„Im Tunnel“: Peter Zingler fesselt Zuhörer bei der Lit.Eifel

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Peter Zingler, hier mit der Lit.Eifel-Moderatorin Claudia Hoffmann, begeisterte mit seinen Geschichten und berührte mit persönlichen Einblicken. Foto: Alice Gempfer/ ProfiPress

Nordeifel. „Als das Manuskript 600 Seiten lang war, hab‘ ich mir gedacht, jetzt machen wir Schluss.“ Damit sei auch klar gewesen, so der Schriftsteller und Drehbuchautor Peter Zingler im Rahmen seiner Lit.Eifel-Lesung im Steinfelder Hermann-Josef-Kolleg, dass es eine Fortsetzung geben werde.

Im Frühjahr 2016 werde also zum Roman „Im Tunnel“ mit autobiografischen Zügen ein zweiter Teil erscheinen. „Der heißt dann wahrscheinlich so ähnlich – vielleicht ”Licht am Ende des Tunnels„“, sagt der Wahl-Frankfurter und lacht auf jene leicht selbstironische Art, die ihn so sympathisch macht.

Dass 600 Seiten nur für die Hälfte seines Lebens, von dem er zwölf Jahre in internationalen Gefängnissen verbracht hat, ausreichen, das wunderte in Steinfeld niemanden. Peter Zingler hat viel erlebt – und er ist ein grandioser Geschichtenerzähler.

Nicht umsonst wurde die Geschichte seiner Kindheit nach seinem Drehbuch im ARD-Zweiteiler „Die Himmelsleiter“ verfilmt – mit einem Budget von sieben Millionen Euro, wie er dem Lit.Eifel-Publikum verriet. Unter anderem habe man in Tschechien nahe Prag das zerbombte Köln nachgebaut. Auch ein „Kriegswald“ musste geschaffen werden, in dem Fall der Hürtgenwald, nach dem er Schauplatz der Schlachten des Zweiten Weltkriegs gewesen war.

Über seine Kindheit sagte Peter Zingler: „Ich wurde in eine Zeit geboren, die später als die schlechte Zeit bezeichnet wurde – aber das wusste ich ja nicht…“ Er habe sein Leben als kleiner Junge „unheimlich spannend“ gefunden: „Ich habe geklaut wie ein Rabe, und immer wenn ich nach Hause kam, sagte meine Oma ”das hast Du gut gemacht„.“ Heute sehe er das Ganze etwas anders, berichtete er.

Auch als Drehbuchautor tätig

Als Autor konnte er schon einige Erfolge verbuchen. Sein Drehbuch für den Tatort „Kinderspiel“ wurde mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet.

Zuvor hatte er eine höchst amüsante und fein beobachtete Geschichte vorgelesen, in der seine Frau und er gemeinsam verreisten – obwohl beide eigentlich viel lieber mit dem und der heimlichen Geliebten unterwegs gewesen wären. „Das war meine zweite Frau“, konstatierte Peter Zingler. Er frage sich, warum das immer so sein muss. und hätte gerne bessere Beziehungen geführt, so der Autor, „aber ich konnte es einfach nicht. Ich hatte immer viel zu viel Angst, verlassen zu werden.“

Eine Erfahrung, die er auch mit diesem Moment verbindet: Als Schuljunge erfuhr Peter Zingler, dass seine Mutter eigentlich seine Oma ist. Sie holte ihn zu sich und adoptierte ihn, nachdem sie erfahren hatte, dass ihre Tochter ein Kind und dieses ins Waisenhaus gegeben hatte.

Über seine Zeit im „Knast“

Neben diesen nachdenklichen Momenten versprühte Peter Zingler ein wahres Feuerwerk an Geschichten aus seiner Zeit als einer der meistgesuchten Einbrecher („Eine Zeit lang gab es eine SOKO-Zingler“), über Reisen in andere Länder wie sein einjähriger Aufenthalt auf Jamaika und natürlichen über seine Erfahrungen „im Knast“.

Im Gefägnis begann er schließlich auch zu Schreiben. Erotische Geschichten zunächst, die ihm seine Mithäftlinge aus den Händen rissen. Auch Verlage wie der „Playboy“ waren begeistert, Zingler verdiente erstmals Geld mit Literatur. Später folgte sein erster Roman „Tod in Kingston“.

Aktuell arbeitet Peter Zingler, der seine Geschichten und Bücher nicht in den PC schreibt, sondern – am liebsten beim Spazierengehen - diktiert, an einer neuen Folge für den Kölner Tatort.

Eine rundum gelungene Lit.Eifel-Veranstaltung, deren Pause fast alle Zuhörer nutzten, um sich Peter Zinglers Buch zu kaufen.

Der laue Sommerabend endete auf Anregung des Autors im Klostergarten: „So, wollen wir jetzt draußen noch zusammen ein Glas Wein trinken?“, fragte er nach der Abmoderation.

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