Im Wald wächst jetzt die Brandgefahr

Von: Christoph Classen
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Die Frühlingssonne im Fichtenwald: Noch ist der Boden feucht genug, aber sollte die Trockenheit über die nächste Woche hinaus anhalten, steigt die Waldbrandgefahr. Foto: P. Stollenwerk

Nordeifel. Wenn man Dirk Lüder fragt, was er denn vom momentanen Wetter halte, dann sagt er, dass er es ganz prächtig findet. Lüder freut sich über „die paar Tage Sonnenschein”, über den wolkenlosen Himmel und darüber, die Jacke mal im Auto lassen zu können. Noch zumindest.

Denn das mit dem Wetter ist bei Lüder so eine Sache, sein Verhältnis zu den äußeren Bedingungen weniger unbefangen, als bei den meisten anderen. Denn Lüder arbeitet beim Forstamt Jülicher Börde, Gebietsleiter Hoheit und Umweltpädagogik ist er. Und mit jedem Tag, an dem es nicht regnet, wächst die Waldbrandgefahr.

Der März in der Eifel war bislang bemerkenswert trocken, nur an sieben Tagen gab es Niederschläge. Beim Forstamt Jülicher Börde, zuständig für Waldflächen von Wegberg bis Kalterherberg, ist man deswegen aber noch nicht beunruhigt. Das alte Gras sei zwar mittlerweile ziemlich trocken, „aber ansonsten haben wir noch genügend Feuchtigkeit im Wald”, sagt Lüder. Im Hohen Venn sehe es dagegen anders aus.

Roten Fahnen untersagen Betreten

Dort wurden am vergangenen Dienstag die roten Fahnen gehisst, die darauf aufmerksam machen, dass das Betreten des Naturschutzgebietes derzeit untersagt ist. Rene Dahmen, Leiter des zuständigen Forstamtes Elsenborn, sagt: „Die Gefahr eines Brandes ist derzeit sehr akut.” Das ist sie immer im Frühling, weil der Boden im Venn dann vom Gras des vergangenen Herbstes bedeckt ist.

Es braucht nicht mehr als zwei niederschlagsfreie Tage bis die Halme getrocknet sind, danach ist es eine Art natürlicher Brandbeschleuniger. Für Dahmen ist der Frühling stets die Phase, die es unbeschadet zu überstehen gilt, der Sommer kann ruhig kommen. „Dann ist hier alles grün und die Brandgefahr sehr viel kleiner”, sagt er.

Gerd Ahnert, zuständig für Waldentwicklung und Wildtiermanagement im Nationalpark Eifel, gilt diese recht komfortable Ausgangslage das ganze Jahr über. Da der Waldbestand in seinem Beritt einen hohen Laubholzanteil aufweise, müsse schon einiges zusammenkommen, damit tatsächlich eine brenzlige Situation entsteht.

Kaum Nadelhölzer, wenige Wiesen

Kaum Nadelhölzer, wenige Wiesen: Für Ahnert ist das so etwas wie eine Brandschutzversicherung. „In Laubwäldern gibt es eigentlich nie Großfeuer”, sagt er.

Trotzdem sei das kein Freifahrtsschein, alle Regeln über Bord zu werfen, streicht Dirk Lüder hervor. Dass man beim Spaziergang kein Glas in den Wald schmeiße, ist für ihn eine Selbstverständlichkeit, auf eine andere Verhaltensregel macht er aus aktuellem Anlass noch einmal aufmerksam: „Letzte Woche habe ich eine Frau gesehen, die stand mitten im Nationalpark und rauchte. Da fällt einem nichts mehr ein.”

Die Zigarette ist im Wald natürlich Tabu, eine waches Auge dagegen gern gesehen. „Wenn sie irgendwo Rauch sehen, rufen Sie lieber einmal zu viel, als einmal zu wenig an”, formuliert Lüder einen Appell.

Wenn er auf fruchtbaren Boden fällt, kann der Mann vom Forstamt Jülicher Börde, dass momentane Wetter noch ein bisschen mehr genießen.

„Wenn es allerdings noch eine weitere Woche so bleibt, würde es gefährlich werden”, sagt Lüder. Dann brächte ihn die Sonne wahrscheinlich so langsam ins Schwitzen.
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