen Wert auf eine innerörtliche Angebotsvielfalt.

Rätselhaft erscheint uns die Motivation von Teilen der Simmerather Unternehmerschaft, Politik und Verwaltung instrumentalisieren zu wollen. Der Begriff und die damit verbundene Wirtschaftsordnung der freien, sozialen Marktwirtschaft hat uns in der Bundesrepublik Deutschland und auch in der Eifel erfreulicherweise zu Wohlstand und fairem Wettbewerb verholfen.”

Eindeutig orientierten sich der Rat und die Stadt Monschau auch zukünftig an diesen erfolgreichen Grundsätzen der freien, sozialen Marktwirtschaft, die auch die Aufgabe beinhalte, Tendenzen zu Kartell- und Monopolbildung zu verhindern.

Der „dramatische Appell” von Teilen der Unternehmer aus der Nachbargemeinde sei aus Sicht der Stadt Monschau „völlig unberechtigt”. Man sei „verwundert und überrascht”.

Der Appell „erscheint uns teilweise sogar unredlich, weil aus der Runde der beschwerdeführenden Simmerather Unternehmer noch in jüngster Zeit Investitionsbereitschaft in Monschau-Imgenbroich klar zum Ausdruck gebracht wurde. So liegt der Stadt Monschau unaufgefordert eine notariell beglaubigte Absichtserklärung vor, in der ein großer Simmerather Unternehmer sage und schreibe fünf Millionen Euro in Imgenbroich investieren möchte.

In einem persönlichen Termin seines Projektentwicklers erklärte dieser darüber hinaus, dass man als Investorengruppe aus Simmerath das gesamte Entwicklungsgebiet erwerben und entwickeln wolle!”

„Vermeiden Einmischungen”

„In diesem Fall vermuten wir eine unlautere Marktbeeinflussung mit unseriösen Methoden. Aber man sieht auch an diesen Aktivitäten, dass ein hohes Entwicklungspotential auch von außerhalb an unserem Standort gesehen wird.

Uns überrascht und stört das Niveau dieser Diskussion, uns stört die Einseitigkeit, mit der versucht wird, die Region, die Bürger, die Politik und auch die Einzelhändler, möglicherweise unbedarft, aus einseitigen Gründen zu beeinflussen.”

Abschließend heißt es in der Erklärung: „Wir sind offen für eine transparente faire Kommunikation und gute Nachbarschaft. Aber für die Zukunft und Entwicklung unserer Stadt Monschau sind wir selbst - der Rat unserer Stadt unter Beteiligung der Bevölkerung - verantwortlich. Einmischungen in wirtschaftliche Entwicklungen außerhalb von Monschau vermeiden wir, erwarten dies aber auch von guten Nachbarn!”
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